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Altenburg Kleinod der Liedkunst
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18:15 22.04.2013
Pianistin Heike-Dorothee Allardt und Bariton Stefan Geyer gestalten einen Schubert-Nachmittag.

Besonders in den Begleitveranstaltungen. Eine neue gab es am Samstagnachmittag im Museum. Bariton Stefan Geyer und seine Begleiterin am Flügel, Heike-Dorothee Allardt, die beide von der Museumsleiterin Julia Nauhaus für das Gastspiel in Altenburg gewonnen wurden, präsentierten Schubertlieder. Das ist ein positives Faktum. Liedgesang gibt es seit langer Zeit in dem ansonsten reichen Musikangebot Altenburgs so gut wie nicht. Vereinzelte Versuche, diesen im Angebot des Musikfestivals zu installieren, fanden wenig Resonanz.

Die beiden aus Karlsruhe Stammenden hatten auf Wunsch extra ein Programm zusammengestellt, dass Schubertlieder ausschließlich mit antiken Stoffen bot und das museale Projekt so wunderbar ergänzte. "Schöne Welt, wo bist du? - Mythologie der griechischen Antike in Liedern von Franz Schubert" war es benannt. Dem Publikum wurden mehr oder weniger unbekannte Lieder geboten, sodass der musikalische Horizont erweitert wurde. Und da mit Stefan Geyer und Heike-Dorothee Allardt mehrfach preisgekrönte Spezialisten für romantisches Liedgut hier künstlerisch überzeugend agierten, waren alle Punkte für ein außergewöhnliches Konzert gegeben. Hinzu kamen noch die sehr angenehme und informative Moderation und die Erklärungen zu den Liedern durch Nauhaus.

17 Lieder umfasste das Programm, neun davon mit Texten von Johann Mayrhofer. Er lieferte mehr Text für Schubert als Goethe. Kein Wunder, waren sie doch über zehn Jahre befreundet und lebten mehrere davon in einer Wohngemeinschaft in Wien. Der Dichter Mayrhofer erschloss Schubert die Welt der Antike. Das Ergebnis konnte man nun hören. Wie sich zeigte, zeichnete Schubert kein heiles Bild der Antike, wie es die Klassik vermittelte, sondern ein eher von der Romantik geprägtes - dunkel und geheimnisvoll. Das auch war der Grund, warum Goethe mit Schuberts Deutung seiner Texte nicht konform ging. In den ausgewählten Liedern interpretierte Schubert nur selten die Antike als Idylle wie in "Aus Heliopolis I" oder beschwörte ihre Erhabenheit wie im "Lied eines Schiffers an die Dioskuren". Vielmehr zeigte er meistens den Menschen im ohnmächtigen Widerstreit mit den Göttern.

Bis auf Goethes Prometheus. Den gestaltete Schubert mit dem goethischen Selbstbewusstsein und der Kampfansage an die Götter. Die Interpretation des Werkes wurde zum Höhepunkt des Programms, auch weil Stefan Geyer sowohl kernige Kraft für die Anklage als auch lyrisches Piano für die Genugtuung über selbst Erreichtes des Prometheus' einsetzen konnte. Der Sänger zeigte viel Gespür für die Effekte aller Texte, die er mit seinem kultivierten und ausdrucksfähigen Bariton und einem weichen, aber konturiertem Timbre voll aussingen konnte.

Völlig ebenbürtig in der musikalischen Qualität war die Begleitung am Flügel von Heike-Dorothee Allardt. Es gab eine völlig einträchtige Herangehensweise an Schuberts Lieder, ein langjährig geübtes blindes Verstehen, wobei die Pianistin betont kräftig in die Klaviatur griff und das musikalische Geschehen bei einzelnen Liedern virtuos bis an mögliche Grenzen führte. Das war ein wunderbares musikalisches Kleinod der Liedkunst.Manfred Hainich

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