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Kreistag will Burg Posterstein und Mauritianum absichern

Ab 2017 Zehn-Jahresverträge geplant Kreistag will Burg Posterstein und Mauritianum absichern

Für die Förderung der eigenständig arbeitenden Museen Burg Posterstein und Mauritianum sind Zehn-Jahres-Verträge vorgesehen. Sie sollen bis September 2017 beschlussreif sein. Damit sollen die Museen für die Zeit nach der Kreisreform abgesichert werden.

Das Naturkundliche Museum Mauritianum Altenburg.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Es sind für die Region wichtige und weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Museen. Sie leisten eine beispielhafte wissenschaftliche Arbeit und führen seit vielen Jahren auch Kinder an Historie oder Natur heran: Das Museum Burg Posterstein und das Naturkundliche Museum Mauritianum in Altenburg. Doch die Einrichtungen sind auf Steuergelder aus dem Kreishaushalt angewiesen. Damit die Zuschüsse nicht ständig steigen und die Häuser eigenverantwortlich wirtschaften, standen beide vor zehn Jahren auch noch Pate für ein neues Finanzierungsmodell. Das Geld wurde den zwei Fördervereinen zur Verfügung gestellt und mit jeweils einem Fünf-Jahres-Vertrag verbunden. Auch die Beschäftigten in den Museen gingen vom Landkreis auf die Vereine über.

Die letzten Verträge laufen in diesem Jahr ab. Eigentlich war vereinbart, dass die neuen Vereinbarungen bis Ende 2015 zwischen dem Landratsamt und den Vereinen ausgehandelt werden. Das wurden sie aber nicht. Und deswegen gab es kürzlich zur Kreistagssitzung Streit. „So geht man nicht mit Partnern um, das ist unfair“, beschwerte sich SPD-Fraktionschef Dirk Schwerd darüber, dass man den Museen eine einjährige Hängepartie aufgehalst und im unklaren gelassen habe, wie es weitergeht, ohne Planungssicherheit.

Auch für Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) war es völlig unverständlich, warum man über das Thema nun ein Jahr zu spät verhandelt. Auch von der Landrätin bekam er darauf trotz mehrfacher Nachfragen keine schlüssige Antwort. Michaele Sojka (Linke) sagte, dass die Verwaltung „so ist wie sie ist“, dass die Verhandlungen andauerten und es offene Fragen gebe. „Mehr war in der Zeit nicht zu leisten.“

Damit steht fest, dass beide Museen vorerst keinen neuen Fünf-Jahres-Vertrag bekommen, sondern nur einen, der ihnen nur für 2017 einen Zuschuss sichert. Bis spätestens 30. September nächsten Jahres soll über eine weitere Verlängerung entschieden werden. Bis dahin haben Vereine und Museen Zeit, längerfristige Konzepte zu entwickeln.

Der Grund dafür ist vor allem die geplante Kreisgebietsreform, nach der das Altenburger Land mit Greiz und Gera fusionieren soll. Im neuen Kreistag „werden dann alle freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand gestellt“, sagte Vize-Landrat Matthias Bergmann zur Sitzung. Man müsse beide Einrichtungen vor dem Zugriff des neuen Kreisparlaments nach der Fusion sichern. Denn die Zuschüsse dafür sind eine freiwillige Leistung und damit vom Mehrheitswillen in der neuen Volksvertretung abhängig. Doch im neuen Kreistag, so Bergmann, stelle das Altenburger Land, wenn überhaupt, nur noch ein Drittel der Abgeordneten. Von Unfairness könne daher keine Rede sein.

Wie in den letzten Jahren kann das Mauritianum auch 2017 mit einem Zuschuss von 270 500 Euro rechnen. Posterstein soll erneut 139 500 Euro bekommen, kommt damit allerdings an seine Grenzen, warnten CDU-Kreischef Uwe Melzer und Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD). Schrade schlug deshalb vor, nach Möglichkeiten zu suchen, um das Museum bei den Betriebskostensteigerungen in den nächsten Jahren zu unterstützen. Mit dem Antrag, darüber noch einmal in den Ausschüssen zu reden, konnten sich CDU und SPD aber nicht durchsetzen. Das galt auch für den gemeinsamen Antrag, mit dem Mauritianum sofort einen neuen Zehn-Jahres-Vertrag abzuschließen, um den Naturfreunden eine sofortige Planungssicherheit zu geben. Der Kreistag sprach sich letztendlich dafür aus, neue langfristige Verträge bis Ende September 2017 auszuhandeln.

Von Jens Rosenkranz

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