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Altenburg Kündigung und nicht besetzte Stellen – an Schulen und Kitas fehlen Leute
Region Altenburg Kündigung und nicht besetzte Stellen – an Schulen und Kitas fehlen Leute
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16:29 11.03.2018
Kira Cromm, die Beauftragte für Suchtprävention an Kitas und Grundschulen, hört zum Monatsende auf. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Die Suchtprävention und die Sozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Freizeit haben Personalsorgen. Beide Probleme erreichten kürzlich den Jugendhilfeausschuss des Kreistages. Die Lösungen gestalten sich schwierig, denn es finden sich in diesen Bereichen immer weniger gute Fachkräfte.

So sind vier der 19 Stellen im Bereich Jugendsozialarbeit nicht besetzt. Darauf machte Sebastian Hübsch aufmerksam, der zuständige Fachberater im Landratsamt. Das Altenburger Land hatte erst im vergangenen Jahr die Betreuung von junge Leuten in ihrem privaten Umfeld neu aufgestellt. Um hier flächendeckend zu wirken, wurde der Kreis in fünf Aktionsräume aufgeteilt, in denen vier bis fünf Jugendsozialarbeiter unterwegs sind. Durch die Unterbesetzung würden einige am Limit arbeiten, warnte Hübsch. Es müsse alles daran gesetzt werden, die freien Stellen zu besetzen. Wie das geschehen soll, blieb aber offen.

Ebenso unklar ist die Wiederbesetzung im Bereich der Suchtprävention bei jungen Leuten ab April. Nach jahrelangen fruchtlosen Debatten und gegen Widerstände hatte der Jugendhilfeausschuss 2015 endlich eine Stelle geschaffen, die sich um Vorbeugung und Aufklärung an Schulen und Kindergärten kümmern soll. Dafür standen jährlich 55 000 Euro im Kreishaushalt. Besetzt wurde die Stelle von der Sozialpädagogin Kira Cromm, die aber Ende des Monats aufhört. Aus privaten Gründen, wie es heißt. Für die Neubesetzung zuständig ist das Psychosoziale Diakoniezentrum der Horizonte GmbH, das den Zuschlag für diese Stelle bekommen hatte. Von dort hieß es bislang, es sei schwierig, für Ersatz zu sorgen.

Doch selbst wenn sich jemand findet, braucht derjenige Zeit, sich in die Materie der Suchtvorbeugung an Grundschulen und Kindergärten hinein zu fitzen. Darauf wies Kira Cromm hin, der das selbst nicht auf Anhieb gelang. Dafür konnte sie im letzten Jahr beeindruckende Zahlen vorweisen. So hielt sie 144 Veranstaltungen ab und erreichte 183 Eltern und 2408 Kinder. 2016 waren es nur 926 Halbwüchsige. Beim Thema Suchtvorbeugung in diesem Alter geht es nicht um illegale Dogen, sondern zunächst um Süßigkeiten, die übermäßige Nutzung von Handys oder Computern und am Ende der Grundschulzeit auch um Tabak und Alkohol.

Dass Handlungsbedarf besteht, belegt die Zahl, dass in Deutschland jedes sechste Kind bei suchtgefährdeten Müttern oder Vätern aufwächst. Dazu zählt mittlerweile auch, dass Drittklässler beklagen, dass ihre Eltern mehr Zeit mit ihrem Smartphone verbringen, als mit ihren Kindern selbst, so wie dies Cromm in ihren Veranstaltungen erfuhr.

Dritte Baustelle in der Jugendhilfe des Kreises ist die Sozialarbeit an Regel- und Berufsschulen sowie Gymnasien, bei der es eine Zweiklassen-Gesellschaft gibt. Denn nicht alle Schulen haben bislang einen Betreuer. Dazu kommen ungleiche Arbeitsbedingungen. Jene sechs Sozialarbeiter, die über freie Träger angestellt sind, haben unbefristete Arbeitsverträge; die beim Landkreis Beschäftigten ärgern sich seit Jahren über befristete Verträge. Eine solche Unsicherheit gefährdet eine langfristige Bindung guter Leute an ihre Tätigkeit. Die Linken wollen das ändern und legen dazu auf der heutigen Kreistagssitzung einen Antrag vor. Der sieht ebenso Sozialarbeiter an allen Schulen vor, die der Landkreis verwaltet.

Von Jens Rosenkranz

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