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Kleine Segler ganz groß - Feriencamp der Seesportler mit Rekordbeteiligung

Kleine Segler ganz groß - Feriencamp der Seesportler mit Rekordbeteiligung

Das Nachwuchs-Segelcamp des Seesportclubs Meuselwitz erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Mit 32 Kindern und Jugendlichen, die noch bis zum morgigen Sonntag den Umgang mit Optimist, Kutter und Co.

Meuselwitz.

lernen, verzeichnet die Ferienfreizeit im sechsten Jahr eine neue Rekordbeteiligung. "So viele Teilnehmer hatten wir noch nie", sagt Vereinschef Sven Starkloff, der das einwöchige Trainingslager leitet. "Es hat sich langsam herumgesprochen, dass wir dem Nachwuchs das Segeln kindgerecht beibringen."

 

Auf dem Tisch am Ufer des Hainbergsees steht ein Optimist-Modellboot. Es hat alles, was seine großen Brüder auch haben: einen stilechten Rumpf, einen Mast mit Segel, ein Schwert und ein Ruder. Rund um den Tisch sitzen Rocco, Peter, Hanna, Melanie, Sophie und Anastasia und lauschen Sven Starkloff. "Wir wollen das Kentern diesmal anders üben, nicht hinter den Mast klettern und ziehen, sondern ihn von vorn herunterdrücken", sagt der 41-Jährige, während er der Anfängergruppe am Modell zeigt, was er meint. "Wenn das geklappt hat, schwimmt ihr rum. Welches Zeichen macht ihr dann?"

 

Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Nahezu zeitgleich heben Melanie und Sophie den Arm und sagen: "Das steht für alles in Ordnung." Sekunden später kreuzen sie Arme, was dem Trainer bedeuten soll, dass es ein Problem gibt. "Was macht ihr, bevor ihr umkippt?", fragt Starkloff. "Gucken, ob Schwert, Segel und Mast sicher sind", meint Melanie, woraufhin der Trainer nickt. "Wenn ihr das Boot umgekippt habt, müsst ihr das Schwert runterdrücken, wieder einsteigen und Wasser ausschöpfen."

 

Minuten später stehen alle auf den echten Booten und versuchen zu kentern. Als Starkloff sieht, dass es außer Anastasia, die mit 13 Jahren die Älteste und Größte unter den sonst Acht- bis Zehnjährigen ist, niemand hinbekommt, schwenkt er um: "Ihr könnt euch auch hinten an den Mast hängen." Und prompt klappt es besser. Auch Peter legt einen astreinen Abgang hin und bekommt das Boot gedreht.

 

"Nur ausschöpfen will keiner", meint Peter und spricht damit allen aus der Seele. Aber was soll's, schließlich ist die Übung für den Ernstfall wichtig. "Ich hab' schon richtig viel gelernt", sagt der Neunjährige, der durch seine Schwester Anastasia zum Camp kam und sich als echte Wasserratte bezeichnet. "Ich mache in Altenburg Seesport, aber bisher nicht mit Segeln, nur mit Schwimmen." Am Segeln mag er das Entspannende. "Auf dem Wasser ist es ruhig, und man ist in der Natur." Sein persönlicher Höhepunkt war aber der Ausflug in den Freizeitpark Plohn.

 

Daneben standen unter anderem noch Lagerfeuer im Zeltcamp, Video-Abende im Vereinshaus, ein Neptunfest und eben der Unterricht in Theorie und Praxis auf dem Programm. "Wir haben die Theorie an Land diesmal kürzer gehalten und zum Großteil direkt aufs große Boot verlegt", erklärt Starkloff. "Denn wenn die Kinder eine nasse Hand haben und fühlen wie der Wind drauf kommt, merken sie sich besser, was die Luv-Seite und was im Gegensatz dazu die Lee-Seite ist." Mit der Beteiligung sei er sehr zufrieden. "Die Kinder ziehen mit, haben Spaß und wir so viele Teilnehmer, dass wir erstmals auf dem Hainberg- und auf dem Haselbacher See segeln." Sogar aus Gotha seien Kinder gekommen. Während Novizen und jene, die schon das zweite oder dritte Jahr dabei sind, am Penkwitzer Weg üben, starten die Fortgeschrittenen nach dem gemeinsamen Frühstück mit zwei Kleinbussen an den Haselbacher See, um mit Spinnaker-Segeln zu arbeiten.

 

Wie entspannt aber auch Anfänger segeln können, zeigt Rocco. Der Steppke aus Langenleuba-Niederhain lümmelt in seinem Boot wie auf der Couch im Wohnzimmer. "Ihn kann nichts erschrecken", sagt Starkloff und mahnt dennoch: "Setz dich gerade hin, dann fährst du auch dahin, wo du hinwillst." Der Trainer hat eine Engelsgeduld und überzeugt insbesondere zwei Mädchen davon, dass sie keine Angst zu haben brauchen. Bei Sophie sind die Hemmungen nach zwei Runden samt Wenden auf den See wie weggeblasen. "Es ist so langsam", beschwert sie sich bei Starkloff, der sich über den Erfolg freut.

 

Als alle wieder am Ufer sind, um etwas zu trinken, fallen die Blicke der Kinder erneut auf den kleinen Optimist auf dem Tisch. Diesmal aber mit dem Wissen, dass sie das Boot beherrscht haben. Und zwar nicht nur am Modell, sondern in echt.

Thomas Haegeler

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