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Keine Zeit für Freizeit

Keine Zeit für Freizeit

Das Landratsamt als Schulträger wolle die Probleme nicht erkennen, denn so brauchte die Behörde auch keine lösen, klagt eine betroffene Mutter aus Langenleuba-Niederhain, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte.

Beispielsweise erklärte der zuständige Fachdienst, es gibt zwei Linien für die Schüler. Aber nur die Buslinie 301 sei relevant. "Die andere, vom Amt angeführte Linie 325 führt nicht ins Zielgebiet."

 

Außerdem verwahren sich die Eltern gegen die Behauptung, sie würden erwarten, Heimfahrtmöglichkeiten für ihre Kinder nach fakultativen oder sonstigen außerunterrichtlichen Veranstaltungen zu bekommen. "Die Eltern haben lediglich beim regulären Schulende ein Problem." Danach kämen ihre Kinder nicht oder mit einem nicht zumutbarem Zeitaufwand nach Hause.

 

Momentan seien die Kinder von freiwilligen außerunterrichtlichen Veranstaltungen weit entfernt. Denn die Kinder besuchen zwar keine Ganztagsschule, haben aber dennoch den ganzen Tag Schule. Ihnen fehle so schlichtweg die Zeit zur Regeneration, zur Freizeitgestaltung und für Hobbys.

 

Des Weiteren sei es nicht so, dass nach Schulende um 15.20 Uhr nur 45 Minuten vergehen, bis ein entsprechender Linienbus die Heimreise ermöglicht. Laut einer Thüringer Richtlinie sind maximal 60 Minuten für die einfache Wegstrecke, inklusive Warte- und Fahrzeiten, für Schülern zumutbar. "Das ist in diesen Fällen fast allein durch die Wartezeiten erreicht." Die morgendliche Tortur von bis zu 90 Minuten würden Kinder und Eltern hinnehmen und nicht monieren.

 

Doch die Heimreise bei einem regulären Schulschluss um 15.20 Uhr kann erst 16.15 Uhr ab Busbahnhof Altenburg angetreten werden. Diese endet dann 16.43 Uhr in Langenleuba-Niederhain. Dies heißt, exakt nach 88 Minuten Fahr- und Wartezeit. Aber dann sind noch immer nicht alle Schüler zu Hause. Nach Ansicht der betroffenen Eltern könne sich die Altenburger Behörde in ihrer Beurteilung der Situation nicht allein auf die reinen Fahrtzeiten beziehen und die entstehenden Wartezeiten der Kinder ausblenden.

 

Ferner lasse sich das vorgebrachte Argument, dass vier Busverbindungen in der Zeit zwischen 13.55 Uhr bis 16.15 Uhr verkehren, "nur mit Humor ertragen". Es sei zwar richtig, dass es diese Verbindungen gibt. Nur können die Kinder diese fast nicht nutzen, weil drei der Linien bereits vor Schulende Altenburg verlassen. Richtig sei hingegen auch, dass in der Zeit von 15 Uhr bis 16.15 Uhr überhaupt kein Bus der Linie 301 in Altenburg abfährt.

 

Worüber sich die Eltern freuen und was sie hoffen lässt, ist die versprochene Suche nach Kompromissen. "Es sollte sich jedoch vor der Lösungsfindung zunächst ein realistisches Bild von den Tatsächlichkeiten gemacht werden", fordert die Mutter. Anfeindungen und praxisferne Ratschläge seien demgegenüber nicht hilfreich. Denn es gehe ja darum, die Kinder mit dem öffentlichen Personennahverkehr im zumutbaren Zeitrahmen zur und von der Schule zurück zu befördern.

 

Deshalb meinen die Eltern: Ein familienfreundlicher Landkreis sollte sich verpflichtet fühlen, den Familien, die hier zu Hause sind, das Leben zu erleichtern. Immerhin ist es heute möglich, in 39 Minuten von Altenburg nach Leipzig zu gelangen, aber die Schulkinder benötigen mindestens 88 Minuten für den Heimweg ins Wieratal.

Jörg Reuter

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