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Kreistag beschließt Millionen-Sanierung der Grundschule Nobitz

Kommunalpolitik Kreistag beschließt Millionen-Sanierung der Grundschule Nobitz

Die marode Grundschule in Nobitz wird für mehrere Millionen Euro auf Vordermann gebracht. Das beschloss der Kreistag des Altenburger Landes am Mittwochabend mit klarer Mehrheit. Die beschlossene Variante sieht vor, Haus 3 zu sanieren und zu erweitern. Eines der beiden anderen Gebäude soll abgerissen, das zweite umgenutzt werden.

Haus 1 der Nobitzer Grundschule soll nach der Sanierung anders genutzt beziehungsweise vermarktet werden.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die Grundschule in Nobitz wird für mehrere Millionen Euro auf Vordermann gebracht. Das beschloss der Kreistag am Mittwochabend mit klarer Mehrheit. Die beschlossene Variante sieht vor, Haus 3 zu sanieren und zu erweitern. Eines der beiden anderen Gebäude soll abgerissen, das zweite umgenutzt werden. Trotz Zustimmung von 36 der 39 Abgeordneten hagelte es Kritik für Landrätin Michaele Sojka (Linke). Grund: CDU und Regionale vermissen ein Konzept.

Dass die drei Schulgebäude mitten in Nobitz eine Schönheitskur brauchen können, ist schon von außen erkennbar. Neben fehlenden Toiletten, fehlenden Flucht- und zu schmalen Rettungswegen sowie alternder Elektrik und Heizungen begründet die Landrätin die Notwendigkeit aber auch mit den „drei Einzelgebäuden, die keinerlei bauliche Verbindung miteinander haben“. „Von Funktionalität kann wegen der Anzahl und Anordnung der Gebäude keine Rede sein“, heißt es weiter. „Dies bringt schulorganisatorische Mehraufwendungen mit sich.“

Deswegen wurde ein Architekturbüro beauftragt, das drei Sanierungsvarianten beleuchtete. Ergebnis: „Sanierung/Umbau Haus 3 mit Erweiterungsneubau“ erwies sich als am sinnvollsten. Neben der Sanierung des Hauses 3 soll zudem ein Anbau entstehen. Um dafür Platz zu haben, muss das marode Haus 2 abgerissen werden. Darüber hinaus soll Haus 1 nach der Sanierung anderweitig genutzt werden. So sollen die Funktionsbereiche konzentriert und die Verkehrswege optimiert werden. Heißt unter anderem: Es entstehen neue Toiletten, die Treppenhäuser werden integriert, die Räume an die Schulbaurichtlinie angepasst und alles wird behindertengerecht umgebaut.

Das hat allerdings seinen Preis: So schätzt das Architekturbüro die Baukosten derzeit grob auf bis zu 3,06 Millionen Euro. Hinzu kämen noch geschätzte Nebenkosten von rund 700 000 Euro. Selbst wenn der Kreis dies vom Land zu zwei Dritteln gefördert bekäme, blieben laut Vorlage eine bis 1,5 Millionen Euro Eigenanteil. Und genau daran entzündete sich die Kritik von CDU und Regionalen.

„Es ist gut, in Schulen zu investieren, aber wenn ich den Schulnetzplan sehe, fühle ich mich getrieben und frage, wohin der Plan eigentlich geht“, sagte CDU-Fraktionschef Uwe Melzer. „Ich habe Angst, dass wir die Prioritäten, die wir uns gesetzt haben, nicht erfüllen können.“ Deshalb wünsche er sich eine Prioritätenlisten, an der man sich langhangeln können. Dem stimmte Regionalen-Fraktionschef Klaus-Peter Liefländer voll zu und ergänzte, dass dieser Punkt auch in die Haushaltsdiskussion gehöre. „Wir haben bereits die Sanierung des Lerchenberg-Gymnasiums vor dem Haushalt beschlossen und sollen dies nun wieder tun. Das kann nicht sein, wenn ich sehe, dass allein im nächsten Jahr bis zu 375 000 Euro auf uns zukommen.“ Man könne nicht immer nur ein Projekt anschauen und die Gesamtsituation außer Acht lassen.

Sojka wiederum rechtfertigte ihren Vorstoß mit dem Verweis auf die kurze Bewerbungszeit von nur einem Monat bei dem neu entdeckten Landesprogramm, in das das Projekt passe. „Das wird ein Windhundrennen“, sagte die Landrätin. „Um da dranzukommen, braucht man aber fertige Konzepte. Das ist der Hintergrund.“

Von Thomas Haegeler

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