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Kosten für Benzin und Diesel im Altenburger Land belasten Wirtschaft im Altenburger Land

Kosten für Benzin und Diesel im Altenburger Land belasten Wirtschaft im Altenburger Land

Die anhaltend steigenden Preise für Benzin und Diesel werden im Altenburger Land nach und nach zum Standortnachteil. Darüber klagen von der OVZ befragte Vertreter der mittelständigen Wirtschaft, der Landwirte und Spediteure, die harte Kritik an den Mineralölkonzernen üben und mehr Druck durch die Politik fordern.

Altenburg. Von Jenifer Hochhaus, Thomas Haegeler und Jens Rosenkranz

Angesichts der aktuellen Spitzenwerte von knapp 1,74 Euro für einen Liter E 10 und 1,78 Euro für einen Liter E 5 im Altenburger Land steht für den ADAC fest: "Das ist bundesweit gesehen hart an der Obergrenze", sagte Jürgen Grieving, Sprecher des größten Automobilclub Deutschlands, auf OVZ-Nachfrage. Dass es in Schmölln teilweise sieben bis acht Cent pro Liter billiger war, bezeichnete er als "außergewöhnlich". "Da kann man nur jedem Autofahrer raten, dorthin zum Tanken zu fahren, solange das kein Umweg von 25 Kilometern ist."

Dieses Beispiel zeige zudem, dass es sich immer lohne zu vergleichen, erklärte Grieving weiter. Daneben empfehle er stets abends zu tanken, weil es drei bis fünf Cent billiger sei als zur Rushhour am Morgen. Auch ein Ausflug in die nächste Großstadt, etwa nach Leipzig oder Chemnitz kann sich lohnen. "Unserer Erfahrung nach ist es dort immer preiswerter, weil es auf einer viel kleineren Fläche mehr Tankstellen gibt als auf dem Land und damit mehr Konkurrenz."

Insgesamt hält Grieving die derzeit horrenden Preise für völlig ungerechtfertigt: "Der als Begründung angeführte hohe Ölpreis bröckelt, aber die Preise für Benzin und Diesel bleiben hoch." Ihm zufolge ist das ein sicheres Indiz, dass die Mineralöl-Konzerne das derzeit durch Ferien- und Urlaubszeit bedingte hohe Reise-Aufkommen knallhart ausnutzen, um Gewinn zu machen. "Das ist für keinen mehr verständlich oder nachvollziehbar."

"Es ist eine Riesenschweinerei, dass Betriebe und Autofahrer hier so abgezockt werden", nimmt Ulrich Winterstein kein Blatt vor den Mund. Der Regionalgeschäftsführer des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft sind die im Altenburger Land überdurchschnittlich hohen Preise als völlig unverständlich, wirtschaftlich schädlich und daher nicht zu akzeptieren. "Die Mineralkonzerne nutzen schamlos aus, dass Unternehmen mobil sein müssen." Das gelte auch für die Mitarbeiter, die ihre Flexibilität und Mobilität in der Vergangenheit erhöht hätten und an der Zapfsäule nun dafür bestraft würden. "Das kann und darf nicht sein", sagte Winterstein. Hier müsse allerschnellstens der Staat einschreiten, der schließlich am Spritverkauf mitverdient und auf einen Teil der Steuer verzichten sollte. "Außerdem muss die Politik den Druck auf die Mineralölkonzerne erhöhen", fordert Winterstein.

"Die Kostenspirale ist nicht gerechtfertigt, und ich kann darin auch keine Sinnhaftigkeit erkennen", meint Berndt Apel, Präsident des Kreisbauernverbandes. Für die Bauern würden die Dieselpreise immer problematischer, weil durch Ernte, Bodenbearbeitung und die jetzt begonnene Bestellung viel Diesel benötigt werde. Der Sprit allein könne womöglich kompensiert werden, durch die miserablen Preise bei Milch, Fleisch und Eiern und die ebenso gestiegenen Futtermittelpreise würden die Landwirte vor große Probleme gestellt, warnt Apel. "Wir sind eine Europäische Union, aber zwischen den Dieselpreisen der einzelnen Ländern liegen Welten". Und Deutschland sei dabei Weltmeister.

Auch Lee Reichelt, Geschäftsführer der gleichnamigen Spedition im Saaraer Ortsteil Zehma, ärgert sich über die steigenden Preise: "Es wird immer teurer - das ist ein wirtschaftlicher Nachteil, der nicht nur uns als Unternehmen trifft." Denn natürlich würden auf lange Sicht die erhöhten Kosten an die Kunden weitergegeben. Selbst wenn die Spritpreise nur um ein paar Cent steigen, ist das für seine Firma mit mehr als 100 Fahrzeugen ein Problem. "Das macht 20 000 bis 40 000 Euro mehr im Monat. Das merkt man", sagt er. Deshalb weist er seine Fahrer auch an, nicht unbedingt in der Region oder an der Tankstelle mit der leckersten Wurst anzuhalten, sondern dort, wo es am billigsten ist. "Da wir in ganz Deutschland unterwegs sind, geht das", sagt er. Und einen kleinen Trick nutzt Reichelt ebenfalls, um Geld einzusparen: Seit 2008 belohnt er die 25 Fahrer, die am billigsten tanken, mit einer Geldprämie.

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