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Kulturminister rät Museen im Kreis Altenburg: Habt mehr Mut zum Protzen

Kulturminister rät Museen im Kreis Altenburg: Habt mehr Mut zum Protzen

Nein, Probleme gebe es nicht, es gebe nur Herausforderungen, meinte Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) gut gelaunt bei seinem Besuch im Altenburger Lindenau-Museum. Genau dort, beim zweiten Stopp seiner kleinen Kulturreise durch den Landkreis, präsentierte Direktorin Julia M. Nauhaus ihm eine Vielzahl dieser Herausforderungen.

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Benjamin-Immanuel Hoff Land Thüringen besucht das Lindenaumuseum.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Ein großes Gemäldedepot würde sie sich wünschen, ein angestellter Gemälderestaurator fehle, für Provenienzforschung gebe es weder die finanziellen noch personellen Voraussetzungen, um nur drei Beispiele zu nennen.

Wie schon sein Vorgänger, dem Nauhaus vor zwei Jahren die Probleme vor Ort geschildert hat, hatte auch Hoff keine konkreten Versprechen oder gar Fördermittel parat. Ihm sei aber bewusst, dass man ein solches Potenzial nicht zum Nulltarif erhalten könne. Deshalb wolle er beim Bund dafür werben, bei den Haushaltsberatungen das Lindenau-Museum im Blick zu haben. Schließlich habe das Museum eine "überregionale Strahlkraft", Museen wie dieses könnten sich "mehr Mut zum Protzen" leisten.

Zudem seien Gelder in Millionenhöhe aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sozusagen reserviert, um den Tourismus für die Region und vor allem für das Museum zu verbessern, stellte er gemeinsam mit Landrätin Michaele Sojka (Linke) einen der Pläne vor, wie in den nächsten Jahren zusätzliches Geld nach Altenburg fließen könnte. "Es ist eine große Baustelle, bei der wir gerade am Bauplan arbeiten", sagte er und fügte hinzu, dass es für Kultureinrichtungen aber auch immer wichtiger werde, private Mittel zu akquirieren. Genau deshalb zeigte sich Hoff besonders beeindruckt von der Idee der Restaurierungspaten, mit denen das Museum über 70 000 Euro Spenden gesammelt hat.

Ähnlich angetan war Hoff zuvor im Museum auf Burg Posterstein - vor allem angesichts des Kulturmarketingkonzepts, zu dem Aktivitäten auf Twitter, Facebook und in verschiedenen Blogs zählen. Hoff bezeichnete dies als "Avantgarde" in Thüringen. Doch auch hier wurde ihm von den Problemen berichtet - denn bei 22 000 Besuchern im Jahr stößt die kleine Einrichtung logistisch an ihre Grenzen, die Finanzierung des 1953 abgerissenen Nordflügels scheiterte bislang. Dank der 7500 Euro, die Hoff nun zusicherte, kann aber immerhin eine Machbarkeitsstudie zur Neukonzeptionierung des Postersteiner Burgberg in Auftrag gegeben werden (die OVZ berichtete).

Natürlich fehlte auch ein Stippvisite im Altenburger Landestheaters am Schluss nicht - allerdings war diese nicht öffentlich. Barbara Grubitzsch, Vorsitzende des Altenburger Theatervereins, nutzte dennoch die Gelegenheit, den Kulturminister anzusprechen. Sie überreichte ihm den offenen Brief, den sie gemeinsam mit den Geraer Theaterfreunden und dem Verein der Orchesterfreunde angesichts der Gerüchte zu einer möglichen Verkleinerung des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera verfasst hat. "Eine Reduzierung würde zu gravierenden Veränderungen an beiden Theaterstandorten führen. Somit würde das kulturelle Angebot für ganz Ostthüringen darunter leiden", heißt es darin. Den Wunsch nach einem gemeinsamen Gespräch habe Hoff sofort aufgegriffen: "Er hat die drei Vereine eingeladen", sagte Grubitzsch gestern. © Kommentar S. 11

Jenifer Hochhaus

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