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Altenburg Kleingärten auf Punktejagd
Region Altenburg Kleingärten auf Punktejagd
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19:50 28.10.2014
Altenburg

Von Günter neumann

24 Sparten lagen teils nur sehr knapp darunter. Zwölf verfügen nicht über den rechtlichen Status der Gemeinnützigkeit, eine Förderung kommt deshalb ohnehin nicht in Betracht. Drei Kleingartenvereine befinden sich bereits in Auflösung oder sind schon aufgelöst.

Anlass der Bewertungsaktion ist ein Stadtratsbeschluss vom März dieses Jahres, in dem die Volksvertreter eine Fortschreibung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts für die Kleingärten beschlossen hatten. Ziel ist dabei, vor dem Hintergrund sinkender Einwohnerzahlen und schrumpfender Sparten jene Anlagen auszuwählen, deren Erhalt langfristig sinnvoll ist. Umgekehrt sollen "aussterbende" oder wenig attraktive Gartenanlagen mittelfristig abgewickelt werden, um die Areale als Bauland oder Grünflächen für die Stadtentwicklung nutzen zu können.

Die Stadtverwaltung hatte dazu einen Katalog mit Indikatoren entwickelt, der eine möglichst objektive Bewertung der aktuellen Situation und künftiger Perspektiven für jeden Kleingartenverein ermöglichen sollte. Der ging per Fragebogen an die Sparten, die inzwischen auch alle die geforderten Angaben zurückschickten.

Kriterien waren unter anderem eine gute Verkehrserschließung, abgestimmtes Entwicklungskonzept, bestehender Bauleitplan, Leerstand, Vereinshaus und Kinderfreundlichkeit. Maximal waren 25 Punkte möglich, der Grenzwert für eine künftige Förderung lag mit 15 relativ hoch. "Somit wird sichergestellt, dass nur zukunftsfähige Anlagen gefördert werden und damit eine langfristige Stabilisierung und Entwicklung des Kleingartenwesens in der Stadt Altenburg bewirkt wird", heißt es in der Vorlage des OB.

Die Spitzenwerte erreichten die Anlagen Bauhof I und Heinrich Heine mit je 21 Punkten, zwölf Sparten schafften mit 15 Punkten gerade noch das Minimum. Knapp durchgefallen sind mit 14 Punkten die Anlagen Fortuna, Grüne Laube, Waldesruh und Zur Sonne.

Altenburg könne sich mit seiner Unterstützung des Kleingartenwesens bundesweit sehen lassen, betonte Michael Wolf bei der Vorstellung der Analyse. Allerdings sei nun ein Punkt erreicht, an dem das bisherige Konzept modifiziert werden müsse. "Wir wollen bewusst die Einrichtung von Kleingarten-Parkanlagen und setzen auf Kinder- und Familienfreundlichkeit", betonte der OB. Ein weiteres Ziel sei die Erhöhung des Anteils von Pächtern unter 50 Jahren.

Im nächsten Schritt sind nun alle Anlagen aufgefordert worden, bis Ende 2015 ein eigenes Entwicklungskonzept zu erarbeiten und ebenfalls im Rathaus vorzulegen. Wer das nicht tut, fällt endgültig aus der Förderung heraus, kündigte Wolf an und stellte klar: "Wir werden weitere Schließungen nicht verhindern können."

Günter Neumann

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