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Kleines Gewässer in Altenburger Gartenanlage wird zur stinkenden Kloake

Jüdenbach Kleines Gewässer in Altenburger Gartenanlage wird zur stinkenden Kloake

Viele Jahre war der Jüdenbach, der auch direkt durch die Gartenanlage „Bergmannsfreud“ im Südosten von Altenburg fließt, kaum wahrnehmbar. Jetzt der Schock bei den Kleingärtner: Nach einen starken Regenguss schwappte auf dem Bach eine ölige wie übel riechende Substanz. Die Wasserbehörde des Landratsamtes hat sich eingeschaltet.

Auch Vorstandsmitglied Wolfgang Thieme ist angewidert.

Quelle: privat

Altenburg. Nach den starken Niederschlägen, die vor einigen Tagen über der Skatstadt niedergingen, traute Siegfried Weiß seinen Augen nicht, als er seinen geliebten Kleingarten in der Sparte „Bergmannsfreud“ aufsuchte. Durch die Anlage verläuft der Jüdenbach. Doch quasi über Nacht hatte sich das sonst klare Wasser in dem Bächlein in eine trübe, ölige und stinkende Kloake verwandelt. „Das ist schon früher nach heftigen Niederschlägen passiert. So, als läuft irgendwo wegen des vielen Niederschlagswassers eine Abwasserleitung über, die sich in den Bachlauf entleert“, schildert Weiß. Aber so schlimm, wie jetzt, sei die Situation noch nie gewesen, beteuert er.

Umgehend schlug das Vorstandsmitglied der Altenburger Gartensparte Alarm beim Regionalverband der Kleingärtner, der mit der Sparte sowie den angrenzenden Anlagen Großes vor hat: Die „Bergmannsfreud“ soll Teil des Kleingartenparks „Südost“ werden. Und im Mittelpunkt steht jener Jüdenbach, der zu DDR-Zeiten von der Wismut zu großen Teilen verrohrt und damit unsichtbar wurde. Jetzt wird er wieder renaturiert.

Die Nachricht von der Verseuchung sprach sich wie ein Lauffeuer herum. „Der unangenehme Geruch erinnert an altes Fett einer Pommesbude“, umschreibt Regionalverbandschef Wolfgang Preuß seine Eindrücke nach einer ersten Besichtigung.

Auch Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) erfuhr von der Verschmutzung und ließ für eine erste Gefahrenabwehr umgehend die Altenburger Berufsfeuerwehr gen Jüdenbach ausrücken. „Ich will, dass dieses Zeug schnell verschwindet und die Verursacher ermittelt werden“, so Wolf unmissverständlich. Die Feuerwehr nahm Wasserproben. Gleichzeitig wurde mit der Beseitigung der Verunreinigungen begonnen.

In den Fall schaltete sich ebenso die Untere Wasserbehörde des Fachdienstes Natur- und Umweltschutz beim Landratsamt als verantwortliche Behörde ein. „Zwei Mitarbeiter waren Mittwochmittag vor Ort und haben den Bach in Augenschein genommen“, informierte die Sprecherin des Landratsamtes, Jana Fuchs. Zudem seien ebenfalls Wasserproben genommen worden, von denen eine per Schnelltest schon Donnerstag Nachmittag ein erstes Ergebnis lieferte: „Die Probe wies mit 120 Milligramm pro Liter einen deutlich zu hohen Nitratgehalt auf, was davon zeugt, dass Abwasserbestandteile in der Probe waren“, so Fuchs weiter. Eine detaillierte Analyse erfolgt jetzt zudem im Thüringer Landesamt für Natur und Umweltschutz. „Ehe ein Ergebnis vorliegt, können einige Wochen ins Land gehen“, so die Sprecherin.

Um einem mutmaßlichen Verursacher auf die Schliche zu kommen, habe die Behörde den Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetrieb Altenburg (Waba) aufgefordert, schriftlich die Abwassersituation im Einzugsgebiet des Jüdenbaches darzulegen.

Die Ursache muss nach Kleingartenchef Preuß’ Meinung schnell gefunden werden. Denn das durch die Verseuchung gefährdete Gesamtvorhaben Jüdenbachgrund ist in seiner Form einzigartig. „Es wäre ein Begleitobjekt für die mögliche Landesgartenschau 2024 in Altenburg.“

Von Jörg Wolf

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