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"Kein Grund zur Aufregung"

"Kein Grund zur Aufregung"

Die Saller-Gruppe Weimar plant den Bau von mehreren teils großen Verkaufseinrichtungen am Stadtrand und in der Innenstadt von Altenburg sowie im Windischleubaer Gewerbegebiet Fünfminutenweg.

Altenburg/Windischleuba.

Mit dieser Kombi-Lösung soll die Skatstadt animiert werden, ihren Widerstand gegen ein nunmehr abgeändertes Saller-Projekt in Windischleuba aufzugeben.

 

In seiner Rede zum Neujahrsempfang hatte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) kürzlich damit überrascht, dass ein Investor seine geplante Einzelhandelsinvestitionen von Windischleuba nach Altenburg verlagert. Damit hatte Wolf offenbar die Saller-Gruppe gemeint, die in seiner Nachbargemeinde den Bau eines 4000 Quadratmeter großen Markts auf dem Obi-Parkplatz beantragt hat.

 

Sollte der Oberbürgermeister den Eindruck erweckt haben, dass Altenburg seinen Nachbarn einen Investor abgeworben habe, so treffe dies nicht zu. Das erklärte Josef Saller, Chef der gleichnamigen Bau-Firma, gestern der OVZ. Richtig sei, dass in beiden Gemeinden investiert werden soll und zwar umfangreicher als bislang geplant. "Wir bleiben in Windischleuba und gehen auch nach Altenburg. Es besteht kein Grund zur Aufregung", sagte der Unternehmer.

 

Konkret will Saller an seinem geplanten Vorhaben festhalten und in Windischleuba ein Einkaufszentrum errichten. Dieses soll in einem 5000 Quadratmeter großen und teilweise leer stehenden Hallenkomplex entstehen, der sich an den Obi-Markt anschließt. Vorgesehen ist die Einrichtung für ein sogenanntes nicht innenstadt-relevantes Sortiment, wie beispielsweise Möbel, Teppiche, größere Elektro-Geräte und Tapeten. Zusätzlich ist ein Neubau geplant, der auf dem jetzigen Obi-Parkplatz errichtet werden soll. Hier plant Saller einen Lebensmittelmarkt mit einer Fläche von weniger als 800 Quadratmeter. Damit wird dem Wunsch der Windischleubaer nach einem bislang nicht vorhandenen Supermarkt entsprochen, für den keine Zustimmung Altenburgs nötig ist.

 

Zweitens plant Saller nunmehr den Bau eines Fachmarktes für zum Teil innenstadt-relevante Produkte, wie hauptsächlich Textilien und Schuhe im mittleren und unteren Preissegment. Also jenes Sortiment, das zuvor in Windischleuba angeboten werden sollte. Dieser Markt soll am Stadtrand entstehen. Möglich ist ein vom Oberbürgermeister ins Spiel gebrachter Bauplatz im Gewerbegebiet Nord-Ost. "Der genaue Ort steht noch aber nicht fest", sagte Saller. Zusätzlich ist hier ein großer Supermarkt vorgesehen. Die genaue Größe ist bislang unklar, sie liegt jedoch über 800 Quadratmetern. Für diese Vorhaben am Stadtrand wäre ein Bebauungsplan nötig, für die Märkte in Windischleuba reichen Baugenehmigungen.

 

Drittens will Saller einen Einkaufsmarkt mit Parkplätzen in der Altenburger Innenstadt errichten. Größe und Lage stehen noch nicht fest. Das Angebot hänge davon ab, "wer es mieten will", sagte Saller. Er bezeichnete die vom Oberbürgermeister genannte Fläche zwischen Spiegelgasse und Josephinum gegenüber dem Areal am Markt als einen favorisierten Standort, über den aber ebenso noch nicht entschieden ist. Der genaue Platz hänge von verschiedenem Faktoren ab, wie Grundstücksbesitzer sowie Auflagen des Denkmalschutze oder Lärmgutachten. Der Investor erklärte, dass er mit dieser Investition dem Anliegen von OB Wolf nach einer Belebung der Innenstadt entgegenkommt.

 

Angaben zu den Kosten der Investitionen und einem Zeitplan machte Saller nicht. Sein persönlicher Wunsch sei, dass man Ende 2015 oder auch 2016 fertig ist. Viel hänge davon ab, wie schnell der Stadtrat beispielsweise den Bebauungsplan für die Stadtrand-Flächen vorantreibt. Ausdrücklich erklärte Saller, dass es sich bei allen drei Standorten um eine Kombi-Lösung handelt, die entweder gemeinsam oder gar nicht entstehen. Er werde sich keinesfalls die Rosinen herauspicken und nur dort bauen, wo es am einfachsten ist und man am schnellsten anfangen kann.

 

Mit dem Kombi-Modell will Saller den Weg für seine ins Stocken geratene Investition in Windischleuba freimachen. Seinen Worten zufolge sei die Stadt mit prominenten Anwälten dagegen vorgegangen. Aus seinen Erfahrungen wisse er, dass ein solcher Streit nach zehn, mitunter erst nach 17 Jahren entschieden ist. Solange wolle er nicht warten. Mit der Verlagerung eines Teils des Sortiments von Windischleuba nach Altenburg und dem Bau des City-Marktes komme er den Wünschen von Oberbürgermeister Wolf entgegen. Im Gegenzug gehe er davon aus, dass die Stadt ihre Klage zunächst ruhen und später auch fallen lässt. Ob es zu den Investitionen kommt, hänge aber auch von den Verantwortungsträgern der Stadt ab, sagte Saller.

 

Auf dieses Problem hatte Oberbürgermeister Michael Wolf in seiner Rede zum Neujahrsempfang bereits hingewiesen: "Der Stadtrat hat es nun in der Hand, mit einem neuen Flächennutzungsplanverfahren im Gewerbegebiet und mit der Ausschreibung des Quartiers 15 einen entscheidenden Schritt zur Einzelhandelsbelebung der Stadt durchzuführen." © Kommentar

Jens Rosenkranz

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