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Altenburg Kees Schipper gibt Blues-Rock-Lehrstunde im Altenburger Pub
Region Altenburg Kees Schipper gibt Blues-Rock-Lehrstunde im Altenburger Pub
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21:00 20.10.2017
Spielfreude pur: Kees Schipper (l.) und seine Mitmusiker legten sich über drei Stunden lang ins Zeug. Quelle: Foto: Jens Paul Taubert
Altenburg

Über drei Stunden Musik für die Zuhörer zu machen, diese dabei nicht zu langweilen und in dieser Zeit dann auch noch selbst jede Menge Spaß zu haben, ist kein einfaches Unterfangen. Scheinbar spielend leicht gelang dem in Altenburg nur zu gut bekanntem Blues-Gitarristen Kees Schipper und seinen beiden Mitstreitern dieses Kunststück am Donnerstagabend im Finnegans Irish House. Im bis fast auf den letzten Sitzplatz belegten Saal kochte die Stimmung bei Bluesklassikern und Evergreens der Rockgeschichte bis in die späten Abendstunden.

Wenn der Meister ruft, dann kommen sie alle – immer und immer wieder. Kees Schipper, nach eigenen Angaben schon zum 31. Mal in Mitteldeutschland auf Tour, ist hierzulande bekannt wie ein bunter Hund und dass er immer wieder gerne hier herkommt, um für seine Fans und Freunde Musik zu machen, das merkt man gleich. Das zeigt schon das Lächeln im Gesicht aller drei Musiker, das den ganzen Abend über nicht verblassen sollte. Und gleich zum Einstieg fügt der niederländische Gitarren-Zauberer mit den mittlerweile leicht ergrauten Locken verschmitzt jugendlich-lächelnd hinzu, dass er ja noch locker 30 Jahre Zeit für weitere Touren habe. Wer diesen Abend mit viel Energie und klasse Musikern erlebt hat, möchte gerne zustimmen, auf dass es noch lange so weitergehen möge.

An seine Seite hatte er sich für die kleine Besetzung Paul Kruis (Akustik-Gitarre) und Co Vergouwen (Keys) geholt. Beides ohne Zweifel Top-Musiker! In den drei Sets unternahm das Trio eine oftmals rockige, aber in einigen Songs auch sehr gefühlvolle Reise durch die Musikgeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Schipper hatte sowohl seine Klassiker als auch frische Stücke der neuen Schipper & Bemanning-CD „Still Rolling With The Times“ im Gepäck. Und die Songs brachten die Drei so freudig und engagiert, dass sich das Publikum von ganz alleine von der Spielfreude anstecken ließ und ab dem dritten Song, einem Bluesklassiker von Robert Johnson aus dem Jahr 1932, ganz von selbst und ohne das oftmals nötige motivierende Ansprechen durch den Künstler mitklatschte und -sang.

Kein Wunder, bei den eingängigen Grundtakten, welche das Trio durch gekonnte Fills mit Leben erfüllte. Als i-Tüpfelchen obendrauf gab es dann die rauchig-tiefe Stimme des Altmeisters, die wunderbar mit den in höheren Tonlagen angesiedelten Stimmen seiner Nebenleute harmonierte. Auch an diesem toll aufeinander abgestimmten Harmoniegesang merkt man, dass hier echte Profis am Werk sind, die es stets schaffen, etwas Schweres spielend leicht aussehen und perfekt klingen zu lassen. Mal ganz abgesehen davon, dass Vergouwen nicht nur toll singen kann, sondern auch als mit halsbrecherischer Sicherheit agierender Tastenwirbler mit einem tollen, wenn auch leider nicht analog erzeugten Hammond-Orgel-Sound überzeugt. Und dass Kruis ein ausgezeichneter Gitarrist ist, blitzt an vielen Stellen, in denen er ganz selbstverständlich aus seiner Rhythmus-Gitarre ein Solo-Instrument macht, durch. Alles in allem harmonieren die Drei in den liebevoll für kleine Besetzung arrangierten Stücken einfach wunderbar und dass es ihnen Spaß macht, gemeinsam auf Tour zu gehen und auf der Bühne zu stehen, sah man in jeder Sekunde des Auftrittes.

Neben eigenen Songs des neuen Albums, wie etwa „Flip, Flop & Fly“, hatte man viele Cover-Versionen zeitloser Klassiker mit im Gepäck. Und, auch das ist natürlich eine Kunst, die Songs mit der eigenen Handschrift versehen, ohne sie am Ende jedoch völlig zu entfremden und ihnen ihren eigenen Charakter zu rauben.

Bei der ausdauernden Reise quer durch die internationale Musikgeschichte konnte man dann den J.J. Cale-Klassiker „Call Me The Breeze“ genauso wiedertreffen wie „Albatross“ von Fleetwood Mac. Bei Letzterem wurde es richtig still im Raum. Ein gutes Zeichen dafür, dass an diesem Abend Menschen gekommen waren, die gespannt der Musik zuhören wollten und nicht nur zum Quatschen ins Pub kamen. Ein aufmerksames, wie auch lockeres Publikum, dass der Blues-Legende aus dem Nachbarland ein permanent vorhandenes Lächeln auf das Gesicht zauberte.

Auch wenn es eigentlich müßig ist, an einem solch überzeugenden Abend überhaupt ein Haar in der Suppe zu suchen, so war vielleicht der Drum-Computer an manchen Stellen doch etwas zu viel des Guten, denn die drei ausgezeichneten Mucker würden auch ohne technische Unterstützung ihren Takt halten und ordentlich grooven. Wahrscheinlich verleitet die kleine Besetzung dazu, etwas mehr aufzufahren, als man eigentlich müsste. Aber am Ende waren alle zufrieden und gingen freudig nach Hause in der Gewissheit, dass das sicher nicht das letzte Kees-Schipper-Konzert in Altenburg gewesen sein wird. Denn immerhin hat der Meister ja noch mindestens 30 Jahre vor sich.

Von Thomas Trummer

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