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Altenburg Kommunen der VG Pleißenaue sagen deutlich „Nein“ zur Gebietsreform
Region Altenburg Kommunen der VG Pleißenaue sagen deutlich „Nein“ zur Gebietsreform
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05:00 19.10.2016
Mit wenigen Worten bekundet die Verwaltungsgemeinschaft ihre Ablehnung zur Gebietsreform. Quelle: Mario Jahn
Treben/Windischleuba

Die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pleißenaue sind wie viele andere Kommunen in Thüringen strikt gegen die Gebietsreform. Das verkünden sie seit einigen Tagen nun auch auf einem großen Banner an der Zufahrt zum Gewerbegebiet Windischleuba. Die Idee für diese Form der Meinungsäußerung sei bei Gesprächen mit den fünf Bürgermeistern entstanden. Federführend sei Windischleubas Gemeindeoberhaupt Gerd Reinboth (CDU) gewesen. „Der Standort für das Protest-Banner ist ganz bewusst gewählt – unmittelbar an der Grenze zwischen Altenburg und der VG Pleißenaue“, meint deren Vorsitzender Uwe Melzer.

Denn wenn die rot-rot-grüne Landesregierung ihre Pläne wie angedacht umsetzt, wird die VG zu Altenburg zugeschlagen. „Die Gemeinden Gerstenberg und Windischleuba grenzen an die Skatstadt. Von daher gibt es schon Begehrlichkeiten“, schätzt Melzer ein. Sich freiwillig mit anderen Partnern zusammenzuschließen, wie es die VG Rositz und die VG Altenburger Land angehen, dafür fehlen der Pleißenaue schlicht und einfach die Nachbarkommunen.

Zur Untermauerung der Absage an die Gebietsreform seien in Gerstenberg, Treben, Haselbach, Fockendorf und Windischleuba mehr als 1000 Unterschriften für ein Volksbegehren gegen die Pläne der Landesregierung gesammelt worden.

Einig ist sich Melzer mit den fünf Bürgermeistern der VG darüber, dass durch die Gebietsreform ein funktionierendes Gebilde mit guter Infrastruktur zerschlagen werde. „Unsere Kindereinrichtungen sind neu gebaut oder saniert, die Feuerwehren sind sehr gut ausgestattet, unser Verwaltungssitz kann sich thüringenweit sehen lassen“, nennt der VG-Chef nur einige Beispiele. Gut vorangekommen sei man auch beim Hochwasserschutz sowie bei der Breitbandversorgung.

Investitionen in den ländlichen Bereichen wird es nach einer Gebietsform in den nächsten Jahren nicht geben, so seine Befürchtungen. Bestärkt habe ihn darin die Aussage von Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), der auf dem jüngsten SPD-Kreisparteitag darauf hingewiesen hatte, dass es ein Irrglaube sei, dass die Städte nach der Reform für die eingemeindeten Orte mehr Geld übrig hätten (OVZ berichtete).

In der VG glaube man auch nicht daran, dass es nach der Reform Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfs vor Ort geben werde. „Wenn sich Handelseinrichtungen hier ansiedeln wollten, dann hätten sie es längst getan. Es wird wohl so bleiben, dass lediglich die Bäckerläden ein kleines Sortiment an Waren des täglichen Bedarf anbieten und die Bürger ansonsten auf eine mobile Versorgung angewiesen sind“, meint Melzer.

Anfangs habe es in den Papieren zur Gebietsreform noch geheißen, die zentralen Orte seien zu stärken. Jetzt gehe es nur noch darum, diese zu vergrößern. Damit mache die Landesregierung die für Thüringen typische Kleingliedrigkeit zunichte, was aber nicht zwingend nötig sei.

„Besonders ärgert mich, dass die viel Gespräche und Debatten über die Gebietsreform uns seit Monaten von der Arbeit abhalten, die dazu beiträgt, die Lebensqualität im ländlichen Raum noch zu verbessern“, macht er seinem Frust Luft.

Von Marlies Neumann

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