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Kleine Künstler - große Kunst

Kleine Künstler - große Kunst

Insgesamt fünf Ferienkurse bietet das Altenburger Lindenau-Museum in diesem Jahr an. Dazu gehören unter anderem der Steinbildhauer-Workshop (die OVZ berichtete) sowie das Projekt "Museobilbox - Museum zum Selbermachen".

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Fünft- bis Siebtklässler lernen bei dem Workshop, wie man Gemälde abmalt. Dann füllen sie die - auf dem Foto noch leeren - Mini-Museen.

Quelle: Mario Jahn

"Wir nehmen jedes Jahr interessante Ferienangebote für die Kinde ins Programm auf, aber diese beiden Kurse sind wirklich etwas Besonderes", sagt Museumspädagogin Angelika Wodzicki. Schlicht und einfach, weil solche aufwendigen Kurse nur über Fördergelder zu ermöglichen sind.

 

 

 

Wie berichtet, konnte der Steinbildhauer-Workshop hauptsächlich durch Gelder der Kirche, die im Rahmen der Lutherdekade ausgeschüttet wurden, bezahlt werden. "Das Projekt Museobilbox ist eine deutschlandweite Aktion, die mit Mitteln des Bundes finanziert wird", erläutert Angelika Wodzicki dazu. Das Altenburger Lindenau-Museum hatte sich vor einiger Zeit um die Gelder beworben und eine Zusage erhalten. Gemeinsam mit den örtlichen Partnern, dem Familienzentrum Altenburg und dem Netzwerk Integration des Landkreises konnte so 15 Mädchen und Jungen ein spannender Einblick in die Welt der Kunst und hinter die Kulissen ermöglicht werden.

 

Im Lindenau-Museum steht besagte Projekt-Woche unter dem Titel "Sandro und Conrad". Gemeint sind damit die Maler Sandro Botticelli und Conrad Felixmüller. "Das Gemälde Bildnis einer vornehmen Frau von Botticelli und Felixmüllers Porträt des Dadaismus-Künstlers Raoul Hausmann gehören zu den wichtigsten Stücken unserer Sammlung", erklärt die Museumspädagogin. "Deswegen haben wir sie ausgesucht, aber auch, weil sie ganz verschiedene Kunstepochen und Stilrichtungen repräsentieren."

 

Immerhin liegen fast 450 Jahre zwischen dem in der Renaissance tätigen Sandro Botticelli und dem Expressionisten Conrad Felixmüller. "Wir haben mit den Kindern die Bilder und die Maltechnik verglichen, haben aber auch über die unterschiedliche Mode der Zeit oder die Frisuren gesprochen", sagt Wodzicki. Aufgeteilt waren die Ferienkinder dabei in zwei Gruppen, um sich noch intensiver mit den jeweiligen Gemälden befassen zu können, wozu unter anderem auch das Kopieren der Kunstwerke gehört.

 

 

 

Die fertigen Bilder der Ferienkinder finden in der 40 mal 40 Zentimeter großen Museobilbox ihren Platz. Ebenso wie alles, was sie im Museum 'gesammelt' haben. Dazu durften sich die Mädchen und Jungen im gesamten Haus umsehen und hinter Türen schauen, die normalerweise verschlossen sind, wie beispielsweise das Depot oder die Restaurierungswerkstatt. Darüber hinaus haben die Schüler mit einer einfachen Lochkamera eigene Fotos geschossen und sich mit dem Röntgenbild des Botticelli-Gemäldes auseinandergesetzt, auf dem zuerkennen ist, dass unter dem Frauenporträt ein anderes, älteres Gemälde versteckt ist. Auch eigene Audioaufnahmen wurden für die Boxen zusammengestellt. "Was genau aufgenommen wird, erarbeiten die Kinder selbst. Ich leite sie lediglich an und erkläre, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen", erzählt Medienpädagogin Sabine Schneider, während die Kinder eine Idee nach der anderen durchsprechen.

 

"Mir gefällt alles sehr gut, was wir in der Woche gemacht haben", meint Jakob Schäfer. Doch der spannendste Teil war für den Zehnjährigen das Abmalen der berühmten Bilder. "Ich bin in der Botticelli-Gruppe. Bevor wir angefangen haben, selbst zu malen, haben wir seine Maltechnik gezeigt bekommen", berichtet der Junge, angetan von den zahllosen Eindrücken. Besonders gut fand er zudem, dass er überall im Museum viel erzählt und erklärt bekam - über die Kunst, die Künstler, deren Zeit oder über das bundesweit bekannte Lindenau-Museum selbst.

 

Zum Abschluss der künstlerischen Ferienwoche galt es noch, die weißen Pappkartons mit der Folien-Front von Außen zu gestalten und dann als Minimuseum einzurichten. Wie und was die Kinder in die Museobilbox packen, ist ihnen im Großen und Ganzen selbst überlassen gewesen. "Aber es kommen nur Dinge hinein, die sie auch verstehen", betont Wodzicki. Im September sollen die Museobilboxen der Öffentlichkeit präsentiert werden. Am Freitag zeigten die stolzen Kinder erst einmal ihren Eltern die Ergebnisse des Ferienprojektes.

 

Richtig begeisterte Mädchen und Jungen hatten sich die Organisatoren der Ferienangebote gewünscht. "Denn wir wollen die Kinder für die Kunst, aber auch für das Lindenau-Museum begeistern", sagt Angelika Wodzicki. "Wenn es ihnen hier gefällt und sie ihren Eltern begeistert davon erzählen, sind sie die besten Botschafter die wir uns vorstellen können."

Jörg Reuter

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