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Kostendruck für Klinikum Altenburger Land

Kostendruck für Klinikum Altenburger Land

Mit gut einer Million Euro hat das Klinikum Altenburger Land einschließlich seiner Tochtergesellschaften im Jahr 2010 nur noch halb so viel Gewinn gemacht wie im Vorjahr. Durch Investitionen in neue Geschäftsfelder soll diese Entwicklung gestoppt werden.

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Großbaustelle Medicum: Für 25 Millionen Euro wird unmittelbar am Klinikum ein neues medizinisches Versorgungszentrum mit Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie, Gefäßheilkunde, Geburtshilfe und Frauenheilkunde errichtet. Der Anbau soll bis März 2013 fertig sein und das Leistungsangebot des Klinikums erheblich erweitern.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Von Günter Neumann

Die inzwischen zum dritten Mal vorgelegte sogenannte Konzernbilanz - die vom Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung bei jeweils nur einer Gegenstimme und Enthaltung bestätigt wurde - weist für 2010 einen Konzerngewinn von 1,123 Millionen Euro aus. Im Jahr davor waren es mit 2,371 Millionen Euro noch mehr als doppelt so viel.

"Wir sind mit einer hohen Kostensteigerung konfrontiert, die sich vorrangig daraus erklärt, dass wir im Klinikum den Tarif des öffentlichen Dienstes zahlen, was wir auch weiterhin tun werden", begründet Geschäftsführerin Dr. Gundula Werner die Entwicklung. "Man kann solche Kostensteigerungen nur noch mit entsprechenden Leistungssteigerungen auffangen, und das ist uns 2010 nicht in dem Maße gelungen."

Auch Geschäftsführer Dr. Lutz Blase räumt ein: "Es ist ein schlechteres Ergebnis als in den Vorjahren." Allerdings sei es im Vergleich mit anderen Krankenhäusern immer noch sehr gut. Dennoch werde die Entwicklung ernst genommen und gegengesteuert. Beispielsweise durch das Erschließen weiterer Leistungsbereiche über die klassische stationäre Krankenversorgung hinaus, etwa durch Aktivitäten im ambulanten Bereich. "Und für das laufende Jahr ist es uns auch bereits gelungen, den Kostenanstieg durch solche Leistungssteigerungen zu kompensieren." Irgendwann sei einfach die Decke erreicht, wenn man sich nur auf ein Geschäftsfeld konzentriere, erläutert der Klinikmanager die Notwendigkeit des Wachstums in neuen Bereichen. Gleichzeitig würden aber auch im stationären Bereich neue hochwertige Leistungen etabliert, die in kleineren Kliniken in der Nachbarschaft nicht angeboten werden, beispielsweise in der Tele-Neurologie. Ohnehin haben das Klinikum und seine Tochtergesellschaften in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel in die Weiterentwicklung ihrer Leistungsangebote investiert.

Größtes Projekt ist das derzeit als Krankenhauserweiterung entstehende Medicum, in das rund 25 Millionen Euro gesteckt werden. Die Durchleuchtungsanlage in der Gastroenterologie hatte ein Volumen von gut 400 000 Euro, die Angiografie-Anlage in der Radiologie kostete ungefähr 900 000 Euro und die Erweiterung der Schlaganfall-Station etwa 700 000 Euro, wie die Geschäftsführer vorrechnen.

Viele dieser Investitionen, die das Klinikum als gemeinnützige Gesellschaft aus den selbst erwirtschafteten Gewinnen wieder ins eigene Unternehmen steckt, wären eigentlich Landesaufgaben, wie Lutz Blase anmerkt. "Aber nicht nur der Freistaat Thüringen, auch alle anderen Bundesländer kommen dieser Aufgabe nicht oder nur ungenügend nach. Für unser Haus heißt das, wir bekommen nicht einmal die Hälfte des Investitionsbedarfs." Überwiesen werden etwa 800 000 Euro pauschale Förderung für Investitionen in die stationäre Versorgung. Doch allein für diesen Bereich der Muttergesellschaft liegt der Investitionsbedarf zwischen zwei und drei Millionen Euro. "Ohne Überschüsse könnten wir im Leben nicht diese Investitionen finanzieren", stellt deshalb Gundula Werner nochmals ausdrücklich klar. "Wir sind gezwungen, sie zu erwirtschaften und in der Gesellschaft zu belassen."

Nicht ohne Grund: In der jüngsten Kreistagssitzung hatte der Grünen-Abgeordnete Ingo Prehl überraschend und offenbar ohne Abstimmung mit seiner SPD-Fraktion eine Debatte über die Krankenhausgewinne begonnen und unter anderem die Verwendung für andere kreisliche Aufgaben gefordert.

Allerdings stoppte Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) diese Gedankenspiele umgehend und unmissverständlich: "Es war der klare Wille des Kreistages, das Klinikum so zu verselbstständigen, dass Entnahmen nicht mehr möglich sind", erinnerte er an bereits vor Jahren einvernehmlich vorgenommene Korrekturen im Gesellschaftervertrag. "Damit ist die Tür zu, Mittel für andere Zwecke zu entnehmen."

 

 

Seit der Integration der Schmöllner Heimbetriebsgesellschaft Ende 2007 hat das Klinikum nach Umsatz und Beschäftigtenzahl eine Größe erreicht, die die Vorlage eines jährlichen Konzernabschlusses erforderlich macht.

Das Klinikum Altenburger Land GmbH ist als Mutterunternehmen an folgenden Firmen beteiligt: Medizinisches Versorgungszentrum Altenburger Land GmbH zu 100 Prozent, Krankenpflegeschule Altenburger Land GmbH zu 50 Prozent, Krankenhaus-Service-Gesellschaft Altenburger Land mbH zu 51,15 Prozent und die Schmöllner Heimbetriebsgesellschaft mbH zu 94,23 Prozent.

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