Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Kinder testen Museen der Skatstadt
Region Altenburg Kinder testen Museen der Skatstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 28.08.2018
Für die OVZ testeten Nora (9) und Alexander (15), wie kinderfreundlich die Altenburger Museen sind und machten auch im Schloss Halt. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Da steht es schwarz auf weiß und der Reihenfolge des Alphabets entsprechend direkt an erster Stelle in der Kategorie Kultur und Bildung der Familienfreizeitkarte für das Altenburger Land: „Brauereimuseum“. Nicht unbedingt der Ort, der Eltern zuerst in den Sinn kommt, wenn es um einen Ausflug mit den lieben Kleinen geht – und genau deshalb die erste Station der OVZ-Museentester Nora und Alex. 9 und 15 Jahre alt sind sie und beide ziemlich neugierig, was sie im Inneren erwartet.

Erste Station: das Brauereimuseum

Und das ist erst mal jede Menge Text zur Geschichte und Produktion eines Getränks, dem beide altersbedingt nichts abgewinnen können. Sie laufen durch die Dauerausstellung, schauen sich alte Werbung und Gerätschaften an, die für Brauer früher „High-Tech“ bedeuteten und wären in zehn Minuten wieder raus gewesen – ohne Katharina Reinhardt. Denn die Erklärungen der zweiten Braumeisterin macht den Kindern das Bier im übertragenen Sinne schmackhafter. Sie greift sich ein paar der dekorativen Hopfendolden, lässt Nora und Alex daran schnuppern und beantwortet bereitwillig Fragen. „Gibt’s das Sanitätsbier noch, von dem in der Ausstellung die Rede ist“, will Alex wissen. Reinhardt verneint, wobei: „Alkoholfreie Biere kommen dem am nächsten, denn es sind noch alle Vitamine drin, aber kein Alkohol. Und das macht sie zu einer durchaus gesunden Variante.“

Trotz des netten Plauschs mit der Expertin und in Kombination mit einer Führung über das Gelände, wie es sonst von der Brauerei für vorangemeldete Gäste angeboten wird: Vom Hocker haut unsere Tester dieses Museum nicht. „Für Eltern ist das bestimmt spannend, aber nicht für Kinder“, findet Nora. Alex stimmt ihr zu: „Also freiwillig würde ich hier nicht hergehen, auch wenn das Bier natürlich zu Altenburg gehört.“

Zweite Station: das Residenzschloss

Genauso wie das Schloss und seine Spielkarten-Dauerausstellung. Doch bevor unsere Tester die Exponate näher unter die Lupe nehmen, steht erstmal ein Umzug an. Im „Kinderzimmer“ neben dem Shop warten ein paar Kostüme auf kleine Prinzessinnen und Edeljungs. Im rosa Samtkleid mit Diadem im Haar sitzt Nora kurz darauf auf einem bunten Thron Probe und könnte im rosa Samtkleid auch durch’s Schloss wandeln. Ihre Augen leuchten. Verkleidet fetzt Kunst gleich ein bisschen mehr.

Während sie die unterschiedlichen Blätter bestaunen, vermisst Alex etwas Grundlegendes: „Ich sehe hier nirgendwo eine Anleitung, wie man Skat spielt“, sagt der Schüler. Aus gutem Grund, wie Anja Fehre vom Besucherservice ihm kurz darauf erklärt. „1810 bis 1818, also über acht Jahre, wurde das Skatspiel entwickelt. Das ist so komplex, das lässt sich nicht in drei Sätzen erklären“, weiß sie. Trotzdem schade, finden Nora und Alex. Überhaupt: „Hier ist nichts so richtig für Kinder erklärt“, beschwert sich Nora. Dabei spiele sie gerne Karten, also Mau Mau oder Schwarzer Peter und wüsste gern mehr. „Kann man das hier auch ausprobieren?“ Leider nicht.

Anja Fehre verweist auf die immer wieder mal stattfindenden Spieletage im Museum und die Kartenmacherwerkstatt, die immer freitags und samstags um 14 Uhr ihre Pforten öffnet. Auch spannend, aber eben kein Vergleich zu einer kinderfreundlich angelegten, etwas interaktiveren Ausstellung.

Dritte Station: das Mauritianum

Einmal quer durch den Schlosspark erreichen unsere Tester ihre dritte und letzte Station an diesem Nachmittag: das Mauritianum. Das punktet in Sachen Familienfreundlichkeit schon am Eingang, denn der Eintritt ist frei. „Wow, was für ein Riesen-Backenzahn“, entfährt es Nora beim Anblick eines Stück Mammutgebiss. „Kenn ich schon“, kommt es von Alex, der mit seiner Klasse die Dauerausstellung schon mal besucht hat. Treppauf im ersten Stock verfehlt die japanische Riesenkrabbe ihre Wirkung nicht. „Wie groß die ist! Und diese langen Beine“, gruselt es Nora.

Anders als in Brauerei und Schloss verleiten die tierischen Exponate unsere Tester zum Reden. Sie überlegen gemeinsam, wo so eine Krabbe leben könnte, beömmeln sich über den zweirädrigen „Star“, der sich in die Ausstellung zum Vogel des Jahres geschlichen hat und sind sehr begeistert von den Objekten aus der ethnologischen Sammlung „Alte Stücke in jungen Händen“ – was vor allem für Nora auch mit den Quizfragen zu tun hat, die es zu lösen gilt. Kleiner Aufwand, große Wirkung.

Wieder an der frischen Luft, ist die Favoritenfrage schnell geklärt: Das Mauritianum und knapp dahinter Schloss und Brauerei, sind sich die Tester einig. War klar, Tiere gehen immer, wird nun der eine oder andere denken. Ja auch, aber: „Man konnte auch miträtseln, und die Infos waren spannend geschrieben“, befindet Alex und checkt direkt die Fassade des Mauritianums nach einem Samurai-Helm ab. „Bei der Rüstung stand nämlich, dass der zwar verschwunden ist, aber es einen gegeben haben müsste, weil die Fassadengestaltung davon inspiriert wurde.“

Von Maike Steuer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hinter verschlossenen Türen wurde am Freitag heftig über die Zukunft der Schulen im Altenburger Land diskutiert. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte sich zum Arbeitsgespräch angesagt. „Ich habe auch Schulleiter dazugeholt“, berichtete Landrat Uwe Melzer (CDU) anschließend im OVZ-Gespräch.

24.08.2018

Zu einem möglichen Großeinsatz in der Wettinerstraße eilten am Freitagnachmittag die Altenburger Feuerwehren. Doch der Wohnhausbrand stellte sich als ein angebranntes Essen heraus. Dennoch hatte der Zwischenfall Folgen.

24.08.2018

Den diesjährigen Altenburger Denkmalpreis erhalten Kurt und Maria Schlenker aus Ingolstadt für das Gebäude Meißnerstraße 11 für die dortige Fassadengestaltung.

24.08.2018