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Altenburg Kriebitzscher Brandopfer bedanken sich für Welle der Hilfsbereitschaft
Region Altenburg Kriebitzscher Brandopfer bedanken sich für Welle der Hilfsbereitschaft
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19:00 17.02.2017
Knapp drei Monate nach dem Brand schöpfen Sven Vollert und Thomas Kahnt neuen Mut. Zu Weihnachten, hoffen sie, werden ihre Häuser wieder bewohnbar sein. Quelle: Mario Jahn
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Kriebitzsch

„Die Hilfsbereitschaft war nach dem Brand einfach überwältigend“, sagt Thomas Kahnt dankbar. Er, seine Eltern sowie Nachbar Sven Vollert und seine Familie erlebten am 28. Dezember eine wahre Horrornacht. Ein technischer Defekt in einem Akkuladegerät löste in Thomas Kahnts Zimmer den Brand aus. Binnen weniger Minuten stand erst die Kahnt’sche Haushälfte in Flammen. Es dauerte nicht lange und das Feuer griff auch auf das Heim von Familie Vollert über (die OVZ berichtete). Ein zehnstündiger Löscheinsatz folgte, an dessen Ende zwar alle Glutnester bekämpft waren, aber auch beide Familien praktisch vor dem Nichts standen.

Nun, knapp zwei Monate nach den katastrophalen Stunden für die Familien, wenden sie sich an die Öffentlichkeit, um sich für die erfahrene Hilfe in aller Form zu bedanken. „Die Ersten, denen unser Dank gilt, sind die Kameraden der beteiligten Feuerwehren, die über Stunden alles versucht haben“, sagt Kahnt. Die Feuerwehrleute hätten sogar versucht, einen Teil des Spielzeugs der Kinder zu retten, und sofort begonnen, das Löschwasser aus seinem Haus abzupumpen, ergänzt Sven Vollert.

Von dem Schicksal der Familien, die nun obdachlos waren, aufgeschreckt, zögerte der Rositzer Bürgermeister Steffen Stange (SPD) keine Sekunde und kümmerte sich um eine erste Bleibe für die Abgebrannten. „Wir sind dann im Bernsteinhof untergekommen, wo uns auch die Neue Arbeit sehr geholfen hat“, so Thomas Kahnt. Kriebitzschs Gemeindechef Bernd Burkhardt (Die Linke) brach den Urlaub bei seiner Tochter ab, um zu helfen, fuhr zurück und besorgte den Betroffenen eine dauerhafte Bleibe, in der sie noch heute wohnen. Die Bürgermeister, Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofs, packten beim Um- und Aufräumen mit an, ließen ihre Kontakte spielen und leisteten in den Tagen darauf Unterstützung, berichten die Männer voller Dank. „So unbürokratisch und auf dem kurzen Dienstweg, das gibt es nicht überall“, meint Kahnt.

Überwältigt waren die Familien dann schließlich von der Unterstützung, die sie von der Bevölkerung erfuhren. Mit Geld-, Kleider- und Sachspenden halfen sie den Brandopfern durch die schweren Wochen. „Es war eine Welle der Hilfsbereitschaft, auch von wildfremden Menschen, die wir noch nie zuvor gesehen haben“, erklärt Kahnt. Auch seine Kunden im Fotofachgeschäft auf dem Altenburger Markt leisteten mit viel Empathie Unterstützung, sagt Vollert. „Von so viel Hilfe waren wir wirklich überrascht. Wir können uns nur bei allen bedanken.“

Inzwischen hat der Wiederaufbau des Doppelhauses begonnen. Während die Kahntsche Seite bis auf zwei Meter abgetragen wird, laufen bei Sven Vollert die Trocknungsgeräte in der komplett entkernten Wohnung. Bestenfalls müssen bei ihm „nur“ Dach und Innenausbau erneuert werden. Zu Weihnachten hoffen beide Familien, wieder in ihren Häusern wohnen zu können. „Ach, es ist schon alles schlimm, aber es gibt andere, denen geht es noch viel schlechter“, sagt Vater Dieter Kahnt und kämpft mit den Tränen vor seinem halben Haus. Die viele erlebte Hilfe habe er vor allem seinem Sohn Thomas zu verdanken, ergänzt er.

Von Jörg Reuter

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