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Altenburg Kita-Prozess: Altenburger Gericht spricht vier Erzieherinnen frei
Region Altenburg Kita-Prozess: Altenburger Gericht spricht vier Erzieherinnen frei
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19:16 28.04.2015
Nach dem Urteil nehmen die Gefühle ihren lauf. Quelle: Mario Jahn

"Was wir nachweisen konnten, ist nicht strafbar. Und was strafbar ist, konnten wir nicht nachweisen", fasste der Vorsitzende Richter, Sandy Reichenbach, in der Begründung zusammen.

Den vier seit dem 8. April vor Gericht stehenden Frauen wurde vorgeworfen, zum Einschlafen Kleinkinder, darunter auch schwerbehinderte, mit anliegenden Armen in Decken gewickelt und mit zwei verknoteten Windeln eingeschnürt zu haben. Zudem sollen sie zum Essen und Trinken gezwungen worden sein, so dass sie sich erbrachen. Der Freispruch erfolge nicht wegen der erwiesenen Unschuld, sagte Reichenbach. Allerdings seien in der Beweisaufnahme die Voraussetzungen für die Straftaten nicht zweifelsfrei festgestellt worden. Sein Urteil bedeute ebenso nicht, dass die Frauen rechtmäßig gehandelt haben. Das Einschnüren halte er für unzulässig, vor allem, wenn es ohne Einwilligung der Eltern geschah. Bei dem erzwungenen Essen bewegten sich die Beschuldigen auf einer Gratwanderung zwischen dem, was zulässig und was unzulässig ist, sagte Reichenbach.

Staatsanwalt Arnd Knoblauch sprach sich nach den vier Verhandlungstagen ebenfalls für Freisprüche aus. Dass die Vorwürfe nicht zu beweisen waren, lag letztendlich auch an den Erinnerungslücken der Praktikantinnen sowie in den Grenzbereichen zwischen moralischer und strafrechtlicher Schuld.

Die Frauen hatten die Vorwürfe bestritten und mehrmals erklärt, bei ihrem Tun stets das Wohl der Kinder im Sinn gehabt zu haben. Wegen der unbewiesenen Vorwürfe forderte die Verteidigung gleichfalls Freisprüche und kritisierte, dass in Teilen der Öffentlichkeit die Schuld der Angeklagten schon lange vor einer Beweisaufnahme feststand.

Lediglich die Nebenklage, die die Mutter eines der Opfer vertrat, sah sowohl Körperverletzung als auch Nötigung als erwiesen an, obwohl die betreffenden Fälle einer bestimmten Angeklagten nicht konkret nachgewiesen werden konnten. Wegen der für die Beschuldigten sehr belastenden Berichterstattung in einigen Medien forderte die Nebenklage lediglich eine Verwarnung. © Seite 11

Jens Rosenkranz

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