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Altenburg Kaufland-Mitarbeiter in Altenburg streiken erneut
Region Altenburg Kaufland-Mitarbeiter in Altenburg streiken erneut
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18:23 07.07.2017
30 Mitarbeiter der Kaufland-Filiale in der Kauerndorfer Allee in Altenburger legten am Freitag ihre Arbeit nieder. Unterstützung bekamen sie durch Kollegen aus Gera. Quelle: Verdi
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Altenburg

Die Streikwelle im Einzelhandel hält am. Diesen Freitag legten erneut rund 30 Mitarbeiter der Kaufland-Filiale in der Kauerndorfer Allee in Altenburg ihre Arbeit nieder. Von 6 bis 10 Uhr protestierten sie für gerechtere Arbeitsbedingungen und -zeiten.

Die Gewerkschaft Verdi hatte zum abermaligen Protest unter anderem in Ottendorf-Okrilla, Leipzig, Bernburg, Magdeburg und Naumburg aufgerufen. Die allgemeinen Forderungen umfassen den Abschluss eines neuen Tarifvertrages sowie Gehaltserhöhungen und richten sich vornehmlich an die Baumarktkette Obi. Gegenüber der Supermarktkette Kaufland, deren Angestellte noch immer nach Tarif bezahlt werden, fordert die Gewerkschaft mehr Arbeitsstunden und eine Abkehr von den gegenwärtigen Umstrukturierungsmaßnahmen. „Kaufland versucht, durch Änderungen in den bewährten Arbeitsabläufen mehr Umsatz mit der gleichen Menge an Personal bei weniger Arbeitszeit zu machen“, erklärt Bettina Penz das Anliegen der Streikenden. Unterstützung erhielten die Altenburger durch Kollegen aus Gera, wo bereits am Donnerstag Kaufland-Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt hatten. „So kamen wir in Summe auf etwa 80 Personen. Beim gemeinsamen Streikfrühstück konnten die Teilnehmer dann ihre Erfahrungen austauschen“, so Penz.

Der Betrieb der Filiale wurde derweil fortgesetzt: Der Markt eröffnete planmäßig um 7 Uhr, laut Penz waren zu diesem Zeitpunkt etwa sechs Angestellte aktiv. Ob darunter auch Streikbrecher waren, lasse sich nicht mit Gewissheit sagen, sei aber zu vermuten, da dies bereits zur Arbeitsniederlegung in der vergangenen Woche der Fall war und zudem zusätzliche Arbeitskräfte von außerhalb angefordert wurden. „Kaufland setzt alles daran, den Betrieb am Laufen zu halten und das öffentliche Image zu wahren“, meint Penz. „Das führt manchmal sogar dazu, dass in bestreikten Märkten mehr Personal als in unbestreikten arbeitet.“ Passanten und Kauflandkunden hätten, so Penz, den Streikenden und ihren Anliegen „ausschließlich Zustimmung entgegen gebracht. Einige Kunden sind sogar direkt weitergefahren, um ihren Einkauf an anderer Stelle zu tätigen.“

Schon seit Wochen legen zahlreiche im Einzelhandel Beschäftigte regelmäßig ihre Arbeit nieder. „Die Arbeitsbedingungen in der Branche müssen sich deutlich verbessern. Man kann nicht einfach zusehen, wie fast 70 Prozent der Einzelhandelsbeschäftigten in der Altersarmut landen“, teilte Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago mit. Betroffen sind neben Kaufland und Obi auch H&M, Esprit, Ikea, Edeka, Netto und Aldi.

Von Christian Neffe

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