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Altenburg Kreissportbund im Altenburger Land deutlich verjüngt
Region Altenburg Kreissportbund im Altenburger Land deutlich verjüngt
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17:32 26.10.2015
Der neue Vorstand des Kreissportbundes: Martina Lengowski-Fischer, Sven Graichen, Steffen Rook, Hendrik Baum, Robert Streu, Torsten Krug v.l.. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

„Du bist raus“, herrscht Rolf Beilschmidt den Ex-Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB), Horst Gerth, an – und grinst. „Ich bin nicht raus“, entgegnet Gerth dem Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes (LSB) lachend – und lobte die scheidenden Mitstreiter Harald Moritz, Ulrich Vogel, Wolfgang Götze und Dietmar Nüdel. „Ihr habt stets Entscheidungen für die Sache getroffen“, sagt Gerth mit Tränen in den Augen. „Es war toll mit euch. Lasst das Herz weiter für den Sport im Altenburger Land schlagen!“

Doch der nicht nur durch diese Rede emotionale und minutenlange Abschied der zum Teil über 20 Jahre tätigen KSB-Köpfe war ein Grund, warum der 8. Kreissporttag am Freitagabend im Goldenen Pflug über drei Stunden dauerte. Schließlich gab es mit der Neuwahl des Vorstands um Hendrik Baum (die OVZ berichtete), zahlreichen Grußworten und Ehrungen und der Bilanz der vergangenen drei Jahre eine ellenlange Tagesordnung. So würdigten neben Beilschmidt auch Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert, Landrätin Michaele Sojka (beide Linke), Altenburgs Bürgermeisterin Kristin Moos und Sparkassen-Chef Bernd Wannenwetsch die Verdienste in sportlicher wie gesellschaftlicher Hinsicht.

Nicht zuletzt, weil „die Entwicklung des Sports im Kreis eng mit zwei Namen“ verbunden ist, wie Sojka sagte, standen Moritz und Gerth im Zentrum des Ehrenreigens. So erhielt Gerth neben der „Medaille für besondere Verdienste“ des Altenburger Landes auch die GutsMuths-Ehrenplakette des LSB in Silber. In Gold gab es diese Auszeichnung für Moritz, den die 46 Delegierten dazu noch einstimmig zum KSB-Ehrenvorsitzenden wählten.

Gründe für das Lob finden sich in der Bilanz einige. Neben der Ausrichtung von Höhepunkten wie „100 Jahre Deutsches Sportabzeichen“ vor zwei Jahren in Schmölln und Teilnehmern an Welt- und Europameisterschaften sowie Medaillengewinnern in anderen Titelkämpfen untermauern dies einige Zahlen. Zwar verlor man im Vergleich zu 2012 über 1000 Mitglieder, gewann aber vier der nun 136 Vereine hinzu. Zudem liegt die Zahl der angebotenen Sportarten unverändert bei 63 und der Organisationsgrad des Vereinssports in der Bevölkerung mit aktuell 16,8 Prozent auf konstant hohem Niveau (Thüringen 16,9 Prozent).

Auch die Zahl der Fort- und Weiterbildungen bei Trainern und Übungsleitern ist mit knapp 1000 fast unverändert hoch. Selbst die „Integration von Flüchtlingen wird bereits von unseren Sportvereinen umgesetzt“, so Ex-KSB-Vize Vogel, der den SV Schmölln und den SV Lumpzig als Beispiele nannte. Den vier Haupttendenzen des demografischen Wandels „weniger, weiblicher, älter und bunter“ begegnet man zunehmend mit spezifischen Angeboten.

Kritisch sieht man dagegen die zunehmende Beteiligungen der Vereine an Kosten für die Sportstätten. „Das bringt uns an den Rand der Insolvenz“, sagte etwa Klaus Mertes vom FSV Lucka. Dabei ist dies „weder mit dem Sportfördergesetz noch mit den wachsenden Anforderungen an den Sport als ‚Problemlöser‘ zu vereinen“, so Vogel, der hier mehr Unterstützung forderte. Trotz dessen und den demografischen Wandel „bieten sich dem organisierten Sport keineswegs nur Risiken und Nachteile, sondern auch Chancen und Entwicklungspotenziale“.

Von Thomas Haegeler

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