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Altenburg Kosma: Stadträtin beschwert sich über Rauswurf
Region Altenburg Kosma: Stadträtin beschwert sich über Rauswurf
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17:50 08.03.2017
Die Veranstaltung im Kulturhof Kosma mit Jürgen Elsässer (links) und André Poggenburg (Mitte) ist umstritten. Quelle: Mario Jahn
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Kosma

Der politische Aschermittwoch in Kosma produziert Nachwehen auf politischer Ebene. Linkenpolitikerin Mandy Eißing, Kreisrätin und Stadträtin in Altenburg, beschwert sich über ihren Rauswurf aus dem Kulturhof. Wie sie in einem Brief an die OVZ berichtet, war sie am Abend des 1. März mit „knapp zehn Freunden und Antifaschist_Innen“ nach Kosma gefahren, um die Veranstaltung des Compact-Chefredakteurs Jürgen Elsässer zu besuchen, auf der auch Sachsen-Anhalts AfD-Landesvorsitzender André Poggenburg als Redner angekündigt worden war. Die Gruppe sei noch auf dem Weg in den Veranstaltungsraum von „drei Herren“ gestoppt worden, darunter Andreas Sickmüller vom Altenburger Bürgerforum. „Wir versicherten ihnen, dass wir gekommen sind, um etwas mehr über die Ansichten des Bürgerforums und des Herrn Elsässer zu erfahren“, berichtete Eißing. „Ich bin Kommunalpolitikerin und wollte eine offene Diskussion und keine hinter verschlossenen Türen. Das wurde mir verwehrt.“ Mit Nachdruck sei die Gruppe der Veranstaltung verwiesen worden. „Unter Polizeibegleitung, die definitiv zu unserem Schutz von Nöten war, verließen wir das kosmanische Reich.“

Andreas Sickmüller bestätigt auf OVZ-Nachfrage die Zurückweisung an der Tür: „Es geschah aus Sicherheitsgründen.“ Zwar begrüße er den Wunsch der Gäste, in Dialog zu treten – „wir scheuen als Bürgerforum keine Diskussion und sind bereit, unsere Positionen zu überprüfen, wenn man uns Argumente liefert“, sagte der Sprecher. Aber die Veranstaltung „im vollen Saal mit lebhafter Stimmung“ sei für eine solche Debatte nicht geeignet gewesen. „Da Frau Eißing schon am Eingang mit einer inhaltlichen Diskussion begann, habe ich mich so entschieden. Die jungen Leute an ihrer Seite haben darauf sehr vernünftig reagiert.“ Die Kommunalpolitikerin erklärte in ihrem Brief, sie habe sich vor Ort bedroht gefühlt.

In diesem Kontext rückt auch Kulturhof-Betreiber André Ohneberg in den Fokus. Dass er sein Haus für rechtspopulistische Veranstaltungen öffnet, stößt zum Teil auf Kritik. Die Ohneberg allerdings so nicht stehenlassen will. „Ich vermiete das Objekt nur, ich bin nicht der Gastgeber, nicht der Einladende – und damit auch nicht für Entscheidungen des Gastgebers verantwortlich“, betonte er im OVZ-Gespräch. Er lasse sich politisch nicht auf eine Seite ziehen: „Der Kulturhof kann von allen politischen Parteien und Gruppen gebucht werden, sofern sie nicht verboten sind. Ich habe auch schon Angebote in alle Richtungen gemacht, aber es fehlt an Resonanz.“ Ohneberg weist zudem darauf hin, dass er regelmäßig Mieteinnahmen sozialen Projekten im Altenburger Land zur Verfügung stelle, zum Beispiel dem Rotary Club Altenburg. „Die Miete vom Aschermittwoch bekommt die lokale Stiftung für benachteiligte Kinder.“

Von Kay Würker

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