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Klinikum Altenburger Land: Schwarze Zahlen 2015 erstmals auch bei den Töchtern

Jahresbilanz Klinikum Altenburger Land: Schwarze Zahlen 2015 erstmals auch bei den Töchtern

Das Klinikum Altenburger Land hat am Donnerstag einen positiven Jahresabschluss für 2015 vorgelegt. Sowohl der Mutterkonzern als auch erstmals alle Tochtergesellschaften verbuchen einen Gewinn. Die Muttergesellschaft legte einen Jahresumsatz von knapp 70 Millionen Euro hin. Allerdings hadert die Geschäftsführung mit den Zuschüssen des Freistaates für Investitionen.

In der letzten Zeit wurde eine weitere Station modernisiert. Stationsschwester Anja Groppel und Techniker Andreas Dorn sind hier bei den letzten Handgriffen und schmücken die Zimmer mit Bildern.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die beiden Geschäftsführer des Klinikums Altenburger Land konnten sich zufrieden zurück lehnen, als sie am Donnerstag vor der Presse die wirtschaftlichen Daten von 2015 vorstellten. Erstmals haben auch alle Tochtergesellschaften einen Gewinn verbucht. Die Konzernmutter selbst steigerte im vorigen Jahr ihren Umsatz um 4,8 Prozent auf knapp 70 Millionen Euro, der Überschuss blieb mit 497 000 Euro indes nahezu unverändert. Hauptsächlicher Grund für das Umsatzplus waren laut Geschäftsführerin Gundula Werner mehr schwerkranke Patienten mit langer und teurer Behandlung im Krankenhaus. Insgesamt werden im Klinikum pro Jahr jeweils etwa 20 000 Patienten stationär und ambulant behandelt.

Die bisherigen finanziellen Sorgentöchter – das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) sowie die Gesellschaft für Rehabilitation, Therapie und Prävention (RTP) – verbesserten ihren Umsatz im Vergleich zu 2014 um mehr als 800 000 Euro und landeten somit im dreistelligen Plus (MVZ 281 000, RTP 105 000 Euro). Im MVZ kam die neu etablierte ambulante Strahlentherapie für krebskranke Menschen erstmals richtig zum Tragen, was sich im Ergebnis niederschlägt. Krebspatienten müssen nun zur Bestrahlung nicht mehr nach Gera, Leipzig oder Zwickau ausweichen.

Bei der neu aufgebauten ambulanten Rehabilitation wiederum war laut Werner zunächst ein Vorlauf zu schaffen, darunter seit 2013 die Einstellung von Personal. 2015 sei das erste volle Geschäftsjahr gewesen, nachdem 2014 die Verhandlungen mit den Kostenträgern Erfolg hatten. Die 60 Therapieplätze seien im vorigen Jahr ausgebucht gewesen, so Geschäftsführer Lutz Blase. Noch in diesem Jahr würden zehn weitere Plätze für die Orthopädie geschaffen. Zudem werde die RTP mit einer dritten Fachrichtung, der Kardiologie für herzkranke Patienten, möglichst noch 2016 ergänzt. Das sei mit baulichen Veränderungen im Medicum verbunden.

Auch die Schmöllner Heimbetriebsgesellschaft (SHGB) konnte laut Geschäftsführung nach einem geringem Minus im Jahr 2014 wieder mit einem positiven Ergebnis aufwarten. Zum Klinikum gehören des weiteren die Krankenhaus-Service-Gesellschaft Altenburger Land (KSG) und die Krankenpflegeschule Altenburg (KPS). Bis auf die KPS, bei der die Innova die Hälfte der Anteile hält, ist der Landkreis sowohl beim Mutterkonzern als auch bei den Tochtergesellschaften alleiniger Gesellschafter.

Das komplette Unternehmen beschäftigte im vorigen Jahr 1252 Mitarbeiter und war damit nach eigenen Angaben der mit Abstand größte Arbeitgeber im Landkreis. Im Vergleich zu 2014 standen im Durchschnitt 36 Mitarbeiter mehr in Lohn und Brot.

„Wir haben 2015 eine Reihe Investitionen getätigt“, informierte Werner. Etwa die Hälfte der rund 2,36 Millionen Euro wurden verbaut. So entstand in Schmölln eine Palliativstation, in Altenburg wurden die alten Laborräume umgebaut. Auch in die Modernisierung der Stationen fließt ständig Geld, das Haus steht mittlerweile 19 Jahre. Das Klinikum investierte ebenso in Medizintechnik und Ausstattung. So wurden die OP-Leuchten auf LED-Technik umgestellt, ein OP-Mikroskop erworben und Krankenbetten getauscht. In diesem Jahr soll ein neues Regenrückhaltebecken gebaut werden, die Krankenpflegeschule wird in die ehemaligen Laborräume umziehen, und für die Mitarbeiter soll ein eigener Restaurant-Bereich entstehen. Größter Brocken aber wird ein neuer Magnetresonanztomograph (MRT), der das über zehn Jahre alte Gerät ersetzen soll und etwa zwei Millionen Euro verschlingt.

Allerdings hadert die Klinik-Leitung mit der Investitionsfinanzierung des Freistaates. „Wir benötigen im Jahr etwa zwei Millionen Euro, um die moderne Infrastruktur zu erhalten“, erklärte Werner. Erfurt stellte 2015 jedoch nur 650 000 Euro zur Verfügung, in diesem Jahr sind es 980 000 Euro. Der Freistaat komme seiner Verpflichtung nur ungenügend nach, klagen die Klinik-Chefs. Die fehlenden Investitionsmittel müsse das Haus durch Überschüsse im laufenden Betrieb erwirtschaften. Werner: „Das ist so nicht gedacht.“ Diese Schieflage zwinge das Krankenhaus – wie andere auch – zu einer steten Steigerung der Effizienz. „Wer da nicht mithalten kann, verschwindet vom Markt“, weiß Blase und warnt: „Wenn immer weniger Schwestern immer mehr Patienten versorgen müssen, ist irgendwann die Grenze erreicht.“

Blase und Werner sehen ihr Haus aber gut aufgestellt, auch was die Einhaltung jetziger und neuer medizinischer Parameter betrifft. Für Ärzte ist die Klinik am Waldessaum ohnehin ein attraktiver Arbeitgeber. „Wir haben mehr Bewerber als Stellen“, so Blase. Schwierig sei es aber, Fachkräfte im Pflegebereich zu finden, etwa Intensiv- und OP-Schwestern.

Von Frank Prenzel

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