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Altenburg Klinikum Altenburger Land plant Millionen-Projekt
Region Altenburg Klinikum Altenburger Land plant Millionen-Projekt
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00:25 12.05.2018
Das Klinikum Altenburg Land, hier im Hintergrund, will sich auf rund 1,6 Hektar links und rechts vom Nonnengrund, hier im Vordergrund, erweitern. Quelle: Jens Paul Taubert
Altenburg

Das Klinikum Altenburger Land will sich erweitern und plant dafür einen multifunktionalen Neubau. Entstehen soll dieser in direkter Nachbarschaft auf einer Brachfläche am Nonnengrund/Zschechwitzer Weg. Erste Schritte dafür sind getan: So sicherte sich das kreiseigene Krankenhaus bereits ein Vorkaufsrecht für die 1,6 Hektar große Fläche nördlich des Haupthauses. Auch stimmte der Altenburger Stadtrat bereits einer Änderung des Flächennutzungsplans zu. Weil sich das Vorhaben noch im Anfangsstadium befindet, hält sich das Klinikum zu weiteren Details jedoch bedeckt.

Grundstückskauf folgt auf Formalitäten

„Das Klinikum hat sich Grundstücke über einen Vorverkaufsvertrag gesichert“, teilte Unternehmenssprecherin Christine Helbig auf Nachfrage mit. „Unter der Voraussetzung, dass die Fläche Nonnengrund-Zschechwitzer Weg durch Änderung des Flächennutzungsplanes und die Erstellung eines Bebauungsplanes zum Bauland umgewidmet wird, wird das Klinikum die Grundstücke erwerben.“ Wann genau steht ebenso wenig fest wie ein Baubeginn oder die Höhe der Investition. Dazu gebe es „null Kommentar“, so Helbig. Es seien krankenhausnahe Nutzungen für medizinische Bereiche vorgesehen. Es existiert noch kein konkretes Bauprojekt.

Gästehaus und Schwesternwohnheim geplant

Konkreter wird da ein Planungsbüro, das die Umwidmung der derzeit als Landwirtschafts- und Grünfläche ausgewiesenen Grundstücke begründet. Demnach soll auf der Fläche, die in ein Wohngebiet und ein Sondergebiet Krankenhaus unterteilt ist, unter anderem „ein Gästehaus mit Bereitschaftsräumen“ entstehen. Auch soll Mitarbeitern dort mit einer Baufläche „ein attraktives Angebot für einen standortnahen Wohn- und Arbeitsplatz gegeben werden“. Alles Dinge, die „am derzeitigen Standort ... nicht realisierbar“ sind.

Das weist den Weg zur Investitionshöhe. Endgültig zum Millionen-Projekt wird die Erweiterung, zieht man die zugelassenen Nutzungsarten hinzu. Denn die umfassen neben dem Gästehaus für Patientenangehörige auch ein Schwestern- und Azubi-Wohnheim, Tagungs- und Fortbildungsräume mit Hörsaal, Ambulanzen, Räume für medizinische Anlagen, Wohnstifträume, Verwaltungseinrichtungen und einen Betriebskindergarten.

Klinikum stößt an Grenzen

Nach OVZ-Informationen stehen der Ausbau der betriebseigenen Kita „Bärenstark“, die Erweiterung des Medizinischen Versorgungszentrums und das Schwesternwohnheim auf der Agenda des Klinikums ganz oben. Letzteres, weil man mit einer Ausbildungsoffensive für Schwestern und Pfleger sein Fachkräfte-Problem in diesem Bereich lösen will. Auch das will niemand kommentieren.

Unstrittig ist jedoch der Hintergrund des Neubaus: Das Klinikum stößt langsam an Grenzen. „Wir wollen von der bisher guten Entwicklung profitieren und alle Türen offen lassen, dass wir weiter wachsen können“, erklärte Helbig. Das deckt sich mit den Aussagen des Planungsbüros, das als Hauptziel der Erweiterung die „Sicherstellung und Weiterentwicklung des künftigen Klinikbetriebs“ nennt.

Regionalplan stützt Erweiterung

Eine verbriefte Grundlage dafür findet sich wiederum im Regionalplan Ostthüringen, der Altenburg/Schmölln neben Gera, Jena und Saalfeld/Rudolstadt zu den „überregional ausgerichteten Krankenhäusern“ zählt, das zudem „eine oberzentrale Funktion im Länderdreieck Thüringen/Sachsen/Sachsen-Anhalt“ übernimmt und im Osten Thüringens „die einzige Ausbildungsstätte für Krankenpflege“ ist.

Obwohl die CDU-Fraktion im Altenburger Stadtrat hinter der Investition steht, „weil das Klinikum damit seinen Bestand sichert“, wie Christian Götze stellvertretend sagte, kam auch leise Kritik. „Ein Schwesternwohnheim gehört in die Innenstadt, weil junge Menschen Kneipen und Straßenbild beleben und wir dort leerstehende Immobilien haben“, sagte er. Zudem müsste noch die Infrastruktur geschaffen werden, damit die Bewohner ins Stadtzentrum und zurück kämen. Daher forderte man den Oberbürgermeister auf, das Gespräch mit dem Kreis und der Klinikumsleitung zu suchen, „um eine Lösung zu finden“.

Formalia laufen parallel

Mit 32 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen machte der Stadtrat Ende April den nächsten Schritt Richtung Millionen-Projekt. Der Beschluss wird im heutigen Amtsblatt veröffentlicht und damit wirksam. Die Stellungnahmen der öffentlichen Träger werden bis 8. Juni erwartet. Öffentlich ausgelegt wird der Entwurf des geänderten Flächennutzungsplans vom 17. Mai bis 18. Juni, skizziert Christine Helbig die nächsten Schritte. „Parallel kann nun der Entwurf zum Bebauungsplan weiter bearbeitet werden.“ Erst dann werden Nägel mit Köpfen gemacht.

Von Thomas Haegeler

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