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Altenburg Kohlebahner machen Oldtimerlok flott
Region Altenburg Kohlebahner machen Oldtimerlok flott
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00:37 27.07.2015
Jürgen Döhler und sein Team müssen auch die Armaturen aufarbeiten. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Die Loks wurden dem Verein von der Mibrag geschenkt.

Konkret handelt es sich um die jüngere der beiden Kraftpakete - eine in der Maschinenfabrik Christoph Schöttler in Diepholz gefertigte Schöma CSL-200V mit der seltenen Spurweite von 900 Millimetern. "So neu ist die Maschine allerdings auch nicht mehr", sagt Döhler und lacht. Immerhin hat die CSL-200V auch schon 52 Jahre auf dem Buckel und wurde wie die vier Jahre ältere OFL-200V 1993 außer Betrieb genommen und eingemottet.

Über 20 Jahre Stillstand also. Da könnte sich während der Restauration so manche unschöne Überraschung zeigen. "Also die Maschine, ein Deutz-Dieselmotor mit zwölf Zylindern, ist noch völlig in Ordnung. Wir haben den Motor gereinigt, und er ist trotz des langen Stillstands auch schnell wieder angesprungen", sagt der 62-Jährige Ingenieurpädagoge. Allerdings seien die anderen technischen Ausstattungen der Lok in einem desolaten Zustand und bedürften einigen Arbeitsaufwandes. "Unterstützung erhalten wir hierbei von einer Spezialfirma aus Klostermannsfeld, die vor allem die revisionspflichtigen Teile erneuert", sagt der Experte.

Alles andere allerdings versuchen die Kohlebahner aus eigener Kraft zu erledigen. So ist das Chassis mittlerweile komplett gereinigt und sandgestrahlt und soll bald in sattem Schwarz erstrahlen. Das Fahrwerk erhält das typische Rot solcher Loks, und die Innenkabine für den Fahrer soll lichtgrau gestaltet werden. Weiterhin haben sich die Sanierer an der derzeit noch komplett zerlegten 24-Tonnen-Lok bereits die Keilriemen komplett erneuert, einen speziellen Anlasser besorgt, den es nur noch in Bundeswehrbeständen gibt, und sich auch um Sandstreuer, Klingel sowie Beleuchtung gekümmert. Weitere Bauteile, wie der Ölkühler und Kompressor, wurden komplett ersetzt, wie man derzeit auch über der Luftdruckanlage sitzt.

Dem Trio sitzt die Zeit im Nacken. Denn pünktlich zu den Westerntagen am 15. und 16. August soll das Kraftpaket mit 200 Pferdestärken wieder aus eigener Kraft rollen und die Züge der Westernfans ziehen. Deshalb fiebern die Kohlebahner nun dem kommenden Dienstag entgegen. Da hat sich ein Prüfexperte von der zuständigen Eisenbahnbehörde aus Erfurt angesagt, der die Lok genau in Augenschein nehmen will. "Entweder hebt der Experte den Daumen und gibt uns vielleicht wichtige Tipps, was wir noch machen sollen, oder er senkt ihn. Aber wir hoffen schon, dass wir eine Freigabe bekommen", gibt sich Döhler gespannt. Wann die andere Lok aus Helmstedt restauriert werden soll, ist derzeit noch unklar.

Aber schon eine einsatzbereite CSL-200V wäre eine Erleichterung für die Kohlebahner. Denn die drei derzeit eingesetzten V10C haben um die 60 Jahre auf dem Buckel und sind aufgrund dessen sehr störanfällig. "Die Schöma ist von ihren ganzen Konstruktion her weniger anfällig", weiß Döhler.

Jörg Wolf

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