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Konzert für Sie begeistert mit Mixtur aus Operette, Oper und Chanson

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Ach, war das herrlich! Endlich einmal eine Pause vom weihnachtsmusikalischen Gedusel aus allen heimeigenen Lautsprechern und denen vom Weihnachtsmarkt.

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So schön könnte sparen sein

So träumt man in Altenburg von Paris: Alexander Voigt und Kim Sheehan im "Konzert für Sie".

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Und dafür vertraute Klänge aus der schönen Liebesstadt Paris.

Die genossen die Besucher des 34. "Konzerts für Sie" am Nachmittag des dritten Advents unter dem Motto "Eine Geschichte um Liebe, die Stadt der Lichter und zu viel Champagner" im Landestheater gern. Wenn nun einige fragen, wieso sie die vorausgegangenen 33 Konzerte verpasst hätten, muss man ihnen sagen, dass diese Konzertreihe vor vielen Jahren in Gera kreiert wurde und eben vor einigen Jahren als reines Nummernprogramm mit hausbackener und uninspirierter Moderation sehr sporadisch auch über uns gekommen ist.

Nun hat der musikalische Allrounder Jens Troester nicht mehr nur den Taktstock in die Hand genommen, sondern auch den Schreibstift für ein Libretto und gleich auch noch den Regiestuhl besetzt, wobei er in Heike Kley dafür und für die Choreografie eine gute Assistentin an seiner Seite hatte und Daniela Putz ihm Bühnenbild und Kostüme lieferte.

Herausgekommen ist eine vergnügliche, musikalisch stark angereicherte Operettenpersiflage, für deren Handlung er bei einer Operette von Jacques Offenbach eine zinsgünstige Anleihe nahm und damit zwei Sängerinnen und einem Sänger allerbeste Möglichkeiten gab, gesanglich zu brillieren und verrückt komödiantisch zu agieren.

Dies nutzten Jule Rosalie Fortisch, Kim Sheehan und Alexander Voigt - der für den erkrankten Peter Paul Haller als Gast kurzfristig einspringen musste und sich gut in die Inszenierung integrierte - weidlich und zauberten einen ganz vergnüglichen Nachmittag ins Große Haus des Landestheaters.

Die Aufführung ist zweigeteilt. Der erste Teil ist mehr die Introduktion für den Teil nach der Pause und schwächelt musikalisch durch die Gleichförmigkeit der Musik. Nach der schön gespielten Ouvertüre zu Offenbachs Operette "Pariser Leben" sind drei Stücke von Leroy Anderson einfach zu viel, wenn die anderen in Rhythmus und Tempo davon nicht viel abweichen. Hier hätte der Musikdramaturg eingreifen und das musikalische Geschehen aufpeppen müssen. Warum nicht mit Offenbachs berühmten Can-Can oder einem Marsch aus einer seiner Operetten?

Und nach solch einer Reihung der Musiken muss vor der Pause einfach ein Rausschmeißer kommen, der über die Pause hinweg Lust macht auf den zweiten Teil. Das ist nun Leroy Andersons Bugler's Holiday, dessen Musik sich am Ende selbst aushaucht, ganz und gar nicht. Dirigent und Musiker verlassen die Bühne und lassen das Publikum ratlos zurück. Erst die Licht-anknipser machen deutlich, dass nun Pause ist.

Im zweiten Teil, bei dem auch die Silhouette von Paris auf dem bläulichen Bühnenhintergrund sichtbar ist, reiht sich ein musikalischer Höhepunkt an den anderen. So vielgestaltig diese Stadt ist, so abwechslungsreich auch die mit ihr verbundene Musik. Da erklingt die "Marseillaise", bei der Jule Rosalie Fortisch durch die Besucherreihen geht und kleine Papierfähnchen in den französischen Nationalfarben verteilt und sich nicht nur hierbei einen Jux erster Güte macht. Kim Sheehan tut es ihr gleich und erweist sich in der berühmten Arie "Glitter und Be Gay" aus Bernsteins Candide als wahre Koloraturen-Komödiantin und tut sich mit ihrer Kollegin zur schön gesungenen und gespielten Barcarole aus "Hoffmanns Erzählungen" zusammen.

Die Fortisch singt mit der Mimi-Arie aus "La Boheme" ganz große Oper und mit Alexander Voigt das Trinklied-Duett aus "La Traviata", wobei der Gast in der Tenor-Partie an seine stimmlichen Grenzen stößt. Das ist seine einzige Einschränkung, denn wie er vor allem schauspielerisch und in den anderen Liedern wie dem Bill-Ramsey-Schlager "Pigalle" oder in der modernen Version von "Ganz Paris träumt von der Liebe" singt und spielt, weist ihn als ausgezeichneten Buffo-Tenor aus. Edith Piafs "La vie en rose" beschließt das Programm, für das es nicht enden wollenden Beifall gibt und zwei Blumensträuße von einem Herrn aus dem ersten Rang für die beiden Sängerinnen, die sie sichtlich gerührt an sich nahmen.

Der reiche Beifall galt auch der musikalischen Begleitung. Jens Troester kennt sein Orchester genau und führte es sicher durch die unterschiedlichen und nicht immer einfachen Musiken. Und die Komödienhandlung mit teils witzigen Dialogen, an der das Publikum viel Spaß hatte, rechtfertigt die Aufforderung an ihn: Meister, bleib nicht nur bei Deinen musikalischen Leisten!

 

 

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Manfred Hainich Kommentar

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