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Kleine Künstler auf ganz großer Bühne – Schüler-Schauspiel im Landestheater

Freie Grundschule Altenburg Kleine Künstler auf ganz großer Bühne – Schüler-Schauspiel im Landestheater

Da fallen zwei vom Himmel. Der eine heißt Antoine, der andere hat nur Fragen und gibt keine Antworten. Gelandet sind sie auf der großen Bühne des Landestheaters Altenburg – beobachtet wurde es von knapp 500 Leuten. Denn das Spektakel war angekündigt. Die Freie Grundschule „Christian Felix Weiße“ zeigte das Stück „Der kleine Prinz.“

Der notgelandete Antoine mit seiner Pilotenkappe und der kleine Gast von fernen Stern mit der blauen Jacke. Die Kinder symbolisieren die Flugzeugteile.

Quelle: Klaus Peschel

Altenburg. Da fallen zwei vom Himmel. Der eine heißt Antoine, der andere hat nur Fragen und gibt keine Antworten. Gelandet sind sie auf der großen Bühne des Landestheaters Altenburg. Geschehen ist es am Mittwoch um 17 Uhr. Beobachtet wurde es von knapp 500 Leuten. Denn das Spektakel war angekündigt. Die Freie Grundschule „Christian Felix Weiße“ feierte mit der Aufführung eines Theaterstücks den Abschluss des Schuljahres.

Und das nicht zum ersten Mal im Landestheater. Im vergangenen Jahr war es eine Reise durch Zeit und Raum, die auf die Bühne gebracht wurde, und das Jahr zuvor probierte man sich an der „Zauberflöte“. In diesem Jahr war es „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry, an den man sich mutig heranwagte. Und, um es vorweg zu sagen, mit großem Erfolg.

Das Buch vom kleinen Prinzen erschien 1943 in den USA. Dorthin war der Autor emigriert. Sein Text wurde ein Welterfolg. Die Geschichte kam mehrfach auf die Bühne, Hörspiele entstanden, Hörbücher wurden aufgenommen und vor drei Jahren war der Deutschen Post der „Kleine Prinz“ sogar ein Sonderpostwertzeichen in Höhe von 60 Cent wert. Antoine de Saint-Exupérys Erzählung ist ein Plädoyer für die Fantasie. Die kindliche. So nennt sich das Theaterstück der Freien Grundschule denn auch „Die großen Leute sind sehr sonderbar“. Das ist ein Zitat, eine Erkenntnis, zu der der kleine Prinz bei seiner Tour von Planet zu Planet kommt, vom Geschäftsmann zum Säufer, vom Laternenputzer zum Geografen. Dann landet er auf der Erde, in Altenburg, auf der Bühne des Großen Hauses. In einer Wüste.

Bevor sich der Vorhang öffnete, gab es 96-mal Lampenfieber. So viele Mädchen und Jungen waren an der Aufführung beteiligt. Anfang Mai begann die heiße Probezeit. Doch die Vorbereitung dauerte länger. Die Inszenierung des Stückes lag, wie auch in den Jahren zuvor, in den Händen der Theaterpädagogin Susanne Toth. Ihr zur Seite standen die Lehrerinnen und Lehrer und viele Helfer. „Die Schule hatte alles selbst in der Hand, vom Kostüm bis zur Choreographie, vom Text bis zur Musik, alle Klassen waren einbezogen“, sagt Ulrich Heidl. Er gehört zur Leitung der Grundschule und ist dort Musikschulleiter. Bis zehn Minuten vor Vorstellungsbeginn stand er vor dem Theater und begrüßte die Zuschauer. Das waren überwiegend die Familien der kleinen Künstler, aber auch geladene Gäste aus dem öffentlichen Leben der Stadt. „Theater und Stadt sind sehr interessiert an dem, was wir als Freie Grundschule tun. Es ist in aller Interesse, Kultur zu machen und fortzusetzen“, sagt der Musikpädagoge und hob die schon jahrelange sehr gute Zusammenarbeit mit dem Team des Theaters Altenburg hervor.

Er trug ein T-Shirt, das kundtat, dass die großen Leute sehr sonderbar sind. Was zu beweisen war. Die großen Leute ließen sich von den kleinen Leuten verzaubern. Von den Farben der Kostüme, von der Choreographie der Tänze, von der Geschichte des kleines Prinzen. Und die großen Leute im Publikum ließen sich von den kleinen Leuten auf der Bühne befragen. Die Fragen waren einfach, die Antworten nicht. Was ist Freundschaft? Was ist Liebe? Was ist Vertrauen? Was ist Glück? Auf letzte Frage gab jemand die Antwort „Kinder“. So sonderbar sind die Erwachsenen also doch nicht.

Der kleine Prinz hat bei seinem Besuch auf der Erde erfahren, dass unter 5000 Rosen jede einzelne Rose einmalig ist. Und nicht die äußerlichen Dinge sind die wichtigen Werte im Leben, wichtig sind die unsichtbaren Dinge, die, die man nicht sehen kann: Vertrauen, Liebe, Freundschaft, Glück … Mit dem Herzen sieht man mehr als mit den Augen.

Nicht alle großen Leute im großen Haus trauten wohl dieser Erkenntnis. Wie ist es sonst zu erklären, dass viele Kameras, Handys und Tablets auf die Bühne gerichtet waren, obwohl die Schulleiterin darum gebeten hatte, es nicht zu tun und seiner Fantasie freien Raum zu lassen. So hinterließ es den Eindruck, dass die großen Leute mitunter doch sehr sonderbar sind. Sonderbar auf eine Art und Weise, die sich Antoine de Saint-Exupéry noch nicht hat vorstellen können.

Von Klaus Peschel

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