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Klammes Meuselwitz: Bünaurodaer Teich verkommt immer mehr

Zugewachsen Klammes Meuselwitz: Bünaurodaer Teich verkommt immer mehr

Der Teich in Bünauroda ist seit längerem in einem beklagenswerten Zustand. Eine ehemalige Bewohnerin des Ortes ist der Meinung, dass der Anblick einfach nur weh tut. Im Meuselwitzer Rathaus kennt man den Zustand, doch es wird derzeit keine Möglichkeit gesehen, zeitnah etwas zu ändern.

Das dicht gewachsene Schilf lässt in Bünauroda schon lange kaum noch einen Blick auf den Teich zu.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Vom einstigen Teich in Bünauroda ist heute kaum noch etwas zu sehen. Mit Schilfrohr und anderen Wasserpflanzen fast zugewachsen, lässt sich nur noch erahnen, wo das Wasser sein könnte. „Der Anblick tut einfach nur noch weh“, schreibt Annett Bernstein nach ihrem jüngsten Besuch in dem Meuselwitzer Ortsteil, in dem sie viele Jahre lebte.

„Ich kennen den früher noch größeren Feuerlöschteich aus Kindertagen. Es gab hier trotz maroder Mauer immer etwas zu entdecken. Da waren das Eislaufen und Eishockeyspielen im Winter oder die Kaulquappen und Frösche im Sommer“, erinnert sich die heute in Leipzig lebende Frau.

Und auch nach der Sanierung in den 90er-Jahren, die sich die Stadt einiges hat kosten lassen, sei es noch schön gewesen, diesen anzusehen. Sogar ein Entenpaar war ihr heimisch und viele Einwohner hätten hier gern auf den Bänken verweilt. Heute würden selbst ihre Kinder den Anblick einfach nur noch hässlich finden. Mehr als Rasen mähen passiere von Seiten der Stadt hier schon längst nicht mehr, beklagt Annett Bernstein.

Zum Aufreger war der Teich bereits vor acht Jahren geworden (die OVZ berichtete). Denn schon damals war der 1993 mit Steuergeldern zum Teich umfunktionierte Feuerlöschteich, an dem es sogar so etwas wie einen kleinen Park gab, zu einem Schandfleck mutiert. Nachdem sich sowohl der Angelfischerverein Schnaudertal als auch der Wintersdorfer Anglerverein, die damals beide für einige Jahre Pächter des Teiches waren, von dem Gewässer zurückgezogen hatten, kümmerte sich keiner mehr um die Pflege des Gewässers. Die Angler hatten es zweimal im Jahr abgefischt und auch den Bewuchs regelmäßig entfernt. „Doch der Teich war einfach zu flach und voller Feinschlamm. Wir konnten kaum noch ein Netz durchziehen“, erinnert sich Karl-Heinz Bergner, Vorsitzender des Angelfischervereins Schnaudertal, an den Grund für den Rückzug seines Vereins.

Danach überließ die Stadt Meuselwitz den Teich sich selbst. Und der verkam immer mehr, ebenso die kleine Brücke, die schließlich so marode war, dass nur noch der Abriss blieb. Nach harscher Kritik aus der Bevölkerung wurden 2008 und 2009 Büsche gestutzt, Wege erneuert und das Schilf beschnitten. Doch am Zustand des Gewässers selbst, dessen Wasserstand immer weiter sank, änderte sich kaum etwas. 2009 hatte die Stadt, nachdem sie das Areal einigermaßen wieder in Ordnung gebracht hatte, einen neuen Pächter gefunden – eine Privatperson. Doch auch die war wohl mit der Pflege des Teiches überfordert.

Längst hat die Stadt wieder die Verantwortung für das Gewässer, das inzwischen kaum noch eins ist. „Der Teich hat keinen natürlichen Zufluss. Nach meinen Recherchen soll nur noch Wasser von den Dächern der Anwohner den Tümpel speisen. Aber auch das wird immer weniger“, sagt Bauamtsleiterin Ilona Krüger. Für sie gibt es nur zwei Varianten: Den Teich in Ordnung bringen, was viel Geld und weitere Kosten für die Pflege bedeuten würde, oder zuschütten. Letzteres würde zwar ebenfalls Kosten verursachen, doch die wären einmalig.

Sie wisse natürlich, dass der Teich fast gänzlich zugewachsen sei. Das sei leider auch bei dem Teich in Brossen so. „Die Prioritäten in der Stadt Meuselwitz liegen jedoch an anderen Stellen“, sagt sie mit Blick auf die schon seit Jahren prekäre Haushaltsituation der Kommune. Sie macht den Bewohnern von Bünauroda deshalb wenig Hoffnungen, dass in naher Zukunft an ihrem Teichareal etwas passiert.

Untätig sei man in der Stadtverwaltung aber keineswegs gewesen, betont sie. „Wir haben zum Beispiel versucht, über Ausgleichsmaßnahmen in Bünauroda etwas zu bewegen. Aber der Teich liegt im sogenannten Innenbereich und dort ist das nicht möglich“, sagt Krüger.

Von Marlies Neumann

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