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Kenias Altenburger-Land-Schule steckt im Wachstum

Vereinsprojekt Kenias Altenburger-Land-Schule steckt im Wachstum

Die von Vereinsleuten aus dem Altenburger Land initiierte Schule im kenianischen Mombasa soll in absehbarer Zeit weiter wachsen. Allerdings gibt es bei der Beantragung von Fördermitteln immer wieder Schwierigkeiten, über die Vereinschef Gunter Nehrig zur jüngsten Mitgliederversammlung berichtete.

Die Bildungsstätte in Mombasa hat derzeit rund 220 Schüler.

Quelle: privat

Altenburg/Mombasa. Die Prioritäten im kenianischen Schulalltag sind andere als in Deutschland. Gunter Nehrig, der erst am Mittwoch wieder aus Mombasa zurückkam, kann viel davon erzählen. Ihr müsst vor allem schnell rennen können, werde den Kindern gesagt. Die Bedeutung des rechten Winkels oder der Umgang mit Hammer, Bohrer und Säge spiele kaum eine Rolle. „Deshalb“, erklärt der Vorsitzende des Altenburger Vereins education4kenya, „legen wir Wert auf die polytechnische Ausbildung.“ Die rund 220 Kinder, die derzeit an der „Elimu ya kenya school Altenburger Land“ lernen, haben dort unter anderem ein Fachkabinett für Holz- und Metallbearbeitung sowie einen Nähmaschinenraum. Und dank Spenden aus Ostthüringen kann regelmäßig in Material, Werkzeug und Reparaturen investiert werden.

„Allein in diesem Jahr sind schon wieder 8650 Euro an Spenden zusammengekommen“, bilanzierte Vereins-Vize Gerd Müller am Mittwochabend auf der Mitgliederversammlung. Geld, das zusätzlich zu den Patenbeiträgen floss, die jährlich 300 Euro pro Kind betragen. „Es macht sich sicher auch bemerkbar, dass wir dieses Jahr ein ganzes Stück bekannter geworden sind.“

Die Fotoausstellung „Karibu“, die im Frühjahr in Altenburg die inzwischen mehr als zehnjährige Bildungsarbeit des Vereins in Kenia vor Augen führte, ist zur Wanderausstellung geworden, wurde in Schulen und Rathäusern gezeigt und hängt demnächst auch in Arztpraxen und bei der Sparkasse. Der Freistaat Thüringen hat einen Anteil daran, finanzierte Bilderrahmen mit Lottomitteln. Finanzministerin Heike Taubert (SPD) schob am Mittwoch beim Vor-Ort-Besuch noch den symbolischen Scheck nach. „Es ist schön, dass Sie alle – im besten Sinne – verrückt sind und sich sozial engagieren“, würdigte Taubert vor versammelter Mitgliederrunde.

Manchmal ist es aber eben auch zum Verrücktwerden, wenn praktische Ideen an der Theorie scheitern. Gunter Nehrig nutzte die Chance des Ministerinnenbesuchs, um auf politische Verwerfungen aufmerksam zu machen. „Man hat es als Nichtregierungsorganisation in Deutschland extrem schwer, Förderanträge bewilligt zu bekommen – weil sich Gesetze immer wieder ändern und weil bei Entscheidern im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit mitunter das Verständnis fehlt“, so Nehrig. Dass Projekte nur einmal gefördert werden dürfen, sei zum Beispiel so ein Unding.

Schließlich steckt die Altenburger-Land-Schule in Kenia, genauso wie ihre Schüler, noch in der Entwicklung. Weil in den letzten Jahren Überschwemmungen durch Starkregen zugenommen haben, soll in eine effektivere Entwässerung des Schulgeländes investiert werden. Und in eine umfriedende Mauer, die vor Dieben und Kindesentführern besseren Schutz bietet als der Maschendrahtzaun. Außerdem werde die Schülerzahl 2018 voraussichtlich wachsen und auch Erwachsenenbildung eine Rolle spielen – „damit die Eltern verstehen, was wir da tun, und ihre Kinder noch mehr unterstützen“.

„Vielleicht“, warf Ministerin Taubert ein, „kann ja die Peter-Krämer-Stiftung helfen, die sich den Bildungschancen in Afrika verschrieben hat. Ich werde mal schauen, ob ich da was vermitteln kann.“

Von Kay Würker

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