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Altenburg Künstler-und Wenzelgarde Altenburg feiert mit „Rüben in Aspik“ ihr Jubiläum
Region Altenburg Künstler-und Wenzelgarde Altenburg feiert mit „Rüben in Aspik“ ihr Jubiläum
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00:30 07.06.2018
Die Altenburger Künstler- und Wenzelgarde: Dieses Foto entstand vor etwa zwei Jahren aus Anlass der Verabschiedung des künstlerischen Leiters Wolfgang Langner, der an Karin Kundt-Petters übergab. Quelle: privat
Altenburg

Es ist die Freude am Spielen, die sie jeden Montagabend nach einem anstrengenden Arbeitstag in die Räumlichkeiten der Künstler-und Wenzelgarde auf den Topfmarkt in Altenburg zieht. Sich verkleiden, in verschiedene Rollen schlüpfen und unterschiedliche Charaktere darstellen, aber auch der Zusammenhalt in einer Gruppe Gleichgesinnter - das alles lässt sie die Anstrengungen der wöchentlichen Proben, der Auftritte und zusätzlichen Belastungen vergessen.

Angefangen hat alles „wegen der vier Wenzel“. Als im Jahr 2002 das Internationale Skatgericht seine Arbeit in Altenburg aufnahm, wurde der Wunsch nach einer besonderen Touristenattraktion laut, den Wenzelbrüdern. Wer besonders viel Glück beim Skatspiel wollte, der konnte am historischen Skatbrunnen eine Kartentaufe durchführen lassen. Noch erfolgreicher allerdings war man im Skatspiel, wenn die Taufe von den vier Wenzeln durchgeführt wurde. Doch bei jeder Nachfrage nach „den vier Brüdern“ suchte man erneut nach geeigneten Darstellern.

Gründung der Wenzelgarde im Mai 2003

Das war auf Dauer nicht tragbar, musste doch jedes Mal der Text neu geschrieben und erlernt werden. Wolfgang Lindner, Textautor und Regisseur der Laiendarsteller, suchte nach einer Möglichkeit, immer die vier gleichen Wenzel die Taufe durchführen zu lassen. So kam es am 20. Mai 2003 zur offiziellen Gründung der „Wenzelgarde“, die zur damaligen Zeit aus elf Personen unter Leitung von Wolfgang Lindner bestand. Heute gehören ihr 28 aktive Mitglieder an. Sie kommen aus allen Schichten der Bevölkerung, sind Selbstständige, Angestellte, Handwerker, Studenten oder Rentner. Was sie vereint, ist die Liebe zum Theater.

Um ganzjährig schauspielern zu können, schlossen sich etliche Laiendarsteller vom „Prinzenraub“ der „Wenzelgarde“ an. Durch diesen Zuwachs kam es zur Umbenennung in „Künstler-und Wenzelgarde“. Jeden Montag von 18 Uhr bis 20 Uhr proben die Mitglieder des Vereins in ihren Clubräumen, die sie gemeinsam mit dem Förderverein „Prinzenraub“ nutzen.

Ihre Auftritte sind gefragt. Ob auf dem Weihnachtsmarkt in Altenburg, im Teehaus, in Kindergärten oder Schulen – die Märchenaufführungen, aber auch die selbst geschrieben Stücke von Wolfgang Langner, begeistern immer wieder Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Und man kann sie auch für private Feiern buchen, wie zum Beispiel für Geburtstage, Hochzeiten oder andere Festlichkeiten.

Jeder lernt den Text auf seine Weise

Für das Erlernen der Rollen hat jeder so seine eigene Methode. Die Einen sprechen laut den Text zuhause bei der Hausarbeit vor sich hin, andere wiederum im Auto oder in den Pausen auf Arbeit. Geprobt wird dann das Zusammenspiel unter Leitung von Frau Kundt-Petters (ehemals Schauspielerin am Landestheater Altenburg/Gera), die die künstlerische Leitung vor zwei Jahren von Wolfgang Lindner übernommen hat.

Für ihre Auftritte verlangt die Theatergruppe eine kleine Aufwandsentschädigung, die meist in den Bau von Kulissen, den Erwerb von speziellen Kostümen oder die Miete für die Proberäume fließt. Ansonsten machen sie alles selbst. Bei der Auswahl der Kostüme trägt jeder seinen Anteil bei. Da wird der eigene Kleiderschrank durchforstet, ausgewählt, zusammengestellt oder Teile werden umgenäht. Mittlerweile haben sie einen eigenen kleinen Fundus.

Eigeninitiative ist groß, doch Sponsoren werden dringend gesucht

Dennoch, trotz aller Aktivitäten und Eigeninitiative: Sponsoren sind wichtig und werden auch weiterhin dringend gesucht, denn alles können sie nicht alleine bewältigen. „Und ein Auto, das Darsteller und Requisiten zu den Aufführungen bringt, wäre nicht schlecht“, lächelt Eva Pommer, die rührige Chefin des Laienspielensembles.

Am 20. Mai haben sie ihr fünfzehnjähriges Bestehen gefeiert. Für dieses Jubiläum studierten sie ein neues Stück ein – „Rüben in Aspik“ von Dana Weber. Es ist eine gespielte Kuriosität über eine Überproduktion an Rüben in einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. „Es wird lustig werden“, versichern die Ensemblemitglieder. Die Premiere wird an diesem Sonnabend, dem 9. Juni, um 19.30 Uhr im Teehaus Altenburg zu sehen sein. Eine zweite Aufführung folgt um 21 Uhr.

Übrigens: Spielfreudige Neuzugänge sind jederzeit herzlich willkommen.

Von Margitta Tittel

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