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Krankenstand im Altenburger Land liegt bei 5,5 Prozent

AOK-Gesundheitsreport Krankenstand im Altenburger Land liegt bei 5,5 Prozent

Der Krankenstand der bei der AOK versicherten Beschäftigten lag im vorigen Jahr im Altenburger Land bei 5,5 Prozent. Das ist ein Anstieg zum Vorjahr. Am meisten blieben die Menschen wegen Muskel- und Skeletterkrankungen zu Hause, gefolgt von Atemwegserkrankungen. Psychische Probleme machen mittlerweile 9,1 Prozent der Ausfalltage aus.

Im Altenburger Land lag der Krankenstand im Jahr 2015 bei 5,5, Prozent.

Quelle: dpa

Altenburg. Zum vierten Mal in Folge ist in Thüringen der Krankenstand der AOK-Plus-Versicherten gestiegen. Lag er 2011 noch bei 4,7 Prozent, betrug er im vorigen Jahr bereits 5,8 Prozent. Das liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 5,3 Prozent. Auch im Altenburger Land waren im vorigen Jahr mehr Menschen krank als noch 2014. Zwischen Lucka und Ponitz kletterte der Krankenstand der AOK-Mitglieder in Betrieben und Behörden von 5,3 auf 5,5 Prozent, wie aus dem jetzt veröffentlichten AOK-Gesundheitsbericht für 2015 hervorgeht. Je 100 Beschäftigte gab es hier fast 150 Arbeitsunfähigkeitsmeldungen. Das ist eine Steigerung zum Vorjahr um 7,9 Prozent. Auch bei der Zahl der Krankentage geht die Kurve im Altenburger Land nach oben – um 4,9 Prozent. Im Februar lag der Krankenstand am höchsten, im August am niedrigsten.

Der Gesundheitsreport der Krankenkasse – treffender wäre das Wort Krankheitsreport – kann als repräsentativ gelten. Die AOK ist der Platzhirsch unter den Kassen und zog für die Betrachtung jene Versicherten heran, die beruflich tätig sind. Für das Altenburger Land flossen so die Daten von exakt 13 731 Personen, die hier arbeiten, in die Statistik ein.

„Die Entwicklung im Altenburger Land entspricht dem allgemeinen Trend in Thüringen und Sachsen“, sagt AOK-Plus-Fachberater Frank Mavius. Die Daten stelle das Wissenschaftliche Institut der AOK zur Verfügung, sie würden nicht kommentiert. Das wagt auch Mavius nicht und meint, dass das „Kaffessatzleserei“ wäre.

Im Durchschnitt war im Altenburger Land jeder AOK-versicherte Beschäftigte im vorigen Jahr 20,2 Tage krank geschrieben. Da entspricht einer Steigerung zum Jahr 2014 um 4,9 Prozent. Die Branche Öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung verzeichnete mit 6,7 Prozent den höchsten Krankenstand, gefolgt von der Branche Erziehung und Unterricht (6,6 Prozent) sowie Verarbeitendes Gewerbe (6,4 Prozent). Im Wirtschaftszweig Banken/Versicherungen reichten die Beschäftigten die wenigsten Krankmeldungen ein. Hier lag der Krankenstand 2015 bei 4,5 Prozent. Ähnliche Werte verzeichnen die Bereiche Land- und Forstwirtschaft (4,6), Energie/Wasser/Entsorgung/Bergbau sowie Dienstleistungen (je 4,7). Weshalb gerade bei der öffentlichen Hand ein recht hoher Krankenstand auftritt, mochte Mavius ebenfalls nicht bewerten.

Muskel- und Skeletterkrankungen führten im Altenburger Land im vorigen Jahr zu den meisten Ausfalltagen (23,4 Prozent), gefolgt von Atemwegserkrankungen (12,6 Prozent), Verletzungen (12,2 Prozent) und psychischen Problemen (9,1 Prozent). „Seit zehn Jahren beobachten wir einen Anstieg der psychischen Erkrankungen“, erläutert Mavius. Die Ursachen seien vielfältig, lägen vor allem auch im zunehmenden Stress sowohl beruflich als auch privat.

Der Anteil der AOK-versicherten Beschäftigten, die sich im vorigen Jahr in und um Altenburg einmal oder mehrfach krank meldeten, betrug 56,8 Prozent (2014: 54,4 Prozent). 4,8 Prozent der Versicherten blieben länger als sechs Wochen zu Hause. Diese Langzeiterkrankten verursachten 40,6 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage.

„Wir nutzen die Analysen, um Betriebe zu unterstützen“, erläutert AOK-Fachberater Mavius. Dabei geht es um das Vorbeugen von Krankheiten. Anhand der Daten könnten Unternehmen Bedingungen verbessern und auf präventives Verhalten der Mitarbeiter Einfluss nehmen.

Von Frank Prenzel

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