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Konditormeisterin Romy Strobel als Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet

Hohe Ehre Konditormeisterin Romy Strobel als Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet

Romy Strobel ist Unternehmerin des Jahres im Altenburger Land. Den zweijährlich vom Unternehmerinnen-Stammtisch und dem Landkreis vergebenen Preis bekam die 39-Jährige am Freitagabend im Landschaftssaal des Landratsamts verliehen. Die Konditormeisterin und zweifache Mutter leitet seit 2012 die Familienbäckerei und engagiert sich zudem gesellschaftlich.

Romy Strobel mit Teilen ihres Tagwerks vor der von ihrem Ur-Opa Paul gegründeten Traditionsbäckerei auf dem Altenburger Markt.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. So richtig realisiert hat sie es am Freitagabend noch nicht. „Es beeindruckt mich sehr, weil es etwas ist, worum ich mir keine Gedanken mache“, sagte Romy Strobel auf die Frage hin, was ihr die Kür zur Unternehmerin des Jahres bedeutet. Sie möge eben ihr Geschäft, sei Konditormeisterin mit Hand und Herz. Wahrscheinlich werde ihr erst später in einer ruhigen Minute bewusst, was sie in den vergangenen Jahren geleistet hat.

Ruhig geht es bei der 39-jährigen Mutter zweier Kinder selten zu. Kein Wunder. Ist sie doch seit fünf Jahren Inhaberin der Altenburger Traditionsbäckerei Strobel, die sie in vierter Generation führt und die in zwei Jahren ihren 100. Geburtstag feiert. „Romy Strobels Weg in die Selbstständigkeit war nicht unbedingt vorprogrammiert“, sagte Landrätin Michaele Sojka (Linke) in der Laudatio des zum sechsten Mal vom Unternehmerinnen-Stammtisch Altenburger Land und dem Landkreis verliehenen Preises. „Zumindest nicht so schnell. Für sie trifft eher die Formulierung zu: Ins kalte Wasser geworfen und ganz schnell schwimmen gelernt.“

Das hing damit zusammen, dass die Altenburgerin mit der schweren Erkrankung ihres Vaters 2012 plötzlich vor der Entscheidung stand, selbst Chefin zu sein. Sie überlegte nicht lange und packte die Chance beim Schopf. Brot, Brötchen, Kuchen, Torten, Plätzchen beherrscht Romy Strobel aus dem Effeff. Aber das rein Geschäftliche war Neuland für die Selbstständige, die auch Vize-Chefin der Bäckerinnung ist. Doch war ihr die Hilfe der Eltern sicher. Bei ihnen und ihren Schwiegereltern bedankte sie sich daher. „Ohne deren Unterstützung würde es nicht gehen“, sagte die frischgebackene Unternehmerin des Jahres mit „einem Klos im Hals“ und den Tränen nahe. Gleiches gelte für ihren Mann, „der mir hilft, wo er kann und den Rücken frei hält“ und für ihre beiden Kinder und „ihre Lebensfreude“. Auch den Opa und Ur-Opa, ohne die es die Bäckerei in der heutigen Größe mit sechs Gesellen, zwei Verkäuferinnen und Praktikanten nicht gebe, vergaß sie ebenso wenig wie ihr Team und „die Kundschaft, ohne die es nicht geht. Ich freue mich über jeden Moment, den ich durch den Laden hüpfen und mit Kunden schnattern kann.“

Sätze, die man kaum glauben mag angesichts eines um drei Uhr morgens beginnenden Arbeitstags. Aber wer Romy Strobel kennt, weiß: Es ist Berufung. In der Bäckerei herrscht, abgesehen von Sonn- un Montagen, trotz Termindrucks – 6.30 Uhr muss alles fertig sein – familiäres Flair. So wird im Team gefrühstückt und zu Mittag gegessen. Danach beginnt quasi ihre zweite Schicht mit Kindern (7 und 10 Jahre). Ganz zu schweigen davon, dass sie seit drei Jahren für Pro Altenburg im Sozial- und Kulturausschuss mitarbeitet und im Stadtrat sitzt, wo sie gelegentlich übrige Backwaren verteilt. Die spendet sie auch der Altenburger Tafel oder der Jungen Gemeinde. Zudem sitzt das Energiebündel im Gemeindekirchenrat und ermöglicht regelmäßig Kindergartengruppen eine Backstubenbesichtigung.

„Eiserne Disziplin, Fleiß, Engagement, Mut zum Risiko, unternehmerisches Geschick und Verzicht auf so manches Private – das sind Attribute, die Romy Strobel auszeichnen und die sie zu der erfolgreichen und in Altenburg angesehenen Geschäftsfrau gemacht haben, die sie heute ist“, würdigte sie Michaele Sojka weiter. Dass sie 1992 Mathe-Unterricht bei der heutigen Landrätin an der Gebrüder-Reichenbach-Schule hatte und somit quasi das Rechnen bei ihr lernte, schließt den Kreis. „Das kann ja nicht ganz schlecht gewesen“, kommentierte die frühere Lehrerin für Mathe und Physik diesen Umstand augenzwinkernd. Das restliche Rüstzeug holte sie sich als Konditorin in einem Fünf-Sterne-Hotel an der Ostsee, bei einem Arbeitsaufenthalt in Kanada – und im Familienbetrieb.

Von Thomas Haegeler

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