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Altenburg Kreisverbandchef warnt vor Gefährdung der landwirtschaftlichen Betriebe
Region Altenburg Kreisverbandchef warnt vor Gefährdung der landwirtschaftlichen Betriebe
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05:10 16.02.2017
Zuletzt bekamen die Bauern 1,53 Euro pro Kilogramm Schweinefleisch. Um die Kosten zu decken, müssten es 1,65 Euro sei. Quelle: Mario Jahn (Archiv)
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Podelwitz

Auch die prachtvollsten Kornfelder im Sommer können nicht darüber hinwegtäuschen: Den Landwirten im Landkreis geht es nicht gut. Das wurde auf der jährlichen Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes am Dienstag in Podelwitz deutlich. Das vergangene Jahr stellte die Betriebe vor die schwierigsten Probleme seit der Wiedervereinigung, zeichnete Verbandschef Berndt Apel ein düsteres Bild. Ruinöse Preiseinbrüche vor allem bei Milch, Getreide und Schweinefleisch hätten die Bauern in Existenznöte getrieben. Bei etlichen sei die Zahlungsfähigkeit gefährdet, vielerorts fänden keine Investitionen mehr statt.

Hinzu komme eine teils aggressive öffentliche Diskussion, die sich gegen die Bauern richte, insbesondere bei den Themen Tier- und Umweltschutz. Als drittes gravierendes Problem nannte Apel die steigenden Auflagen der Politik, die die Produktion erschwerten.

Im vergangenen Jahr konnten die Betriebe im Altenburger Land nicht bei allen Kulturen an die Erträge von 2015 anknüpfen, ausgenommen Weizen und Zuckerrüben. Die größten Probleme liegen allerdings bei den Erzeugerpreisen. So sei der Milchpreis bis auf 20 Cent pro Liter eingebrochen, Ende 2016 stand er dann bei 30 bis 33 Cent, was immer noch viel zu wenig sei, sagte Apel. Ein Betrieb im Kreis habe deswegen die Produktion aufgegeben und auf Rindermast umgestellt.

Die Leistungen der Schweinezüchter und Ferkelmäster seien zwar gut bis sehr gut, doch seien jene 1,35 Euro pro Kilogramm, die im ersten Halbjahr 2016 erzielt wurden, zu wenig. Ebenso jene 1,61 Euro im zweiten Halbjahr würden die Kosten der Betriebe nicht decken. „Das muss sich ändern“, forderte der Vorsitzende.

Apel verlangte von der Politik ein klares Bekenntnis zum Schutz des landwirtschaftlichen Eigentums, eine ausreichende Übergangszeit bei anstehenden Veränderungen, keine weitere Reduzierung landwirtschaftlicher Flächen und mehr Anstrengungen in der landwirtschaftlichen Forschung. Der bäuerliche Berufsstand habe angesichts der jahrelangen hervorragenden Arbeitsleitung mehr Respekt verdient. Die anstehende Veränderung der Düngemittelverordnung müsse mit Augenmaß erfolgen. Apel erinnerte daran, wie erfolgreich die Landwirte bei der Biogas-Produktion zur Energiewende beigetragen haben. Auch hier forderte er die Politik auf, an dieser Energiegewinnung festzuhalten und den Bau neuer Anlagen zu unterstützen.

Seine Mitglieder rief Apel auf, bei der Öffentlichkeitsarbeit – wie den Tagen der offenen Tür oder Hoffesten – nicht nachzulassen. Er kündigte an, am 7. Oktober 2018 einen Tag der Altenburger durchzuführen, anlässlich von 200 Jahren Bauernreiten und anderer Jubiläen, wie dem Erntedank- und dem Trachtenfest. An diesem Tag wollen die Bauern zeigen, „wie die Welt ohne ihre Arbeit aus den Fugen geraten würde,“ sagte Apel.

Der Kreisbauernverband hatte zu Jahresbeginn 108 Mitglieder, die 23 707 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaften. Apel kündigte Aktivitäten an, um neue Mitglieder zu gewinnen. Mehr Mitglieder bedeuten mehr Gewicht bei der Durchsetzen der Interessen, sagte er. „Veränderungen funktionieren nur in der Gemeinschaft.“

Von Jens Rosenkranz

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