Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Pilzsammler finden in diesem Herbst recht wenig
Region Altenburg Pilzsammler finden in diesem Herbst recht wenig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 30.09.2018
Der Gemeine Schwefelporling ist in diesem Jahr – wie viele andere Speisepilze auch – kaum zu finden. Quelle: Daniela Tröger
Altenburg

 Seine Pilzausstellung auf der Kirmes in Rositz hat Dietmar Löffler aus Lucka in diesem Jahr schon abgesagt. Normalerweise stellt der Pilzsachverständige und begeisterte Sammler dort jeden Herbst über 50 Pilzarten aus, die er in heimischen Wäldern gefunden hat. In diesem Jahr wären es aber höchstens drei bis vier. „Das hat ja keinen Sinn. Für Pilzfreunde war es ein schlechtes Jahr“, sagt Löffler enttäuscht.

Nur drei bis vier Pilzarten in diesem Herbst

Wie überall sonst in Thüringen hat der heiße, trockene Sommer auch im Altenburger Land das Wachstum verhindert. Pilze wachsen am besten an nassen Standorten, doch Niederschlag gab es wenig in den vergangenen Monaten. Und der Regen, der herunterkam, blieb quasi im Geäst der Bäume hängen und erreichte die Pilze am Waldboden gar nicht, erklärt Löffler. „Das letzte Mal hatten wir so etwas im Jahr 2003“, erinnert er sich. Die vergangenen Jahre hätte man hingegen viele Pilze in den Wäldern entdecken können.

Nur an einigen, nassen Stellen könne man auch in diesem Jahr Butterpilze oder Goldröhrlinge finden. „Selbst die Stockschwämmchen, die bei uns eigentlich häufig zu finden sind, sind in diesem Jahr vertrocknet“, sagt Pilzexperte Löffler. Normalerweise wachsen im Altenburger Land um die 2000 verschiedenen Pilzarten, von denen etwa 200 essbar sind. „Aber nur 50 davon schmecken auch wirklich gut“, verrät der 79-Jährige, der selbst schon 1400 Pilzarten in heimischen Wäldern gefunden hat.

Thüringen bietet eigentliche beste Voraussetzungen für Pilze

Thüringen gilt bei vielen Pilzliebhabern mit seinen über 4300 verschiedenen Arten als „Pilz-Eldorado“ – und das, obwohl Trockenheit aufgrund der regionalen Klimaverhältnisse im Sommer hier nicht ungewöhnlich ist. Denn einige der Arten, die hier wachsen, gelten als thermophil, sind also wärmebedürftig. Und nicht nur auf das Wetter kommt es an – auch auf die Böden. Nach Informationen des Naturkundemuseums Mauritianum Altenburg verursachen die geologischen Verhältnisse der Region „ein kleinräumiges Mosaik verschiedenster Böden“, so dass auf recht engem Raum Pilze verschiedenster Ansprüche ihren Platz finden.

An bestimmten Orten in Thüringen lassen sich zahlreiche Arten der seltenen Haarschleierlinge, oft auf den stark basischen, flachgründigen Muschelkalkböden finden. Andere Arten erscheinen eher auf Löss oder sauren Böden auf Buntsandstein. Auf mageren, naturbelassenen Wiesen und Trockenrasen können lebhaft gefärbte Saftlinge und Rötlinge wahre Farbfeuerwerke hervorbringen, wobei zahlreiche Arten wiederum entweder an Kristallingesteine, Buntsandstein oder Muschelkalk gebunden sind. Das Pilzwachstum hängt also vor allem von Geologie und lokalem Klima ab. Und auch auf ein trockenes Jahr kann wieder ein pilzreiches Jahr folgen – wenn es nur ausreichend warm und nass ist.

Saison wohl nicht mehr zu retten

Hoffnung darauf, dass das Herbstwetter diese Saison noch rettet, gibt es allerdings wenig. „Selbst ein regenreicher Herbst hilft nur, wenn die Temperaturen einigermaßen mild bleiben“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand und selbst routinierter Pilzsammler. Der September hatte viele trocken-warme Tage. Und selbst wenn der Oktober noch reichlich Regen bringen sollte, dann ist das oft mit tieferen Temperaturen und ersten Frösten verbunden. „Das rettet die diesjährige Pilzsaison nicht mehr“, ergänzt Gebhardt.

Dietmar Löffler hofft indes noch auf die Landespilzausstellung in Ilmenau, die in diesem Jahr vom 10. bis zum 12. Oktober statt findet. Dort werden in der Regel zwischen 500 und 600 Pilzarten aus Thüringen ausgestellt. „Aber ich fürchte, die Aussichten sind nicht gut“, so Löffler.

Von Pia Siemer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Neben der Geraer und der Leipziger Straße wird die Puschkinstraße in Altenburg zum nächsten Nadelöhr. Wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte, wird die verkehrsreichste Straße der Skatstadt wegen Bauarbeiten in den Herbstferien zur Einbahnstraße.

26.09.2018

Der neue Integrationsmanager des Altenburger Landes heißt Andreas Strahlendorf. Der 48-Jährige tritt am 1. Oktober die Nachfolge von Ivy Bieber an, die das Landratsamt Ende Juni auf eigenen Wunsch verlassen hatte.

26.09.2018

Im Juni vergangenen Jahres wurde im Jobcenter Altenburger Land die elektronische Akte einführt. Tonnenweise Papier wurde dadurch abgeschafft. Doch nun lähmt eine Technikpanne sämtliche Jobcenter im Bundesgebiet – mit Auswirkungen auch für viele Arbeitslose im Landkreis.

26.09.2018