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Kirchgemeinde Kriebitzsch weiht am Sonntag sanierten Altarraum ein

Schönheitskur Kirchgemeinde Kriebitzsch weiht am Sonntag sanierten Altarraum ein

In Kriebitzsch wird am Sonntag mit einem Festgottesdienst ab 10 Uhr der sanierte Altarraum der Sankt-Veit-Kirche Kriebitzsch eingeweiht. In den vergangenen Monaten investierte die Kirchgemeinde rund 15 000 Euro in den Altarraum, um den Putz und die Wandfarbe zu erneuern. Außerdem wurde die alte Farbfassung dokumentiert und ein Gemälde aus Leesen aufgehängt.

Frieder Wiesner, Erich Riedel und Thomas Wiesner (v.l.) stellen das Taufbecken im sanierten Altarraum an seinen Platz auf.

Quelle: Mario Jahn

Kriebitzsch. Mit einem Festgottesdienst, bei dem Christiane Treibmann die Orgel spielt, wird am Sonntag um 10 Uhr der sanierte Altarraum der Sankt-Veit-Kirche Kriebitzsch eingeweiht. „Im Anschluss gibt es Kaffee und Kuchen, Häppchen und Sekt“, sagt Kirchenvorstandsmitglied Erich Riedel und freut sich über den nun viel freundlicheren Raum, in dem die wertvollen Bleiglasfenster richtig zur Geltung kommen. In den vergangenen Monaten hat die Kirchgemeinde rund 15 000 Euro in den Altarraum investiert.

Dafür konnten der Putz erneuert und der Alterraum gemalert werden. Wie Riedel erklärt, seien bei den Arbeiten auch Überreste einer alten Bemalung aufgetaucht. Offensichtlich war die Kirche farblich nicht immer so schlicht wie heute. „Das Grau stammt von der Sanierung 1962. Damals sollten Kirchen schlicht und keine Prunkbauten sein“, so Riedel. Dementsprechend bekam die Kirche in Kriebitzsch vom Gestühl bis zum Taufbecken einen hellgrauen Anstrich, der nun wenigstens im Altarraum durch ein strahlendes Weiß ersetzt wurde. „Zuvor haben aber die Restauratorinnen Heidi Rinn und Melanie Volker die entdeckte alte Farbfassung dokumentiert, fotografiert und gesichert. Dabei ging es aber nicht darum, die ursprüngliche Farbgebung wiederherzustellen oder sichtbar zu machen“, erläutert Riedel.

So bleibt die eher schlichte Gestaltung des Gotteshauses auch zukünftig erhalten, wodurch die aufwendigen Bleiglasfenster umso mehr in Szene gesetzt sind. Die drei zentralen Glaskunstwerke wurden bereits 2011 aufgearbeitet, die Fenster an den Seiten folgten 2013. Die aufwendige Gestaltung zeugt noch heute davon, wie wohlhabend die Kriebitzscher Großbauern gewesen sein müssen und wieviel ihnen ihre Kirche bedeutete. „Wir nehmen an, dass sie mindestens 800 Jahre ist, natürlich nicht in ihrer jetzigen Form“, sagt Riedel und erzählt, dass es in Kriebitzsch einen Pfarrer gab, der den Friedhof „ein tausendjähriges Gräberfeld“ nannte, weil Knochenfunde bei Arbeiten auf dem Areal darauf schließen ließen.

Aus dem 19. Jahrhundert stammt wahrscheinlich das große Gemälde, das seit kurzem den Altarraum schmückt. Zwar hing an dieser Stelle bereits eine Darstellung der Ostergeschichte, wohl auch vom gleichen Künstler, doch dieses war viel kleiner. Das „neue“ Gemälde stammt ursprünglich aus der Kirche Leesen. Das Dorf musste Mitte der 50er-Jahre dem Tagebau weichen. Wohl unmittelbar vor der Devastierung, so wird angenommen, wurde das Bild aus der abzureißenden Kirche Leesen ins Kirchenkunstarchiv eingelagert. Nachdem die Landeskirche die Bestände verkleinerte, wurde das Kunstwerk zurückgegeben. „Kriebitzsch ist auch kirchlich Rechtsnachfolger von Leesen“, erklärt Pfarrerin Christiane Müller. Deswegen sei die Kirchengemeinde der Eigentümer. Wie Riedel einräumt, seien jedoch die mit Gemälden verbundenen Kosten zur Unzeit aufgelaufen. 500 Euro musste die Kirchgemeinde anteilig für die Reparatur der Schadstellen zahlen. „Für uns war die Sanierung des Altarraums eine große Sache, dafür wurde jeder Euro gebraucht.“

Von Jörg Reuter

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