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Kein Platz für Flüchtlinge: Nachbarn lassen Altenburg und Schmölln allein

Kein Platz für Flüchtlinge: Nachbarn lassen Altenburg und Schmölln allein

Im Luckaer Rathaus habe das Landratsamtes noch gar nicht angefragt, Flüchtlinge unterzubringen, erklärt Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn (parteilos).

"Wir haben bisher keine und ich weiß auch nicht, dass wir welche unterbringen sollen". Sie wisse auch nicht, dass private Vermieter der Stadt in Verhandlungen mit der Ausländerbehörde stehen. "Ich weiß aber vom Notstand im Landratsamt, und wir wären bereit, Flüchtlinge aufzunehmen." Kapazitäten sehe sie jedoch nicht. "Wir haben bei der städtischen Wohnungsgesellschaft kein Problem mit Leerstand, weil wir viel abgerissen haben." Komme die Anfrage vom Kreis, werde sie auf die Suche gehen. "Aber das ist keine Frage des Wollens, sondern des Könnens."

 

Ähnlich sieht es in Nobitz aus. "Wir selbst haben keine Unterkünfte, die wir zur Verfügung stellen können", sagt Gemeindechef Hendrik Läbe (SPD). "Die Anfrage vom Landratsamt zur Aufnahme, gab es schon." Der Bürgermeister sieht nur Möglichkeiten in Klausa, aber die dortigen Häuser gehören der Altenburger Wohnungsgenossenschaft. "Wenn ein privater Vermieter Unterkünfte anbietet, finde ich das gut", so Läbe. "Wir stehen in Kontakt zum zuständigen Amtsleiter." Und Landrätin Michaele Sojka nutze die Möglichkeit der kurzen Kommunikation.

 

Das kann der Gößnitzer Bürgermeister Wolfgang Scholz (Initiative Städtebund) nicht bestätigen. Er wurde auch nicht informiert, als die ersten Flüchtlinge in seiner Stadt in einer privaten Unterkunft untergebracht wurden. "Das finde ich nicht gut", sagt Scholz, dessen Stadt seit der Insolvenz der eigenen Wohnungsgesellschaft nicht mehr über eigenen Wohnraum verfügt. "Mir ist nicht bekannt, ob und wie private Vermieter das mit dem Landratsamt regeln."

 

Keine Möglichkeiten, Flüchtlinge in seiner Gemeinde, speziell im kommunalen Wohnungsunternehmen Rositzer Wohnbaugesellschaft, unterzubringen, sieht Bürgermeister Steffen Stange (parteilos). Möglich wäre dies lediglich in den Wohnblöcken in Schelditz, die aber bekanntlich mit vergiftetem und stinkenem Grundwasser belastet sind, das immer weiter steigt. "Wir können nicht auf der einen Seite Mieter dort zum Auszug drängen und auf der anderen Seite die Wohnungen dann Flüchtlingen anbieten", erklärt der Bürgermeister. Für ihn sei klar, das eine Sanierung keine mittelfristige Option für eine Unterbringung ist. "Darauf warten wir seit 2002", und deswegen werde es auch noch eine ganze Zeit lang dauern. Ansonsten seien dem Bürgermeister leer stehende Wohnungen in Rositz nicht bekannt, auf die die Gemeinde Einfluss hätte. Ihm sei bewusst, dass seine Gemeinde dem Landkreis bei der Aufnahme von Asylbewerbern nicht helfen könne. "Aber jeder weiß, dass wir in Rositz selbst genügend eigene Probleme haben."

 

Der zweitgrößte Vermieter in Rositz ist die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). Doch von den vorhandenen 190 Wohnungen seien nahezu alle belegt, erklärt LEG-Sprecher Holger Wiemers. Falls eine frei werde, gebe es meist zeitnah einen neuen Mieter. Allerdings verfüge seine Gesellschaft in Altenburg über ein ehemaliges Hotel in der Barlachstraße mit 24 Wohneinheiten. Dies habe man dem Landratsamt als Aslybewerberunterkunft angeboten. Gespräche dazu liefen. © Kommentar

Jens Rosenkranz, Thomas Haegele

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