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Kreistag will Bio-Tonnen auch in Dörfern einführen und die Gebühren ändern

Abfallentsorgung Kreistag will Bio-Tonnen auch in Dörfern einführen und die Gebühren ändern

Bislang gibt es die grüne Tonne nur in den fünf Städten des Landkreises, künftig soll sie im gesamten Landkreis eingeführt werden. Das sehen Pläne des Kreistages vor, über die am Mittwoch abgestimmt werden soll. Dazu zählen auch die Erhöhung der Abfall-Grundgebühr und die Senkung der Mengengebühr beim Restmüll. Auch die Entsorgung der Bio-Tonne wird teurer.

Die Bio-Tonnen sollen künftig im gesamten Landkreis Altenburg eingeführt werden.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Der Kreistag plant die Änderungen der Müllgebühren, die Erhöhungen, aber auch Preissenkungen vorsehen. Zum 1. Januar 2017 sollen die Grundgebühr und die Kosten für die Bio-Tonnen steigen, die Entsorgung des Restabfalls soll jedoch billiger werden. Das sehen Vorlagen vor, die den Volksvertretern auf ihrer nächsten Sitzung zur Beschlussfassung vorliegen. Darin enthalten ist ebenso die flächendeckendende Einführung der Bio-Tonne, freilich mit Ausnahmen.

Diese Pläne wurden speziell vom Werksausschuss des Kreistages seit Monaten vorangetrieben, allerdings hinter verschlossenen Türen. Mitglieder des Gremiums waren nicht bereit, der OVZ zum Thema etwas zu sagen. Auch das Landratsamt ließ entsprechende Fragen der Redaktion unbeantwortet, mit dem Verweis darauf, dass das Thema im nicht-öffentlichen Teil des Ausschusses behandelt wurde.

Laut dem Kreislaufwirtschaftsgesetz müssen biologische Abfälle getrennt gesammelt werden, was in Deutschland unterschiedlich gehandhabt wird. Im Altenburger Land erfolgt die Entsorgung von pflanzlichen und tierischen Abfällen über die grüne Bio-Tonne, allerdings nur in Altenburg, Schmölln, Meuselwitz, Lucka und Gößnitz. Ab Neujahr ist nun die Einführung der flächendeckenden Bioabfallsammlung geplant.

Dies soll jedoch auf freiwilliger Basis geschehen, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Denn man kann sich von der grünen Tonne befreien lassen. Dazu muss im Einzelfall nachgewiesen werden, dass der Bio-Abfall auf jenem Grundstück kompostiert werden kann, wo er entsteht. Speiseabfälle im Kleingarten zu verwerten, ist demnach ausgeschlossen. Der kreiseigene Betrieb für Abfallwirtschaft soll kontrollieren, ob auf dem jeweiligen Grundstück entweder tatsächlich keine Abfälle anfallen und ob Kompostierung oder Eigenverwertung ordnungsgemäß durchgeführt werden. Denn zu Bioabfällen gehören nicht allein Blumensträuße, Obstschalen oder Grasschnitt, sondern auch Brotreste, Eierschalen, Fleisch- und Fischreste sowie verdorbene Lebensmittel.

Zum Nulltarif wird es die Einführung der grüne Tonne im gesamten Landkreis aber nicht geben. Zunächst müssen jene Haushalte die Entsorgungsgebühr bezahlen, die vorher keine Tonne hatten. Darüber hinaus verteuern sich für alle Haushalte die Grundgebühren. Das ergab eine Kalkulation für die Jahre von 2017 bis 2020, die das Landratsamt in Auftrag gegeben hatte. Danach steigt die jährliche Grundgebühr pro Person von 34,56 auf 34,80 Euro.

Teurer wird auch die Abholung der grüne Tonne selbst. Sie steigt von 29,70 auf 30,44 Euro für das 80-Liter-Gefäß bei 14-tägiger Entleerung, bei wöchentlicher Abholung von 59,40 auf 60,88. Anstiege gibt es ebenso bei den 120- und den 240-Liter-Tonnen.

Niedrigere Gebühren gibt es dafür beim Restmüll. Der Preis für die Entleerung einer 80-Liter Tone sinkt von 1,90 auf 1,72 Euro. Der 1,1-Kubik-Container verbilligt sich von 21,23 auf 18,78 Euro.

Weitere Tagesordnungspunkte der um 17 Uhr beginnenden Kreisstagssitzung sind der Jahresabschluss der TPT Theater und Philharmonie Thüringen für 2015 sowie die Verlängerung der Übertragung des Mauritianums und des Museums der Burg Posterstein an die jeweiligen Trägervereine. Zu Beginn gibt es eine Einwohnerfragestunde. Außerdem stellt Landrätin Michaele Sojka (Linke) den zum ersten Mal geplanten Doppelhaushalt für 2017/2018 vor.

Von Jens Rosenkranz

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