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Altenburg „Kleine Helden“ gehen im Heizhaus auf spannende Zeitreise
Region Altenburg „Kleine Helden“ gehen im Heizhaus auf spannende Zeitreise
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17:17 03.12.2018
Waren gemeinsam auf Zeitreise unterwegs: Mary-Ann Näther, Theresa Geier, Selma Rabe und Peter Wehowsky (v.l.) standen mit zahlreichen Altersgenossen für „Kleine Helden“ auf der Bühne. Quelle: tothi
Altenburg

Man muss Kinder auf die Bühne bringen, dann ist das Haus auch voll: Diese alte Theaterweisheit bestätigte sich wieder einmal am vergangenen Freitag im Heizhaus zur Premiere des Projektes „Kleine Helden“ der Altenburger „JugendTheARTerWelt“ e.V., bei der jeder der jungen Akteure einen Teil seiner Familie im Tross hatte.

Eine Stunde für die Weltgeschichte

14 Mädchen und Jungen schickten die beiden Verantwortlichen Christiane Müller und Susanne Toth für eine Stunde auf die Bühne und ließen sie die gesamte Weltgeschichte von den Dinosauriern bis zu uns Heutigen durchlaufen, um zu erfahren, ob in der Vergangenheit wirklich alles besser war als heute.

Anlass für diese Zeitreise war eigentlich eine Nichtigkeit: Bert (Justus Bubinger), ein aufgeweckter und eigentlich williger Junge, wird von seiner Lehrerin unwirsch angegangen wegen unerledigter Hausaufgaben, die sich dadurch ergaben, dass seine Mutter ihn mit der Aufsicht seiner kleineren Geschwister beauftragte. Nun soll sie wegen dieses Versäumnisses bei der Lehrerin zum Gespräch antanzen.

Nirgendwo ist es besser als heute

Das alles ist Stress für den Jungen und er sehnt sich nach der Vergangenheit, die nach Meinung vieler Erwachsenen besser als die Gegenwart gewesen sein soll. Mit seinen beiden Freundinnen Pfiffikus (Lene Bergmann) und Findikus (Ronja Meinhardt) begibt er sich mittels einer Zeitmaschine ganz weit zurück und rollt die Vergangenheit von den ägyptischen Pharaonen über die alten Römer, das feudale Mittelalter und die Piraterie in der Karibik bis in die Neuzeit auf, wo sie sich in anderen Kulturen umschauen. Und sie sehen: Nirgendwo war es besser als heute, bestenfalls anders.

Die Macherinnen scheuten sich nicht, den gefährlichen Widerspruch zwischen dem jüdischen Israel und seinen islamisch geprägten Nachbarn als aktuelles Ende ihrer Zeitreise zu setzen. Denn auch hier gilt wie für den persönlichen Stress im Alltag: miteinander reden und alles friedlich regeln.

Schockierender Blick in die Zukunft

Susanne Toth, die die Textfassung schuf, musste für jede Zeitepoche etwas Typisches finden, was nicht in jedem Fall gelang. Da gab es manchmal auch ganz Simples, was aber nicht sehr ins Gewicht fiel, weil Christiane Müller mit der Choreografin Mandy Bergmann alles gekonnt ins Bild setzte und durchaus interessante Bilder schuf, wofür schöne und typische Kostüme aus dem Fundus des Theaters genutzt werden konnten und dies alles mit zeitgemäßer Musik untersetzt wurde.

Dafür waren alle Beteiligten – ob klein oder groß – mit sichtlicher Freude und schauspielerischem Können in Aktion. Das war lebendiger Geschichtsunterricht, der zu der Erkenntnis führte, das früher nicht alles besser war.

Schockierend war der finale Ausblick auf die Zukunft: Jede Mitspielerin und jeder Mitspieler wirft mit dem Satz „Kommt auf den Müll!“ etwas auf die Bühne, was angeblich nicht mehr gebraucht wird. Das ist die plakative Aufforderung, die Erde zu schützen, sonst kann es mit der weiteren Entwicklung der Menschheit einmal zu Ende gehen.

Von Manfred Hainich

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