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Konzertreihe des Philharmonischen Orchesters startet außerhalb des Theaters

Konzertreihe des Philharmonischen Orchesters startet außerhalb des Theaters

Am Freitagabend geschah im Altenburger Residenzschlosses Bemerkenswertes: Das Theater hat sich dessen Festsaal als Spielstätte zurückerobert. Ältere Konzertfreunde werden sich erinnern, dass in den 1960er-Jahren das von Lothar Blüher gegründete Altenburger Kammerorchester diesen Saal als sein Domizil erkor und hier viele Konzerte gab.

Ein voller Erfolg: Das Philharmonische Orchester sorgt beim ersten Konzert im Residenzschlosses für einen vollen Festsaal.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Nun also ein neuerlicher Versuch, auch um neues Konzertpublikum zu gewinnen, das in Altenburg bekanntlich etwas zögerlich ist.

Nicht nur die Entscheidung, zwei Veranstaltungen aus der Reihe der Philharmonischen Konzerte herauszunehmen und mit eigener musikalischer Thematik in neuer Lokalität anzubieten, war äußerst klug, sondern auch die Tatsache, diese kleine Reihe mit Mozart zu beginnen. Zur Pracht des Festsaales passt keine Musik besser als die Mozarts. Altenburg hat das Angebot angenommen und den Saal restlos gefüllt.

Der neue Generalintendant Kay Kuntze höchstpersönlich begrüßte die Gäste und holte somit nach, wozu er am Sonntag vorher zur Spielzeiteröffnung verhindert war. Dass er dies allerdings "anonym" machte, führte in der Pause zur wiederholt geäußerten Frage, wer das denn eigentlich gewesen sei.

Das Konzert begann mit Mozarts schon sehr bekannter Serenata notturna, in der sich Streicher mit Pauken einem Streichquartett mit Kontrabass gegenüberstehen. Die drei Sätze bringen eine Fülle einprägsamer beschwingter Melodien. Was bei Mozart bloße Unterhaltung war, hatte auch immer Tiefe. Der Genius adelt auch das ganz Leichte. Und das auf Kammerkonzertgröße reduzierte Philharmonische Orchester unter Leitung des kommissarischen Generalmusikdirektors Jens Troester suchte diese Tiefe und überzeugte mit einer flotten und dadurch sehr frischen Interpretation.

Als dramaturgisch ausgezeichnet darf die Aufnahme von Mozarts Sinfonie Nr. 25 in g-Moll KV 183 in das Programm gelten. Damit überließ man selbiges nicht ausschließlich dem Unterhaltsamen, sondern bediente auch das sinfonisch Tragische und zeigte, was der 17-jährige Mozart darin schon zu leisten vermochte. Die für ihn bis dahin ungewöhnliche Tonart und das Auftauchen von Dissonanzen und differenzierter Rhythmik geben dem Werk etwas Düsteres und Tragisches, das von Troester und dem Orchester nicht überspielt, sondern ausgespielt wurde. Der Dirigent führte es zum musikalischen Grund dieser tragischen Sinfonie und erreichte dadurch eine überzeugende Interpretation, an der neben den Streichern vor allem die makellosen Bläser ihren Anteil hatten. Starker Beifall schon an dieser Stelle für die Musiker und den ausgezeichneten Dirigenten Jens Troester, dem Spiritus Rector dieses glanzvollen Abends.

Das dritte Stück war die Serenade "Eine kleine Nachtmusik" - eine Musik voller Anmut, die jeder Besucher mitsummen könnte. Darin gerade liegt eine Gefahr, sie für das Publikum nur hörbar zu machen und sie nicht als Konzertmusik zu spielen. Dem entgingen Dirigent und Musiker vollkommen. Die Interpretation lebte von der Qualität der Streicher.

Es folgte das Konzert für Harfe und Orchester A-Dur von Mozarts Zeitgenossen und Verehrer Carl Ditters von Dittersdorf (1739-1799). Mit einem reichen Werk hat er die volkstümlichen Züge der Klassik mit auszuprägen geholfen, was die glänzend spielende Harfenistin des Orchesters, Susanne Vetter, bewies. So viel Beifall wie hier hat Vetters in ihrer jungen Karriere wohl noch nicht bekommen - aber vollkommen verdientermaßen.

Der einzig vertretene Moderne im Programm war der Russe Alexander Raskatov (geb. 1953) mit der musikalischen Episode "5 Minuten aus dem Leben des W.A.M.", ein Violinsolo mit karger Orchesterbegleitung als Plagiat mozartscher Musik, vom 1. Konzertmeister Maximilian Junghanns mozartisch gespielt.

Der Beifall nach dem Schlusspunkt - dem Walzer von Josef Lanner "Die Mozartisten" - war so langanhaltend und intensiv, dass er eine Zugabe, die normalerweise nicht eingeplant ist, unumgänglich machte. Manfred Hainich

 

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