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Kinder als kickende Stars - 100 Nachwuchs-Fußballer bei zwei Feriencamps in Altenburg

Kinder als kickende Stars - 100 Nachwuchs-Fußballer bei zwei Feriencamps in Altenburg

Ferienzeit ist Fußballzeit. Das gilt zumindest für 100 Kinder und Jugendliche aus dem Altenburger Land, die sich diese Woche ganz der Königsdisziplin des Sports widmen.

Altenburg.

Während beim Camp von Motor Altenburg im alten Waldstadion 40 Teilnehmer von sechs bis zwölf Jahren noch bis heute Technik, Taktik und Fitness trainieren, sind es bei Lok Altenburg auf dem Plateau bis morgen 60 im Alter von fünf bis 16 Jahren.

 

Dass beide Vereine trotz ihrer Spielgemeinschaft getrennte Camps anbieten, ist weder ein Zeichen von internen Unstimmigkeiten, noch von Fehlorganisation. Denn die Nachwuchsabteilungen beider Klubs waren mit den Vorbereitungen dafür schon lange fertig, als die Zusammenarbeit beschlossen wurde. "Die Spielgemeinschaft wurde erst gegründet, als wir schon fertig waren", sagt Motors Nachwuchschef Steffen Dieg. "Man kann das sicher nächstes Jahr zusammen und auch anders machen." Wie, das werde man sehen. "Es muss sich alles erst finden."

 

Das sieht auch Angela Schüngel, die Diegs Pendant bei Lok ist, so. "Wenn sich die Zusammenarbeit gut entwickelt, sehe ich da kein Problem", meint sie und hat auch schon Ideen. "Angesichts der Menge an Kindern könnte man zum Beispiel ein Profi-Camp und eins für Freizeit-Fußballer anbieten."

 

In diesem Jahr jedenfalls gibt es neben vielen Gemeinsamkeiten - etwa der Einteilung nach Alter und Können, der Betreuung der Kinder über die reine Trainingszeit hinaus und der Vermittlung von technischen und taktischen Fußball-Fähigkeiten - auch einige Unterschiede. Während bei Motor ausschließlich ehrenamtliche Trainer und Betreuer aus dem eigenen oder anderen Verein am Start sind, arbeitet Lok daneben auch mit Profis von der Lehrfußballschule (LFS) Deutschland zusammen.

 

"Unsere Trainer haben alle DFB- oder Breitensport-Lizenzen", sagt LFS-Gründer und Inhaber Holger Endberg. "Unser Ziel ist kind- und altersgemäßes Training und die Vereine dabei zu unterstützen, denn oft fehlt es an der Zeit dafür." Deswegen habe man gestern Nachmittag auch einen Trainer-Workshop mit den Coaches des Vereins gemacht. "Aber es geht hier um Breitensport, wir machen keine Talentsichtung." Dennoch bescheinigt er dem hiesigen Nachwuchs ein gutes Level, das etwas über dem bundesweiten Durchschnitt liegt.

 

Die Aufteilung mit Übungen zum Dribbling, Passen, Schuss oder zur Koordination am Vormittag und der spielerischen Festigung des Gelernten am Nachmittag, die bei Motor ähnlich aussieht, kommt jedenfalls gut an. "Ich finde die Einzeleinheiten zur Kondition und zum Kurzpassspiel am besten", sagt der 13-jährige Tom Martin, der aus der Nähe von Brandis kommt, nicht im Verein spielt und durch seinen Cousin zu seinem ersten Lok-Camp kam. "Denn das ist nötig fürs Spiel, auch wenn es sonst nicht sehr beliebt ist." Bei C-Jugend-Torwart Georg-Niklas Kriesche von Lok steht vor allem das Sondertraining für die Keeper hoch im Kurs. "Ich habe die vier Zonen des Schusses beim Stürmer neu gelernt und wie ich mich jeweils zu verhalten habe, zum Beispiel den Winkel zu verkürzen", erzählt der 13-Jährige, dem auch bei seiner sechsten Teilnahme kein bisschen langweilig ist, begeistert.

 

Der mit fünf Jahren jüngste Teilnehmer, Paul-Uwe Kitzmann, hingegen favorisiert das Spielen: "Ich will nächstes Jahr wiederkommen." Papa Uwe nickt und meint: "Er steht jetzt schon jeden Tag um 7.30 Uhr da und fragt, wann er los kann." Das hört Endberg: "Bei uns sind die Kinder die Stars."

 

Bei Motor werden sie zu welchen. Nachdem gestern unter anderem das aus fünf Stationen bestehende DFB-Abzeichen hoch im Kurs stand, gibt es zum heutigen Abschluss ein Mini-Champions-League-Turnier. "Dabei bekommt jedes Team einen Spieler aus jeder Altersklasse zugelost, es gibt eine richtige Auslosung mit Klubwappen, Lostrommel und allem, was dazugehört", erklärt Dieg. "Bei uns steht der Spaß im Vordergrund, es ist eine Ferienfreizeit."

 

Vielleicht gibt es nächstes Jahr eine gemeinsame Aktion mit Lok. Dann könnten deutlich mehr als 100 Kinder und Jugendliche mitmachen. Die Chancen dafür stehen jedenfalls so gut wie nie zuvor.

Thomas Haegeler

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