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Kein Schnickschnack - nur er

Kein Schnickschnack - nur er

Es war eine Veranstaltung der absoluten Extraklasse, dieses Benefizkonzert zugunsten des Altenburger Paul-Gustavus-Hauses mit dem Münchner Geiger Florian Sonnleitner.

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Florian Sonnleitner bei seinem Konzert in der Altenburger Agnes-Kirche.

Quelle: Jens Paul Taubert

Alles passte an diesem außergewöhnlichen Konzertabend: die Auswahl der Stücke, die expressive Stimmung in der Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche und natürlich das perfekte Spiel des langjährigen ersten Konzertmeisters im Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

 

Sein Auftritt hinterließ im ersten Moment einen außergewöhnlichen, fast spartanisch anmutenden optischen Eindruck: Ein völlig in schwarz gekleideter Mann stand einsam auf dem abgedunkelten Platz vor dem Altar. Lediglich ein Scheinwerfer erhellte sein Notenpult, obwohl er das gesamte Programm mehr oder weniger auswendig vortrug. Kein zusätzliches Licht, keine großen Blumenarrangements oder gar brennende Kerzen auf dem Altar. Mit seiner kostbaren Geige aus dem Jahr 1748 von Giuseppe Giovanni Battista Guarneri und der vorgetragenen Musik von Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach für Violine ohne jegliche Begleitung füllte er den Kirchenraum.

 

Mehr noch: Er faszinierte vom ersten Ton an. Natürlich kam ihm die wunderbare Kirchenakustik entgegen. Dabei stellt diese auf ein Minimum an klanglichem Aufwand reduzierte Musik keinesfalls jedermanns Sache dar. Es ist Kammermusik vom Feinsten, aber zugleich auch mit sehr hohem künstlerischen Anspruch. Florian Sonnleitner fühlt sich der historischen Aufführungspraxis verpflichtet, ohne dabei zu übertreiben. Er spielt in der historischen Stimmung, im sogenannten tiefen Dresdner Kammerton und mit einem Geigenbogen aus dem frühen 19. Jahrhundert, jedoch auf modernen Stahlsaiten. Trotzdem besticht sein Spiel durch den warmen und runden Klang seiner Guarneri-Geige. Er setzt dann und wann deutliche Akzente, geht aber sehr sparsam mit dem Vibrato um und weiß sich auch bei den leisesten Passagen zurückzunehmen, um dann plötzlich so richtig loszulegen, wenn es der Notentext verlangt.

 

Zentrales Werk war die bezaubernde Partita h-Moll von Bach. Dieses halbstündige Werk trug er technisch makellos und mit einer unglaublichen Intuition und Konzentration vor. Nach Bach hatten es die Fantasien von Telemann wahrlich schwer, zu bestehen. Aber Sonnleitner blieb auch dieser Musik nichts schuldig, musizierte liebevoll jedes noch so kleine Detail und erweckte die oft etwas belanglos daherkommenden Klänge zu erfrischendem Leben.

 

Dabei zog dann und wann ein sanftes Lächeln über sein Gesicht, wenn die Musik sehr heitere Züge offenbarte. Trotz dieser nicht gerade leichten musikalischen Kost lauschte das Publikum gebannt und begeistert den Geigenklängen. Da blieben am Ende völlig zu Recht Bravorufe nicht aus. Sonnleitner ließ es sich nicht nehmen, nochmals mit einem fulminanten Bach aufzuwarten, nämlich mit dem Praeludium aus der Partita in E-Dur, einem unglaublich virtuos dahineilenden Stück, das es auch in einer Orgelversion gibt und von den Organisten gleichermaßen gefürchtet wird.

Felix Friedrich

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