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Altenburg Krach im ZAL-Büro landet vor Gericht
Region Altenburg Krach im ZAL-Büro landet vor Gericht
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18:21 13.03.2019
In diesem Gebäude in Wilchwitz soll es in einem Büro des ZAL zu dem Streit gekommen sein. Quelle: Mario Jahn
Altenburg/Wilchwitz

Was nun wirklich am 2. August 2016 in einem Büro des ZAL im Nobitzer Ortsteil Wilchwitz vorfiel, lässt sich nach zweieinhalb Jahren nicht mehr exakt rekonstruieren. Fest steht, dass es ein lautstarker Streit im Zweckverband Wasserver- und Abwasser am Dienstag bis vor das Amtsgericht Altenburg geschafft hat. Weil nämlich bis dahin der Vorwurf im Raum stand, dass Andreas W., ein Bürger mit einem Grundstück in Frohnsdorf, bei jenem Streit eine Mitarbeiterin des ZAL vorsätzlich körperlich verletzt haben soll – den Vorwürfen nach am Arm.

Mitarbeiterin erstattet Anzeige

Denn mit diesem Vorwurf stellte sie Strafanzeige, woraufhin die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl wegen Körperverletzung gegen den Mann auf den Weg brachte. Gegen die Zahlung von 600 Euro wäre das Verfahren eingestellt worden, freilich aber mit dem Effekt, dass Andreas W. seine Schuld somit eingestanden hätte. Das tat er nicht. Und so, wie die nun folgende Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht endete, hatte er dazu auch keine Veranlassung. Eine Körperverletzung ließ sich durch die Aussage der ZAL-Mitarbeiterin nämlich nicht beweisen. Nachvollziehbar war nur, dass es einen lautstarken Streit zwischen ihr und Andreas W. gab und dass sich daran eine kurze Rangelei um einen Akten-Ordner anschloss, in dessen Folge Papiere zu Boden fielen.

Einen Tag krank geschrieben

„Ich unterstelle ihm nicht, dass er mir wehtun wollte“, sagte die Zeugin. „Aber man sollte sich schon unter Kontrolle haben.“ Einen solchen Vorfall habe sie noch nie erlebt. Sie wurde krank geschrieben, wusste jedoch vor Gericht nicht mehr genau, weshalb und wie lange sie in Behandlung war. Möglicherweise wegen psychischer Folgen des Streits. Laut der in den Akten festgehaltenen eigenen Aussage bei ihrer Strafanzeige war sie damals nur einen Tag krankgeschrieben.

Für das Gericht stand damit fest, dass sich eine vorsätzliche Körperverletzung nicht beweisen ließ, und es stellte das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein – auch weil Andreas W. bislang juristisch als völlig unbescholten gilt.

Steuerzahler trägt Kosten

Ein Urteil mit zweierlei Folgen. Erstens trägt die Staatskasse und damit der Steuerzahler die Kosten des Verfahrens, inklusive jener Zahlungen, die der Angeklagte seinem Anwalt schuldet. Zweitens erhöht sich der Frust von Andreas W. nun noch mehr, nicht nur deshalb, weil er als selbstständiger Ingenieur für Elektrotechnik wegen des Gerichtstermins einen Auftrag nicht ausführen könnte und damit 600 Euro einbüßen würde. Noch mehr sauer ist W. auf den ZAL, den er nach diesem Vorfall fortan nie mehr ohne Zeugen aufsuchen wird, wie er gegenüber der OVZ betonte.

Streit um Abwasserkanal

Denn der Anlass des Streits im Büro des Zweckverbandes besteht weiter fort. W. plante auf seinem Frohnsdorfer Grundstück den Bau einer biologoischen Kleinkläranlage. Niederschläge will er in einer Zisterne sammeln, das gereinigte Abwasser soll in einen Teich fließen, dort zur Bewässerung genutzt werden, ein Teil würde versickern. Der ZAL ist gegen diese Lösung, vor allem, weil Wasser versickern soll. „Das geht so nicht“, erklärte die ZAL-Mitarbeiterin am Dienstag erneut vor Gericht. Denn der Verband verfüge dort über einen Kanal, an den sich W. anschließen muss. So sei die Rechtslage.

ZAL pocht auf Gebühren

Auf die dadurch entstehenden Kosten wurde W. in einem Schreiben hingewiesen. Der ZAL sei zur Erhebung von Grund- und Verbrauchsgebühren sowie eines Einmalbeitrages für die Benutzung der öffentlichen Entwässerungsanlagen berechtigt. Über diese Auffassung und seinen Vorschlag einer umweltfreundlichen und wassersparenden Lösung wollte er bei jenem Termin im ZAL-Gebäude reden. Doch dort wollte niemand seine Argumente anhören, sondern nur nach seinen Gebühren und dem Kanalanschluss fragen. Und nach Hause gegangen sei er schließlich mit einer Anzeige wegen Körperverletzung, weil er verärgert war und deshalb auch laut wurde.

Von Jens Rosenkranz

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