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Altenburg Künstler- und Wenzelgarde bringt „Stadtmusikanten“ auf die Bühne
Region Altenburg Künstler- und Wenzelgarde bringt „Stadtmusikanten“ auf die Bühne
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17:22 26.11.2018
Tierisch gut drauf: Katze (Katrin Franke), Esel (Michael Heyn), Hund (Imke Göbel) und Hahn (Dana Weber) gaben das Hauptfiguren-Quartett (v.l.). Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Zur Einstimmung auf die Adventszeit hatte die Künstler-und Wenzelgarde am Sonntag zu einem Märchenspiel in die ausverkaufte Orangerie des Altenburger Schlosses eingeladen. Eingeübt hatten die Mitglieder des Ensembles „Die Stadtmusikanten“, frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm.

Aufbruch gen Altenburg

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von den vier Haustieren – Esel, Hund, Katze und Hahn –, die ihren Besitzern infolge ihres Alters nicht mehr nützlich sind und getötet werden sollen? Den Tieren gelingt es zu entkommen und zufällig treffen sie sich im Wald. Alle folgen dem Vorschlag des Esels, in Bremen Stadtmusikanten zu werden.

Also brechen sie in die Stadt – im Stück natürlich nach Altenburg – auf. Dort kommen sie aber nie an, weil es ihnen auf dem Wege gelingt, eine Räuberbande zu verjagen und fortan in deren Haus zu leben. Eine Geschichte über Mut, Zusammenhalt und Freundschaft als Tierfabel, aufgeschrieben vor über zweihundert Jahren und noch immer aktuell.

Großer Spaß für junge und alte Besucher

Doch wie das alles auf eine so kleine Bühne wie jene in der Orangerie bringen? Wie die Tiere darstellen, die Kostüme oder das Bühnenbild gestalten? Und vor allem: wie umschreiben, damit es auch bei den kleinen und größeren Kindern ankommt? Fragen über Fragen und so sei ein klein wenig Skepsis und ein großes Fragezeichen vor Spielbeginn erlaubt.

Um es vorweg zu sagen: Die Mitglieder der Wenzelgarde haben alles hervorragend gelöst. Das Stück von Dana Weber und Andy Drabek hat sehr viel Charme, Witz und Aussagekraft. Die Schauspieler waren mit ganzem Herzen dabei, hatten Freude am Spiel, was sich auch auf die Zuschauer übertrug. Von Anfang an wurde das junge Publikum ins Geschehen mit einbezogen, lachte und bangte mit den Darstellern, fürchtete sich aber auch ein wenig vor den vier Räubern, dargestellt von Frank Müller, Heinz Pill, Christian Frank und Karin Beutler.

Mit ihrer ganz eigenen Version der „Stadtmusikanten“ – natürlich aus Altenburg und nicht aus Bremen – hat die Künstler- und Wenzelgarde ihr diesjähriges Weihnachtsmärchen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Gelungene Tiere, humorvolle Räuber

Vor allem Beutlers herrlich-komischer Räuber Stibitz beeindruckte die Kinder und ließ sie immer wieder zusammenfahren, wenn er durch die Reihen ging. So auch die vierjährige Emilia, die sich ängstlich an ihre Oma drückte, als der Räuber sie ansprach. Doch die Angst verflog recht schnell, zu spannend war das Geschehen auf der Bühne. Sowohl die kleinen als auch die großen Zuschauer erfreuten sich an den Erfolgen der Stadtmusikanten, lachten mit ihnen oder sorgten sich um sie, wenn mal etwas schief ging. Alle hatten sichtlich großen Spaß an der Aufführung, was mehrmals zu spontanen Beifallsbekundungen führte.

Besonders der Hahn und die Katze – sehr authentisch und liebenswert von Dana Weber und Katrin Franke verkörpert –, die sich ständig zankten, am Ende aber gute Freunde wurden, hatten es den Kindern angetan. Aber auch der besonnene Esel (Michael Heyn) und der tapfere Hund (Imke Göbel) überzeugten mit ihrem Spiel und brachten die Kinder immer wieder zum Lachen. Begeisterung brach im Saal aus, als die vier Möchtegern-Musikanten mit ihrem „Gesang“ die Räuber aus dem Altenburger Stadtwald vertrieben. Nun gehörte das Haus ihnen, an eine Karriere als Stadtmusikanten in der Skatstadt dachte keiner mehr.

Erfolg vor und hinter den Kulissen

Damit ein Stück gelingen kann, sind auch Nebenrollen sehr wichtig. So wäre die Geschichte ohne die Marktfrauen Frau Muff (Eva Pommer), Frau Huhn (Margit Weber) und die Metzgerin (Brigitte Baumgärtl) undenkbar. Aber auch Technik (Andy Drabek) und Bühnenbild (Waldemar Beutler) trugen zum Gelingen der Aufführung bei.

Es war eine rundum überzeugende Premiere, auch wenn einigen Darstellern die Aufregung anzumerken war. Die Laiendarsteller hatten wenig Zeit zum Üben. Erst ab August – und dann nur einmal pro Woche – waren Proben möglich. Erschwerend kam hinzu, dass die meisten Rollen doppelt besetzt wurden, so Karin Kundt-Petters. Dennoch brachte man unter ihrer Regie erneut ein Märchenspiel zur Aufführung, das Darstellern und Publikum gleichermaßen Freude bereitete.

Auch den Machern hinter den Kulissen – dem Teehausverein – sollte ein Lob ausgesprochen werden. Mit der Bereitstellung der Räumlichkeiten, der Werbung und dem Verkauf der Eintrittskarten trugen sie mit zum Erfolg des Stücks bei.

Freuen kann man sich auf weitere Aufführungen: Am 2. Dezember auf dem Markt in Altenburg und auf der Straußenfarm in Hartha, am 8. Dezember beim Hüttenzauber auf dem Schloss Altenburg, am 9. Dezember auf dem Altenburger Weihnachtsmarkt und am 15. Dezember bei der Lebenshilfe Altenburg.

Von Margitta Tittel

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