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Krach um Jugendclub – Tegkwitzer wollen das Domizil schließen

Lärmbelästigung Krach um Jugendclub – Tegkwitzer wollen das Domizil schließen

Es gab richtig Krach im jüngsten Gemeinderat von Starkenberg. Grund dafür war der Krach, der vom Jugendclub in Tegkwitz ausgeht. Gleich drei Familien waren gekommen, um sich über die Jugendlichen zu beschweren. Es sei nicht auszuhalten, so der einhellige Tenor der Anwohner.

Der Lärm im Jugendklub sorgt für Krach im Gemeinderat Starkenberg.

Quelle: dpa

Starkenberg. Praktisch täglich würden Bässe aus der Musikanlage durchs Dorf und in ihre Wohnzimmer donnern, ganz zu schweigen vom Garten. Seit nunmehr zwölf Jahren müssten sie mit diesen Zuständen leben und hätten nun endgültig die Nase gestrichen voll. Deshalb verlangten sie ohne Umschweife von der Gemeinde, den Jugendclub ein für alle Mal zu schließen.  Besonders verärgert sind die Bürger über den Gemeinderat. Sie hätten ihn bereits im März in Kenntnis gesetzt, gehandelt habe er aber bis jetzt nicht.

Vizebürgermeister Werner Kröber, der den wegen einer Schulung abwesenden Bürgermeister Wolfram Schlägel (Die Regionalen) vertrat, zeigte sich verständnisvoll. „Ich kann mir gut vorstellen, wie das stört. Sie haben Recht, das geht so nicht“, erklärte er und versprach abermals, sich kümmern zu wollen.

Das hätten sie bereits im März gehört, monierten die Anwohner. Sie hätten auch keine Lust mehr, mit den Verursachen des Lärms zu sprechen, denn das bringe schlichtweg nichts.

„So laut ist es doch gar nicht“, argumentierten die Jugendlichen, die offensichtlich aus Sorge um ihren Club auch zur Gemeinderatssitzung gekommen waren. Die Nachbarn würden übertreiben, und außerdem sei es bei den großen Boxen, die normalerweise für die Beschallung von Veranstaltungen genutzt werden, klar, dass diese etwas mehr zu hören seien. Worauf sich die Truppe von den Gemeinderäten eine Standpauke anhören musste. Es sei doch egal, wie groß Boxen sind, die Musik müsse einfach leiser gedreht werden.Was aber auch nicht unbedingt bedeuten muss, dass es leiser wird, ergänzten die Tegkwitzer: „Wenn die dann der Hafer sticht, rennen sie raus und schreien draußen rum, und dazu geht es die ganze Zeit: Moped an, Moped aus.“

Trotz des nicht zu bestreitenden Ernstes der Situation, gab es auch den einen und anderen Schmunzler hinter vorgehaltener Hand. Denn manche Dinge ändern sich eben nie. Und dazu gehört in jedem Fall der Konflikt zwischen Anwohner und Jugendclub. Auch in Starkenberg hat man diesbezüglich etliche einschlägige Erfahrungen in den Ortsteilen gesammelt. „Wir kennen uns mit dem Problem aus“, betonte Kröber und schlug einen Ortstermin vor.

„Keine Ortstermine mehr, wir wollen, dass der Jugendclub endlich geschlossen wird, der Lärm ist nicht mehr auszuhalten“, schimpften die Bürger daraufhin. Das sei doch aber keine vernünftige Lösung, entgegnete Gemeinderat Klemens Kratsch (Feuerwehrverein Naundorf). Die Jugendlichen müssten und wollten sich irgendwo treffen. Wenn es den Jugendclub nicht mehr gebe, würden sie an die Bushaltestelle oder ähnliche Orte ausweichen, was am Ende auch nicht besser sei. Deshalb sei für ihn eine Schließung keine echte Lösung. An die Jugendlichen gewandt sagte er: „Es gibt Rechte und Pflichten, an die müsst ihr euch aber halten.“ Und dazu gehöre, dass spätestens ab 22 Uhr komplett Ruhe zu herrschen habe.

Dass damit das Problem nicht aus der Welt ist, war allen klar. Deshalb sagte Kröber fest zu, in der nächsten Arbeitsberatung nach einer endgültigen Lösung zu suchen. „Bei der aufgeheizten Stimmung hier können wir das sowieso nicht klären. Dabei kommt nichts heraus“, warb er bei den Bürgern um Verständnis.

Jörg Reuter

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