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Altenburg Kleine Prinzenraubfestspiele sorgen für volle Reihen im Altenburger Agnesgarten
Region Altenburg Kleine Prinzenraubfestspiele sorgen für volle Reihen im Altenburger Agnesgarten
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00:19 12.07.2017
Trotz Hitze ist die erste Vorstellung der kleinen Prinzenraubfestspiele im Altenburger Agnesgarten gut besucht. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Die Gefahr einer kalten Dusche hatten Freitagabend etliche Besucher des Altenburger Schlosses ins Kalkül gezogen: Schützende Schirme und Jacken waren bei den fünften kleinen Prinzenraubfestspielen viele zu sehen. Und so mancher Neugierige und der eine oder andere Akteuren vor und hinter den Kulissen schickte angesichts der sich wieder auftürmenden Wolkenwand ein Stoßgebet gen Himmel, dass es doch bitte trocken bleiben möge.

Aber bedeutend größer war auf beiden Seiten die Vorfreude auf das, was in den folgenden zwei Stunden abgehen sollte: Mit Kauffungens Ehre hatten die 42 Hobbyschauspieler unter der Regie von David Schönherr zur fünften Auflage ein neues Stück von Manuel Kressin auf die Bühne des Agnesgartens gezaubert. Auch der Spielort war völlig neu und bot dank der ebenso bespielbaren Zinnen unterhalb des Hausmannsturms auch schon räumlich viel mehr Tiefe für das Stück.

Die Bilder zur fünften Ausgabe der Geschichte um den Raub der Prinzen Ernst und Albrecht durch Kunz von Kaufungen.

Und was dann abging, das war schon atemberaubend: Das Stück an sich bleibt ziemlich dicht an der überlieferten Originalgeschichte des Raubs der Prinzen Ernst und Albrecht durch Ritter Kunz von Kauffungen und kam auch für Außenstehende sehr verständlich rüber. Einziges Manko: Mancher Dialog auf dem vergleichsweise weitläufigen Areal war vor allem für die entfernter sitzenden Besucher nur schwer zu verstehen.

Ansonsten war es wieder einmal eine Augenweide, mit welchem Engagement, mit welcher Liebe sich sowohl die Akteure wie auch die Helfer vom Förderverein Altenburger Prinzenraub ins Zeug legten. Auch die Lichteffekte, die natürlich zur Abendvorstellung erst richtig zum Tragen kamen, verliehen dem Geschehen eine Gänsehaut erzeugende Atmosphäre. Das kam an, wie mehrfacher Szenenapplaus zeigte.

Nur Petrus hatte leider wieder einmal kein Einsehen: Das Stück lief keine halbe Stunde und hatte sozusagen gerade Betriebstemperatur erreicht, da ging das Tröpfeln los. Unterbrechung – zwangsläufig. Aber sofort bewiesen auch die Helfer hinter den Kulissen, dass hier in nur fünf Jahren nicht nur in Sachsen Stück, sondern auch beim Umfeld beileibe kein Laientheater mehr gespielt wird, sondern es richtig professionell zugeht: Wieselflink verteilten Helfer unter den Zuschauern schützende Regencapes, die auch gern genommen wurden.

Viele behielten die schützende Hülle auch an, als in einer dann lauen Sommernacht das Spektakel weiterging. Hatten sie angesichts der eigentlich nahtlos fesselnden Handlung die Pellen schlichtweg vergessen? Insgesamt vier Vorstellungen, je zwei am Freitag und am Sonnabend, absolvierten die Hobbydarsteller. Jede Aufführung konnten knapp 200 Zuschauer erleben, also zusammen fast 800. Und 750 Gäste wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen – spitze. Im kommenden Jahr werden die Prinzen wieder geraubt, versprochen.

Von Jörg Wolf

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