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Knopf-Weg in Schmölln eröffnet

Altes erlebbar machen Knopf-Weg in Schmölln eröffnet

Unter dem Motto „Altes erlebbar machen“ eröffnete der Bürgermeister der Stadt Schmölln, Sven Schrade, gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden des Heimat- und Verschönerungsvereins, Hans-Jürgen Krause, der Knopfprinzessin Constanze Hunger und dem Ideengeber Bruno van Rems am Sonnabend den Knopf-Weg auf dem Beethovenplatz.

Erinnert an die Knopffabrik Julius Donath: Dieser Edelstahlknopf auf dem Knopf-Weg in Schmölln.

Quelle: Eva Anna-Lena Zorn

Schmölln. „Der Knopf, unscheinbar und nicht sehr groß, hält so manche lockre Hos.“ – Dies haben sich vermutlich auch einige Fabrikbesitzer in Schmölln um 1900 gedacht. Unter dem Motto „Altes erlebbar machen“ eröffnete der Bürgermeister der Stadt Schmölln, Sven Schrade, gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden des Heimat- und Verschönerungsvereins, Hans-Jürgen Krause, der Knopfprinzessin Constanze Hunger und dem Ideengeber Bruno van Rems am Sonnabend den Knopf-Weg auf dem Beethovenplatz.

Seit über 150 Jahre werden Schmölln Knöpfe hergestellt. Damit war die Stadt im 20. Jahrhundert weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus bekannt. Von annähernd 30 Firmen, die in dieser Zeit existierten, wurden nun 18 im Stadtbild als Stolpersteine verewigt. Hans-Jürgen Krause erklärte den Werdegang der realisierten Idee: „Herr van Rems hatte den Plan eines Knopf-Weges an die Stadtleitung und den Heimatverein schon vor einiger Zeit herangetragen. 2015 haben wir dann nach Sponsoren gesucht. Im Herbst 2016 wurden die Edelstahlknöpfe feierlich übergeben und nun ins Stadtbild eingebunden.“

Den letzten Knopf, den die Knopfprinzessin gemeinsam mit dem Ideengeber symbolisch in den vorbereiteten Beton drücken durfte, verzeichnet die 1892 gegründete Knopffabrik von Julius Donath. Die Familie Donath war dabei prägend für die Knopfindustrie der Stadt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die rüstige 97-jährige Elisabeth Donath mit ihrem Sohn bei der Einweihung des Knopf-Weges anwesend war.

Auf die Stolpersteine, die einen Durchmesser von zehn Zentimetern haben, ist die einstige Fabrik, deren Gründungsjahr sowie der Sponsor des Kopfes graviert. Fachmännisch wurden diese seit Mai 2017 durch die Heimatvereinsmitglieder Stefan Leonhardt, Bernd Schneider, Uwe Lemnitz und Stefan Funke verbaut. „Wir haben zwischen fünf Minuten und eineinhalb Stunden für das Einsetzen gebraucht“, erzählt Stefan Leonhardt.

Die Friedrich-Naumann-Straße sei die schwerste Herausforderung gewesen. Dort musste mit Hammer und Meißel sowie roher Gewalt der ausgewählte Pflasterstein aus dem Beton geschlagen werden, berichtete der frühere Hamburger. „2012 bin ich – der Liebe wegen – nach Schmölln gezogen.“ Nun hilft er tatkräftig bei der Verschönerungsarbeit mit und digitalisiert die historischen Daten der Stadt auf der Internetseite Knopfstadt.de.

Einen Kritikpunkt äußert Leonhardt jedoch: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Knöpfe größer und besser sichtbar wären.“ So stolpere man wirklich nur aus Versehen darüber, sofern man nicht davon wisse.

Bruno van Rems erachtet diese Brauchtumspflege dennoch als nötig und ist stolz, dass sein Plan solche Früchte tragen konnte: „Ich freue mich, dass nun meine Idee Wirklichkeit geworden ist.“ Seinen Angaben zufolge hätten früher bis zu 4000 Schmöllner Bürger einen Arbeitsplatz in der Knopfindustrie gehabt, diese Geschichte der Stadt und dieses Wirtschaftszweiges sei also ebenso unerlässlich für das Stadtbild von heute. Das sieht auch der Schmöllner Bürgermeister so: „Tradition braucht Herkunft und Herkunft braucht Geschichte.“

Die Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins Schmölln hoffen nun, dass viele Interessierte auf den Knopf-Spuren der Vergangenheit die Stadt unsicher machen.

Von Eva Anna-Lena Zorn

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