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Kraschwitz: Unbekannte zünden 450 Strohballen an

Kraschwitz: Unbekannte zünden 450 Strohballen an

Die Sonntagsruhe endete für Feuerwehrleute aus Wilchwitz, Windischleuba, Bocka und Pöppschen gegen 16.25 Uhr jäh im Sirenengeheul. Gleich hinter dem Nobitzer Ortsteil Kraschwitz standen in der Nähe des dortigen Silos aufgetürmte Strohballen lichterloh in Flammen - genau 450 Stück, wie sich später herausstellte.

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Ein Radlader zieht gestern schwelende Reste auseinander: Von den 450 Strohballen ist nichts übrig geblieben.

Quelle: Mario Jahn

Kraschwitz. "Als wir kurze Zeit später dort eintrafen, stand dieser große Berg von gut drei bis vier Metern Höhe bereits voll in Flammen. Kein Wunder bei trockenem Stroh", so der Nobitzer Ortsbrandmeister Thomas Hermann. Ebenfalls immens sei die davon ausgehende Rauchentwicklung gewesen. "Aber glücklicherweise stand der Wind günstig und hat die Rauchwolke über freies und unbewohntes Terrain und auch weg von den Kameraden getrieben, so dass wir ohne angelegten Atemschutz arbeiten konnten", so der Ortsbrandmeister. Insgesamt seien 35 Kameraden aus Windischleuba, Bocka, Pöppschen und Wilchwitz im Einsatz gewesen. Ein zum Löschen angeforderter Tanker der Altenburger Berufsfeuerwehr konnte den Einsatz abbrechen, denn auch dessen Wasservorrat hätte nicht zum Löschen gereicht. "Stattdessen haben wir uns entschieden, die Ballen kontrolliert abbrennen zu lassen. Auch weil der Einsatz eines Laders mit Teleskoparm zum Auseinanderziehen der brennenden Strohballen wegen der Hitze zu gefährlich gewesen wäre", so Hermann. Feuerwehrleute aus Windischleuba und den dortigen Ortsteilen überwachten das Abbrennen mit drei C-Rohren bis Mitternacht und wurden von Wilchwitzer Kameraden abgelöst, die bis gestern 8.30 Uhr am Brandort waren. In dieser Zeit mussten sie regelmäßig eine angrenzende Baumreihe mit Wasser kühlen, damit das Feuer nicht überspringt. Auch wegen einer anderen Tatsache mussten die Feuerwehrleute hellwach sein: "Wenn abgebrannte Rundstrohballen zusammensackten, konnten andere brennende Ballen wie Feuerkugeln losrollen", erklärte Hermann.

Gestern früh wurden die Reste per Radlader auseinandergezogen und gelöscht. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen 10 000 Euro. Was Hermann und seine Mitstreiter wütend macht: Brandstifter müssen ihre Hände im Spiel gehabt haben. "Wir haben am Brandherd einen Plastikkanister mit Benzin gefunden, und es brannte an mehreren Stellen." Die Polizei ermittelt.

Jörg Wolf

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