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Altenburg Kleiner Altenburger Prinzenraub begeistert Publikum auf dem Schloss
Region Altenburg Kleiner Altenburger Prinzenraub begeistert Publikum auf dem Schloss
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12:13 11.07.2016
Gut gemacht: Mit relativ begrenzten Mittel legt das 47-köpfige Ensemble ein überzeugendes Stück hin und begeistert damit Hunderte Zuschauer im Altenburger Schlosshof.  Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

 „Das zieht um uns rum!“, sagt Eva-Maria Opitz mit Blick auf die sich am Himmel türmenden und von Regen kündenden Wolken. Nicht nur der Chefin vom Förderverein Altenburger Prinzenraub ist am Freitagabend zu wünschen, dass auf dem Schloss alles trocken bleibt. Auch den 47 Darstellern, den 23 Helfern und den rund 200 neugierigen Zuschauern ist dies Herzenswunsch. Als rund um den Hausmannsturm wieder jene atemberaubende Geschichte des Kidnappings der Prinzen Ernst und Albrecht durch Ritter Kunz von Kauffungen zu erleben ist, hält Petrus anfangs auch gnädig alle Schleusen dicht.

„Kauffungens Fehde – Der Prinzenraub zu Altenburg“ auf dem Altenburger Schloss feierte bei herrlichen Sommerwetter am Freitag vor 190 Zuschauern seine Premiere. Am Sonnabend folgen zwei weitere Aufführungen.

Und die Zuschauer sind wegen dem, was ihnen bei den so genannten kleinen Prinzenraubfestspielen des Fördervereines geboten wird, restlos aus dem Häuschen. Denn augenscheinlich sind die Darsteller, die meist schon bei den großen und 2012 begrabenen Festspielen zum gleichen Thema dabei waren, zu richtig guten Hobbyschauspielern geworden.

Auch das Stück, im vierten Jahr weiterentwickelt und ergänzt durch Regisseur Wolfgang Langner, überzeugt. Herrlich, wie die Akteure die im Kleinformat fehlenden echten Vierbeiner wie Pferde, Esel oder Schwein mit Gestik und Akustik ersetzen und dafür die Lacher nebst Szenenapplaus aus dem Publikum ernten. Bewegend, wie Schweinebauer Balthasar (Frank Müller) den Verlust von Frau und Schwein Erna betrauert, ehe er selbst zum Mörder wird. Beeindruckend die Kampfszenen, die mit Stuntprofi Tilo Hase einstudiert wurden. Und überzeugend auch die Darsteller mit einem voll passenden Dietmar Dreißig, der den Kunz gibt.

Kurzum: Die erste Stunde dieses erstmals mit Beleuchtung aufgeführten Spektakels vergeht wie im Fluge. So mancher hat zu diesem Zeitpunkt schon den Blick gen Himmel vernachlässigt, wo sich mittlerweile der Ärger in Form dunkler Wolken erneut auftürmt. Diesmal kommt aber der Guss. Doch davon lässt sich keiner der Akteure und niemand im Publikum die gute Laune verderben. Kurzerhand wird die ohnehin kurz bevorstehende Pause um ein paar Minuten vorgezogen, und alle finden Schutz im Henker oder unter dem Zeltdach der Regie.

Das Unwetter verzieht sich nach ein paar Minuten, der Stimmungspegel ist fürs Finale ungetrübt. Das endet zwar gut für die geraubten Prinzen Ernst und Albrecht (Jasira Boxberger und Lena Hermsdorf) sowie übel für Ritter Kunz, der sein Haupt verliert. Aber die Art und Weise, wie diese hochdramatischen Szenen mit relativ bescheidenen Mitteln gekonnt umgesetzt werden, begeistert alle. Der Applaus der inzwischen stehenden Zuschauer ist ehrlich. Wie auch der Stolz der Mitspieler, unter ihnen wieder die beiden Kochgehilfen Anke Schulze und Harry Schneider. Beide sind bei der Lebenshilfe zugange, die geistig Behinderte fördert und auch den Prinzenraub tatkräftig unterstützt. Über dieses Engagement haben sie ihr Faible fürs Schauspielern entdeckt.

Wie so viele andere ohne Handicap: „Das ist mit dem jährlichen Vogelzug vergleichbar. Geht es los, dann geht es los und dann wird geschauspielert. Sonst würde mir was fehlen“, meint Frank Müller, ehe er sich, vom neuerlich, nach der Freitagsvorstellung einsetzenden Regen durchnässt, auf den Heimweg macht, um Sonnabend erneut als Balthasar Frau und Schwein zu beweinen.

Vereinschefin Opitz bleibt das letzte Wort: „Am Sonnabend konnte man glauben, dass halb Altenburg auf dem Schloss war. Beide Vorstellungen waren restlos ausverkauft und die Leute begeistert. Das war einfach ein Superpublikum. Natürlich starten wir auch im kommenden Jahr unsere fünfte Auflage. Dann mit einem neuen Stück von Manuel Kressin.“

Von Jörg Wolf

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