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"Kreistag führt Stellvertreterkrieg"

"Kreistag führt Stellvertreterkrieg"

Nach dem Eklat vorgestern Abend im Kreistag, als die Abgeordneten dem neuen Theaterchef mehrheitlich die Zustimmung verweigerten, sind viele um Schadensbegrenzung bemüht.

Altenburg. Inzwischen hat auch Kay Kuntze selbst, renommierter Berliner Theatermann, Fassung und Sprache wiedergefunden. Vorgestern, nach der für ihn mehr als unerfreulichen Debatte und der unerwarteten Ablehnung, sah er sich zu keinem Statement in der Lage.

"Ich fand das sehr überraschend, was sich da abgespielt hat. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet und bin betrübt über das Abstimmungsergebnis. Noch viel mehr bin ich darüber besorgt, wie ich dort angegangen wurde", so Kuntze gegenüber OVZ. Er habe sich vorstellen wollen, aber recht schnell den Eindruck gewonnen, dass dies benutzt wurde, um einen politischen Ersatzkampf zu führen.

"Wenn das auf dem Rücken des Theaters gemacht wird, und ich bin ja stellvertretend für das Theater dort, dann ist das besorgniserregend." Konsequenzen werde die Sache erst einmal nicht haben. Der 45-Jährige räumt aber ein, dass das Arbeiten dadurch keinesfalls leichter wird. "Sagen wir mal so: Es tanzt sich leichter auf einer Party, zu der man eingeladen ist."

"Ich bin sehr betroffen von dieser Entscheidung, die ich so nicht nachvollziehen kann und die ich auch nicht mittrage", so Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), derzeit Aufsichtsratsvorsitzender der Theater GmbH. Er stehe gemeinsam mit dem Landrat und dem Geraer OB hinter dem neuen Intendanten. Er solle sich nicht entmutigen lassen. "Das ist ein Stellvertreterkrieg, eine Auseinandersetzung an der völlig falschen Stelle."

Auch Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) findet es schlimm, wie Kay Kuntze vorgestern von Teilen des Kreistages behandelt worden sei. "Statt eines freundlichen, ehrlichen Willkommens gab es eine schallende Ohrfeige", zeigt er sich mehr als enttäuscht. Die Befragung durch einige der Kreistagsmitglieder sei zum Teil völlig an der Sache vorbeigegangen und stellenweise geradezu peinlich gewesen. Ihm hätten nach der Sitzung mehrere Personen, die gegen Kuntze abgestimmt haben, signalisiert, dass die Ablehnung vor allem mit der unbefriedigenden Gesamtsituation beim Theater zu tun habe. Nicht zuletzt sei sie auch gegen die beiden Mitgesellschafter Altenburg und Gera und deren Verweigerungshaltung in der Vergangenheit gerichtet gewesen. "Ich kann heute nur an alle Beteiligten appellieren, jetzt zusammenzuarbeiten, um die vor uns stehenden Aufgaben zu lösen. Im Streit wird das nicht gelingen."

Denn in Sachen Theaterfinanzen für die Jahre 2013 bis 2016 ist nach wie vor noch nicht alles unter Dach und Fach. Der Landrat hatte vorgestern Abend eine entsprechende Beschlussvorlage wieder von der Tagesordnung genommen. Der vom Freistaat vorgelegte Vertragsentwurf lasse an mehreren Stellen Interpretationsspielräume. "Dessen Auslegung kann sich für uns nachteilig auswirken. Deshalb müssen wir nachverhandeln, um einige Formulierungen zu verändern", so Rydzewski, wohlwissend, dass dies außerordentlich schwierig wird. Denn Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (SPD) bezeichnet den Vertrag als "ausverhandelt."

Rydzewski meldet zudem Bedenken an, ob unter den Gesellschaftern in Sachen Finanzkonzept Einvernehmen erzielt werden könne.

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