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Kreistag will Lindenau-Museum und Schmöllner Gymnasium fit für Zukunft machen

Kommunalpolitik Kreistag will Lindenau-Museum und Schmöllner Gymnasium fit für Zukunft machen

Ein Schulteil des Schmöllner Gymnasiums wird erweitert, der andere aufgegeben. Für das Lindenau-Museum kann die Sanierungsplanung beginnen, die am Ende über zehn Millionen Euro kosten könnte. Diese wegweisenden Beschlüsse fasste der Kreistag am Mittwoch. Geld für beide Projekte fließt allerdings noch nicht.

Ein Architekt kann nun die Sanierungsplanung für das Lindenau-Museum beginnen, in das über zehn Millionen Euro fließen sollen.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Schmölln. Geknallt hat es am Mittwochabend im Landratsamt nicht. Dennoch fielen gleich zwei Startschüsse für Millionen-Projekte, die gleichsam wegweisend für die beiden Einrichtungen sind. Zum einen einigte sich der Kreistag auf einen Anbau für das Roman-Herzog-Gymnasium Schmölln, der am Standort Helmholtzstraße erfolgt. Dies bedeutet, dass das weit traditionsreichere Gebäude der Schloßstraße aufgegeben und anderweitig genutzt wird.

Ebenso beschlossene Sache ist nun die weitere Sanierung des Lindenau-Museums in Altenburg. Grundlage dafür ist der einstimmig vergebene Auftrag an ein Architekturbüro aus Radebeul, Planungsleistungen für die ersten drei Phasen zu erarbeiten. Die Honorarkosten belaufen sich auf 230 000 Euro, sind aber nur ein geringer Teil dessen, was insgesamt in den Musen-Tempel fließen soll. Nach Angaben von Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) werden es am Ende 10,7 Millionen Euro sein, vermutlich aber noch mehr. Als erste Schritte erfolgen die bereits begonnene Sanierung des Dachs (730 000 Euro) und der Fenster (870 000). 8,7 Millionen Euro sind unter anderem für Sanitäranlagen, Klimatechnik und den behindertegerechten Ausbau vorgesehen. Das Geld für die mögliche Nutzung von momentan noch verborgenen Kellerräumen sei darin aber nicht enthalten, sagte Wolf. Dafür sei ein weiterer Grundsatzbeschluss des Kreistags nötig. Der OB würdigte die angeschobene Modernisierung des historischen Gebäudes, auch weil es enorme Ausstrahlung für die gesamte Region habe. Die vergebene Planungsleistung an einen erfahrenen Architekten ermögliche die Beantragung von Fördermitteln, ohne die das Vorhaben nicht finanziert werden kann.

Mit der Hilfe des Landes rechnet der Kreis ebenso bei der Erweiterung eines Teils des Gymnasiums in Schmölln. Mit dem Beschluss, der mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung gefasst wurde, setzte der Kreistag einen vorläufigen Schlusspunkt unter eine monatelange hitzige Debatte, einschließlich von Demonstrationen vor der Schule. Anlass war eine Äußerung von Landrätin Michaele Sojka (Linke) gegenüber OVZ, in der sie eine Verlegung von Kursen der 11. und 12. Klassen nach Altenburg und die Schließung des Schulteils Schloßstraße erwogen hatte, der große Brandschutzmängel habe. Sojka war dafür zwar heftig kritisiert worden, hatte damit allerdings eine längst überfällige Debatte über die Zukunft des Gymnasiums angestoßen. Denn die Pläne für die Schließung eines Schulteils lagen zu diesem Zeitpunkt bereits seit Monaten in der Schublade der Schulleitung.

Was Sojka nicht bezweckte, war eine Verunsicherung der Eltern, die bis heute um die gesamte Existenz der Schule fürchten, sagte Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD). Eine Folge dessen sei sinkendes Interesse für die neue 5. Klasse.

Denn statt der üblichen 70 Anmeldungen seien es im Moment nur 44, wurde Marcel Greunke (CDU) konkret, der die Zahl 70 allerdings nicht belegte. Denn die jetzige Klassenstufe 5 zählt 54, die folgende 49 Schüler. Womöglich liege der Rückgang jedoch auch an der jahrelang fehlenden Schulleiterin, warf Katja Keller (Linke) ein.

Der Kreistagsbeschuss bedeutet nicht, dass mit Anbau und Sanierung begonnen wird. Auch ein Zeitpunkt steht nicht fest, dem Vorhaben wurde vom Kreistag durch einen Beschluss vom April aber höchste Priorität eingeräumt. Die Kosten dafür werden auf 2,8 Millionen Euro geschätzt, wovon zwei Drittel das Land übernehmen könnte. Die Anbau-Variante fußt auf durchschnittlichen Schülerzahlen von 520. Im Moment besuchen 420 Schüler das Gymnasium.

Klaus-Peter Liefländer (Die Regionalen) forderte nun ebenso für das Meuselwitzer Gymnasium ein tragfähiges Sanierungskonzept. Denn auch dort herrsche Abwanderung, weil die gymnasiale Oberstufe infrage gestellt wurde.

Von Jens Rosenkranz

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