Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Kreistag will Burg Posterstein und Mauritianum absichern
Region Altenburg Kreistag will Burg Posterstein und Mauritianum absichern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:16 17.11.2016
Müssen bis nähsten September langfristige Konzepte für die Zeit nach der Gebietsreform entwickeln: Burg Posterstein (l.) und das Mauritianum. Quelle: Fotos: Mario Jahn
Anzeige
Altenburg

Es sind für die Region wichtige und weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Museen. Sie leisten eine beispielhafte wissenschaftliche Arbeit und führen seit vielen Jahren auch Kinder an Historie oder Natur heran: Das Museum Burg Posterstein und das Naturkundliche Museum Mauritianum in Altenburg. Doch die Einrichtungen sind auf Steuergelder aus dem Kreishaushalt angewiesen. Damit die Zuschüsse nicht ständig steigen und die Häuser eigenverantwortlich wirtschaften, standen beide vor zehn Jahren auch noch Pate für ein neues Finanzierungsmodell. Das Geld wurde den zwei Fördervereinen zur Verfügung gestellt und mit jeweils einem Fünf-Jahres-Vertrag verbunden. Auch die Beschäftigten in den Museen gingen vom Landkreis auf die Vereine über.

Die letzten Verträge laufen in diesem Jahr ab. Eigentlich war vereinbart, dass die neuen Vereinbarungen bis Ende 2015 zwischen dem Landratsamt und den Vereinen ausgehandelt werden. Das wurden sie aber nicht. Und deswegen gab es kürzlich zur Kreistagssitzung Streit. „So geht man nicht mit Partnern um, das ist unfair“, beschwerte sich SPD-Fraktionschef Dirk Schwerd darüber, dass man den Museen eine einjährige Hängepartie aufgehalst und im unklaren gelassen habe, wie es weitergeht, ohne Planungssicherheit.

Auch für Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) war es völlig unverständlich, warum man über das Thema nun ein Jahr zu spät verhandelt. Auch von der Landrätin bekam er darauf trotz mehrfacher Nachfragen keine schlüssige Antwort. Michaele Sojka (Linke) sagte, dass die Verwaltung „so ist wie sie ist“, dass die Verhandlungen andauerten und es offene Fragen gebe. „Mehr war in der Zeit nicht zu leisten.“

Damit steht fest, dass beide Museen vorerst keinen neuen Fünf-Jahres-Vertrag bekommen, sondern nur einen, der ihnen nur für 2017 einen Zuschuss sichert. Bis spätestens 30. September nächsten Jahres soll über eine weitere Verlängerung entschieden werden. Bis dahin haben Vereine und Museen Zeit, längerfristige Konzepte zu entwickeln.

Der Grund dafür ist vor allem die geplante Kreisgebietsreform, nach der das Altenburger Land mit Greiz und Gera fusionieren soll. Im neuen Kreistag „werden dann alle freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand gestellt“, sagte Vize-Landrat Matthias Bergmann zur Sitzung. Man müsse beide Einrichtungen vor dem Zugriff des neuen Kreisparlaments nach der Fusion sichern. Denn die Zuschüsse dafür sind eine freiwillige Leistung und damit vom Mehrheitswillen in der neuen Volksvertretung abhängig. Doch im neuen Kreistag, so Bergmann, stelle das Altenburger Land, wenn überhaupt, nur noch ein Drittel der Abgeordneten. Von Unfairness könne daher keine Rede sein.

Wie in den letzten Jahren kann das Mauritianum auch 2017 mit einem Zuschuss von 270 500 Euro rechnen. Posterstein soll erneut 139 500 Euro bekommen, kommt damit allerdings an seine Grenzen, warnten CDU-Kreischef Uwe Melzer und Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD). Schrade schlug deshalb vor, nach Möglichkeiten zu suchen, um das Museum bei den Betriebskostensteigerungen in den nächsten Jahren zu unterstützen. Mit dem Antrag, darüber noch einmal in den Ausschüssen zu reden, konnten sich CDU und SPD aber nicht durchsetzen. Das galt auch für den gemeinsamen Antrag, mit dem Mauritianum sofort einen neuen Zehn-Jahres-Vertrag abzuschließen, um den Naturfreunden eine sofortige Planungssicherheit zu geben. Der Kreistag sprach sich letztendlich dafür aus, neue langfristige Verträge bis Ende September 2017 auszuhandeln.

Von Jens Rosenkranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gerade am Buß- und Bettag fällt es Andreas und Tessa Barth besonders auf, dass sie die Chefs eines Hotels in ungewöhnlicher Lage sind. Denn das Hotel Schwanefeld steht direkt auf der Landesgrenze von Thüringen und Sachsen.

18.11.2016

Am Sonntag kam es in Meuselwitz zu einem Verkehrsunfall, an dem drei Fahrzeuge beteiligt waren. Der Verursacher des Auffahrunfalls wurde dabei leicht verletzt, teilte die Polizei mit.

15.11.2016

Bananen konnten die Neudecks aus dem Ortsteil Wintersdorf von ihrer Staude zwar bisher nicht ernten, doch das Prachtexemplar der tropischen Pflanze macht auch ohne die gelben Früchte etwas her. In diesem Jahr war sie mindestens sieben Meter hoch und zog die Blicke viele Spaziergänger oder vorbeifahrender Autofahrer auf sich.

18.11.2016
Anzeige