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Karpatenbüffel gegen Schlamm an den Haselbacher Teichen

Karpatenbüffel gegen Schlamm an den Haselbacher Teichen

Im Haselbacher Teichgebiet ist ein neues Projekt zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL) angelaufen. In den nächsten zwei Jahren geht es dabei um Varianten der Bewirtschaftung der Teiche, mit denen unter anderem der Schlamm in den Gewässern beseitigt werden kann.

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Um den Hummelteich und die angrenzenden Wiesen errichtet Heinz Büssow von einer Greizer Firma in Haselbach derzeit einen Zaun. Auf dem Gelände sollen bald zwei Karpatenbüffel weiden.

Quelle: Mario Jahn

Haselbach. Von Marlies Neumann

Mit einem weiteren ENL-Projekt im Haselbacher Teichgebiet soll aus den historischen Gewässern der Schlamm, der sich in Jahrzehnten angesammelt hat, verschwinden. Und das auf unterschiedliche Art und Weise, wie Mike Jessat, Direktor des Mauritianums und Vorsitzender des Naturschutzbundes Altenburger Land betont. "So ist der Rittergutsteich wohl noch nie geschlemmt worden. Er kann nicht abgelassen werden, denn ein Umflutgraben ist seit DDR-Zeiten fast zugeschüttet", berichtet er. Dieser Graben wird nun wiederhergestellt, um das Wasser aus mehreren Teichen ablassen zu können. Bis der Schlamm aus dem Rittergutsteich verschwunden ist, werde es rund zehn Jahre dauern, denn den müsse man mehrfach abgelassen, damit sich der Schlamm abbauen kann, ist Jessat überzeugt.

"Der Nobitzer Teich, eines der größeren Gewässer, wird 2013 abgelassen und bleibt trocken liegen. Der Schlamm soll sich organisch abbauen. Um das möglichst zu beschleunigen, wollen wir einige unserer Karpatenbüffel auf den Teich bringen. Damit starten wir einen Versuch, an dem bereits andere Teichwirtschaftler großes Interesse bekundet haben", betont der Chef des Nabu, dem die Teiche und die Tiere gehören. Die Idee dabei: Die Büffel sollen den Schlamm im Teich löchrig machen und durch das Mehr an Sauerstoff soll sich dieser schneller abbauen. Wenn der organische Abbau wie angedacht funktioniert, müsse man nicht alle paar Jahrzehnte schwere Bagger zum Ausgraben einsetzen.

Mit dem Herthateich gibt es allerdings einen Teich, in dem der ökologische Schlammabbau nicht möglich ist. Dieser nimmt alle Stoffe auf, die von Feldern oder dem Uferbereich kommen. Rund 80 Prozent der Ablagerungen sind mineralische Masse. Deshalb komme man nicht umhin, hier Bagger zum Einsatz zubringen. "Das soll bei Frost im Februar geschehen, so der Plan", erklärt Jessat ein weiteres Vorhaben. Bis zum Frühjahr, wenn die Brutzeit der Vögel beginnt, sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Bis Ende nächsten Jahres, so der Plan, wird am Nobitzer Teich die Betonmauer durch eine Natursteinmauer ersetzt.

Doch die Karpatenbüffel werden nicht nur im Schlamm zum Einsatz sei. "Zwei Tiere werden auf die Wiesen am Hummelteich weiden. Dort wollen wir zwei Jahre beobachten, ob sie die Ausdehnung des Schilfgürtels verhindern können", beschreibt Jessat eine weitere Maßnahme.

An den historischen Hältern ist zudem die Schaffung eines Beobachtungsturmes vorgesehen. Besucher können dann von oben über die Teiche schauen oder Vögel beobachten. Mit Info-Tafeln soll die Bevölkerung während der Arbeiten informiert werden, was an den Teichen passiert.

Wenn die geplanten Vorhaben gut laufen, könnte es sein, dass man sich Ende 2013 noch weiterer Teiche annimmt. Doch das hänge auch davon ab, wie viel von den 600 000 Euro übrig bleiben, die die Europäische Union (EU) und das Land Thüringen zur Verfügung stellen. Drei Viertel des Geldes kommen von der EU. Die Träger des Projektes beteiligen sich mit fünf Prozent Eigenleistung an den Kosten. "Dafür bauen wir unter anderem eine leer stehende Gartenanlage am Teichgebiet zurück", nennt Jessat ein Beispiel.

-Kommentar Seite 15

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